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Zoff im Bertelsmann-Reich: Druckchef Stausberg soll vor Abgang beim Medienriesen stehen

Druckerei-Manager Bertram Stausberg: Zusammenarbeit der neuen Printing-Doppelspitze dem Vernehmen nach „nicht konfliktfrei“
Druckerei-Manager Bertram Stausberg: Zusammenarbeit der neuen Printing-Doppelspitze dem Vernehmen nach "nicht konfliktfrei"

Seit Anfang des Jahres wird die neue Druckeinheit des Gütersloher Medienriesens Bertelsmann von einer Doppelspitze geführt. Einer der Firmenspitzen ist Bertram Stausberg. Der 49-Jährige Manager kann sich offenbar mit der neuen Führungsstruktur nicht anfreunden, die Konzernchef Thomas Rabe aufgebaut hat. Nun heißt es, Stausberg sei im Begriff, das Unternehmen zu verlassen.

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Es war eine seiner schwierigsten Aufgaben in seiner bisherigen beruflichen Laufbahn: Als Chef der Bertelsmann-Tiefdrucktochter Prinovis musste Bertram Stausberg 2014 den Standort in Itzehoe schließen. Die Maßnahme machte bundesweit Schlagzeilen. Vor den Werkstoren demonstrierten 400 Beschäftigte und Angehörige gegen das Aus. Auch Lokal- und Landespolitiker schalteten sich ein, um die Schließung abzuwenden. Doch der Protest half nichts. Rund 1000 Mitarbeiter waren von der Maßnahme betroffen. Ein tiefer Einschnitt für den Druckriesen und auch für Stausberg, der seine berufliche Laufbahn 1996 als Assistent der Werkleitung bei Gruner Druck Itzehoe begann.

Jetzt steht Stausberg erneut vor einer Zäsur – diesmal persönlich. Der 49-Jährige Manager soll die Bertelsmann Printing Group mit 1,7 Mrd. Euro Umsatz und 9000 Mitarbeitern verlassen. Dies erfuhr MEEDIA aus Unternehmenskreisen. Angeblich verhandelt Stausberg mit der Bertelsmann-Spitze bereits über die Vertragsmodalitäten. Ein Bertelsmann-Sprecher hält sich hierzu bedeckt. „Gerüchte und Spekulationen kommentieren wir grundsätzlich nicht“, erklärt er.

Dass Stausberg Bertelsmann den Rücken kehren will, liegt den Informationen zufolge an der neuen Konzernstruktur. Anfang des Jahres hatte Firmenchef Thomas Rabe die Druckgeschäfte von Arvato und Be Printers in den eigenen Unternehmensbereich, der Bertelsmann Printing Group, zusammengeführt. Geleitet werden die Druckgeschäfte seither von einer Doppelspitze. Sie besteht aus Stausberg und Axel Hentrei, daneben arbeitet der 48-jährige Ulrich Cordes als Finanzchef.

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Doch die Doppelspitze ist Stausberg offenbar ein Dorn im Auge. Der studierte Maschinenbauer soll sich in der neu formierten Unternehmenseinheit offenbar mehr Macht erhofft haben, sprich die Leitung der Einheit. Denn der Manager hatte für Bertelsmann – neben der Schließung von Itzehoe – diverse Probleme ausgeräumt. So fädelte er auch den Verkauf der beiden spanischen Druckereien der Druckereigruppe Be Printers in Madrid und Barcelona ein und vieles mehr. Gehofft hatte Stausberg deshalb auf Zuspruch von Konzernchef Rabe, das er in der neuen Unternehmenseinheit mehr wird. Doch dazu kam es nicht. Das ist jedoch nicht alles. Auch die Zusammenarbeit zwischen ihm und Hentrei sei nicht konfliktfrei, heißt es in Unternehmenskreisen in Gütersloh. Stausberg zieht daher den Stecker und will sich nun neuen beruflichen Herausforderungen stellen.

Für Bertelsmann wäre der Abgang von Stausberg ein schwerer Schlag. Der 49-Jährige genießt unter den Mitarbeitern der Druckeinheit ein hohes Ansehen. Zudem hat er in der Branche einen hervorragenden Ruf und gilt als gut vernetzt. Er weiß genau, wie man das hart umkämpfte Druckgeschäft steuert. Denn die Branche leidet seit Jahren unter massiven Überkapazitäten. Im 1. Halbjahr 2016 sank der Umsatz der Bertelsmann Printing Group um 5,3 Prozent auf 774 Mill. Euro gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Grund für den Rückgang war der 2015 vollzogene Verkauf der spanischen Geschäfte. Bereinigt um Portfolio- und Wechselkurseffekte bewegte sich der Umsatz in etwa auf Vorjahresniveau. Das Operating EBITDA der Gruppe kletterte um 17,5 Prozent auf 47 Mio. € (H1 2015: 40 Mio. €). Grund hierfür waren eine bessere Produktionsauslastung sowie Kosteneinsparungen.

Die Bertelsmann Printing Group ist breit aufgestellt. Sie umfasst die bisher bei Arvato angesiedelten Unternehmen Mohn Media, GGP Media und Vogel Druck, die Tiefdruckaktivitäten von Prinovis in Deutschland und Großbritannien sowie die Buchdruckereien in den USA. Zu der neuen Einheit gehören zudem einige Dienstleistungs- und Produktionsgeschäfte: die rtv media group, der Direktmarketing-Spezialist Campaign sowie das Replikations-Geschäft (Sonopress).

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