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„Jäger Prime“ statt Werbegeschenke: Jahr Top Special Verlag will mit Streaming-Dienst auf Abo-Fang gehen

Chefredakteur Lucas von Bothmer führt das neue Angebot „Jäger Prime“ ein
Chefredakteur Lucas von Bothmer führt das neue Angebot "Jäger Prime" ein

Reisekoffer, teure Schreibgeräte oder Bargeld - die deutsche Verlagsszene ist Meister darin, mit lukrativen Geschenken Abonnenten für ihre Titel zu gewinnen. Jetzt schlägt der Jahr Top Special Verlag einen anderen Weg ein. Er will mit hochwertigen Bewegbild-Produktionen on Demand die Abo-Zahlen seiner Special-Interest-Produkte steigern. Als erstes Objekt soll hierfür der Titel Jäger dienen. Weitere Zeitschriften des Special-Interest-Verlags könnten dem Modell bald folgen.

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Schnell huscht eine Gruppe von Wildschweinen aus dem Dickicht. Entschlossen legt Mikael Tham seine Waffe an und schießt kurz hintereinander auf zwei der Borstentiere, die tödlich getroffen umfallen. Tham ist nicht nur passionierter Jäger. Er gilt als einer der bedeutendsten Jagdfilmer auf der Welt. Vor allem seine Bewegtbild-Produktionen über die Jagd von Schwarzkitteln in deutschen Wäldern sind in der Szene sehr beliebt.

Jetzt will die zum Jahr Top Special-Verlag gehörende Fachzeitschrift Jäger die Filme des Schweden einsetzen, um mehr Abos zu gewinnen. „Unser Ziel ist es, die Zahl unserer Abonnenten beim Jäger von derzeit 17.000 mittelfristig auf 30.000 Exemplare zu erhöhen“, erklärt Jäger-Chefredakteur Lucas von Bothmer, der zugleich auch Chef des Business Developments beim Jahr Top Special Verlag ist. Dazu will das Fachblatt ab Oktober das Format Jäger Prime einführen. „Viele Verlage locken mit teuren Werbegeschenken Abonnenten. Wir bieten den Lesern von Jäger hochwertigen Bewegbild-Content, um für Abonnenten attraktiver zu werden“, sagt Bothmer. Ein Paket von 50 Filmen des Jagdfilmers Tham hat der Verlag bereits eingekauft, weitere 10 bis 20 sollen jedes Jahr dazu kommen.

Sollte die Fachzeitschrift durch das Bewegbild-Angebot ihre Zahl an Abonnenten steigern, will der Hamburger Verlag das Konzept auch auf andere Marken des Unternehmens übertragen, zu dem Zeitschriften wie Tauchen, FliegenFischen und Golf gehören. „Das Video On Demand-Angebot für den Jäger gilt als eine Blaupause für andere Titel unseres Verlags. Wir hoffen dadurch auch Kiosk-Käufer zu einem Abo zu bewegen“, unterstreicht der Chefredakteur.

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In Deutschland setzen viele Verlage auf plumpe Werbegeschenke wie Stifte, Koch-Utensilien und Reisetaschen, um Abonnenten zu werben. Beliebt ist aber auch Bargeld. Doch es gibt Verlage, die ähnliche Wege wie der Jahr Top Special Verlag einschlagen. Dazu gehört die Impulse Medien GmbH. Mit-Inhaber Nikolaus Förster verzichtet gänzlich auf jegliche Abo-Prämien. Vor allem von Geldgeschenken, die viele Großverlage immer stärker als Lockmittel zur Abo-Gewinnung einsetzen, hält er nichts. Denn die Verlage würde mit Geldgeschenken seiner Meinung nach ihre Produkte nur entwerten. Dies halte er für den falschen Weg, um Auflagenprobleme zu bewältigen.

Försters Strategie geht in die ähnliche Richtung, die jetzt der Top Special Verlag einschlägt. Er will seinen Lesern – also Alt- und Jungunternehmern – mehr Inhalte liefern, die sie wirklich für ihre Arbeit nutzen können. Zudem unternimmt er mit Lesern Reisen zu Mittelständlern, die ihnen – meist vor Ort in den Betrieben – ihre unternehmerische Strategie erläutern.

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