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Donna-Schlag bei Burda: Medienhaus kündigt Redaktion und lässt Frauenmagazin extern produzieren

BurdaStyle-Geschäftsführerin Manuela Kampp-Wirtz, künftige Donna-Blattmacherin Sandra Djajadisastra: „Kern der Medienmarke bewahren“
BurdaStyle-Geschäftsführerin Manuela Kampp-Wirtz, künftige Donna-Blattmacherin Sandra Djajadisastra: "Kern der Medienmarke bewahren"

Burda baut bei seinem Frauenmagazin Donna um und lässt dabei kaum einen Stein auf den anderen. Die bestehende Redaktion unter Leitung von Katja Hertin wird aufgelöst. Künftig produziert eine externe Redaktion unter der Führung von Sandra Djajadisastra das Heft. Insgesamt erhalten 14 Mitarbeiter noch im September ihre Kündigungen, Burda will aber die Weiterbeschäftigung bei anderen Objekten prüfen.

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Mit der Maßnahme reagiert das Medienhaus auf die schwierige Marktsituation, die den profitablen Betrieb des Blattes innerhalb der bisherigen Strukturen nicht als langfristig sicher erscheinen lässt. Die kaufmännische und markenstrategische Verantwortung bleibt allerdings weiterhin bei BurdaStyle. Die Auslagerung war bei Burda nach eingehender Prüfung dem Vernehmen nach die einzige Möglichkeit, eine Einstellung des Titels zu vermeiden. Durch die externe Beauftragung sei es möglich, den Bestand der im Anzeigengeschäft lukrativen Marke langfristig zu sichern.

Für Burda ist Djajadisastra keine Unbekannte. Die 49-Jährigen war bis 2014 stellvertretende Chefredakteurin der Freundin. Sie plant nun, Schlüsselstellen wie Art Direction und diverse Ressortleitungen mit einem fachlich versierten Kernteam zu versehen und zudem ein Netz aus freien Autoren aufzubauen. Dienstleister für diese redaktionelle Arbeit ist die Storyboard GmbH, die in den vergangenen fünf Jahren bereits immer wieder für Burda tätig gewesen ist. So half man bereits bei der Produktion von Max oder Harper’s Bazaar. 

„Trotz verschiedener auch mit der Chefredaktion gemeinsam erarbeiteter Lösungsansätze war es nicht möglich, die Marke in der bestehenden Konstellation langfristig profitabel zu führen“, erklärt BurdaStyle-Geschäftsführerin Manuela Kampp-Wirtz. „Dies ist aber unser kaufmännischer Auftrag. Ich danke allen Kolleginnen und Kollegen für ihren unermüdlichen Einsatz und ihre exzellente Arbeit. Sie haben in den vergangenen Jahren mit sehr besonderem Journalismus eine beliebte Medienmarke geschaffen, deren Identität wir im Kern wahren möchten und die wir nun in einer Netzwerkstruktur multimedial ausbauen werden.“

DONNA mtl
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Aktuell verkauft das Magazin 114.005 Exemplare pro Monat. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet das einen herben Verlust. Denn innerhalb der vergangenen zwölf Monate gaben die Verkäufe um 15,5 Prozent nach.

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Alle Kommentare

  1. Ich bin echt traurig. Mal wieder schießt sich Burda selbst ins Bein – bzw. killt selbst seinen Anspruch auf guten „hausgemachten“ Journalismus. Da können sie ja auch gleich die Journalistenschule schließen, wenn sie zeigen, dass der Job im Hause Burda keine Chance hat. Man könnte ja auch drüber nachdenken, den ganzen Verlag out-zu-sourcen… Ach nee, geht ja nicht, dann kriegen die Oberen in ihrem Elfenbeinturm ja keine Tantiemen mehr, oder doch?
    Ich fühle mit den Kolleginnen, die die DONNA mitentwickelt haben und jetzt gehen müssen – denn damit geht auch ein Stück Herz von DONNA verloren.

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