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Für Bunte könnte es teuer werden: Wegen falscher Schumacher-Berichterstattung droht 100.000 Euro Schadenersatz

Damalige Bunte-Chefin Patricia Riekel und ehemaliger Formel-1-Star Michael Schumacher: „Er kann nicht laufen“, sagt Schumacher-Anwalt Felix Damm entschieden.
Damalige Bunte-Chefin Patricia Riekel und ehemaliger Formel-1-Star Michael Schumacher: "Er kann nicht laufen", sagt Schumacher-Anwalt Felix Damm entschieden.

Im Dezember vergangenes Jahr titelte die Bunte: "Exklusiv: Michael Schumacher - Er kann wieder gehen..." Schumachers Management dementierte die Meldung sofort: Schumacher könne nicht laufen. Jetzt fordern Anwälte des Ex-Formel-1-Stars 100.000 Euro Schadenersatz. Burda verweist auf einen Informanten und darauf, dass die Behauptung im Artikel relativiert werde. Am Landgericht Hamburg begann heute der erste Prozesstag.

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Es war die Weihnachtsausgabe der Bunten im vergangenen Dezember. Eine Exklusivmeldung, ein Weihnachtswunder: Michael Schumacher kann wieder gehen. Doch kurz darauf äußerte sich „Schumis“-Managerin Sabine Kehm in Bild: „Leider werden wir durch einen aktuellen Pressebericht zu der Klarstellung gezwungen, dass die Behauptung, Michael könne wieder gehen, nicht den Tatsachen entspricht.“

Die Bunte hielt aber an ihrem Weihnachtswunder fest. Vor allem weil in dem Artikel ausgeführt wird, dass Schumacher zwar nicht selbstständig, aber mit Hilfe von Therapeuten gehen könne.

Jetzt, ein dreiviertel Jahr später, treffen sich die Burda- und Schumacher-Anwälte vor Gericht. Es geht um 100.000 Euro. Das fordert die Schumacher-Seite als Schadensersatz für die falsche Berichterstattung. „Er kann nicht laufen“, sagte Schumacher-Anwalt Felix Damm in der Verhandlung vor dem Landgericht Hamburg. Auch nicht mit Hilfe von Therapeuten, wie es in dem Artikel zur Titelgeschichte behauptet wird. Wie genau die therapeutischen Maßnahmen aussehen und zu was Schumacher körperlich in der Lage sei, gehe die Öffentlichkeit auch nichts an. Man könne nicht aufgrund einer reißerischen Berichterstattung gezwungen sein, Schumachers Zustand offenzulegen. Er habe einen Anspruch auf Schutz der Privatsphäre.

Burda hält dagegen: Der Informationsbedarf sei da. Und die Redaktion der Bunten hatte einen Informanten. Dieser Informant wurde als glaubwürdig eingeschätzt, da er der Redaktion bereits wahre Informationen über Schumacher zugespielt hatte. Beispielsweise über seine Verlegung innerhalb der Kliniken und anschließend nach Hause. Zwar stellte sich eine Behauptung des Informanten – Schumacher sei auf 45 Kilogramm abgemagert – als falsch heraus – allerdings erst nachdem die Weihnachtsausgabe erschienen war. Ob der Informant glaubwürdig war oder nicht, muss jetzt das Gericht klären.

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Ein weiterer Vorwurf der Schumacher-Anwälte: Die Bunte-Redaktion habe Managerin Kehm damals nicht nach einer Stellungnahme zu den Informationen befragt. Dazu die Begründung der Burda-Seite: „Weil sie sich nie zu etwas äußert.“
Die Anwälte der Gegenseite sehen das anders: Die Bunte habe sich ihre Weihnachtsausgabe-Geschichte nicht kaputt machen wollen und somit kein Dementi riskiert. Sie bestreiten sogar die Existenz des vermeintlichen Informanten.

„Realistisch betrachtet wird es eine Geldzahlung geben“, kündigte die vorsitzende Richterin bereits an. Eben weil die Berichterstattung nicht der Wahrheit entspräche – das sei offensichtlich. „Minimum 40.000 Euro“, so die Richterin. Sollte sich der Informant zudem als unglaubwürdig herausstellen, würden die geforderten 100.000 Euro fällig. Denn der Bunten war durchaus klar, welche enorme Aufmerksamkeit sie durch die Meldung erhalten würde.

Ein Urteil wird für Ende Oktober erwartet.

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Alle Kommentare

    1. Wir alle? Ich auch nicht. Alles schlimm genug für die Familie, da braucht es keinen Katastrophenvoyeurismus.

  1. Viel zu wenig!

    Das zahlen die doch aus der Portokasse… 10.000.000€, dann wäre Schluss mit Lügenpresse und völlig frei erfundenen Exklusiv Stories!

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