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Vom kugelsicheren Turnbeutel bis zur Economy-Schlaf-Stütze – obskure Produkte für die bei Facebook Werbung gemacht wird

Schießen Sie ruhig auf den Turnbeutel. Der hält das aus
Schießen Sie ruhig auf den Turnbeutel. Der hält das aus

Kennen Sie noch Kataloge wie "Die moderne Hausfrau" oder "3 Pagen"? In diesen Druck-Erzeugnissen wurden und werden erstaunliche Produkte präsentiert, die vor allem in der Hauswirtschaft Tätigen die Arbeit erleichtern sollen. Digital Hipster haben aber natürlich andere Ansprüche. Facebook schafft Abhilfe - in der Timeline des Social Networks tauchen immer häufiger obskure Produkte. Ein kleiner Rundgang.

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Ein absoluter Liebling ist der kugelsichere Turnbeutel. Der heißt offiziell TrustBag, „Made in Germany“ und außerdem vegan, RFID-safe, diebstahlsicher und und und. Der Clou ist der High-Tech-Stoff, der angeblich aus demselben Material gefertigt ist wie schusssichere Westen. Darum wird im Werbevideo auch auf den TrustBag geschossen. Die Firma hat auch ein T-Shirt im Angebot, das Messerschlitzern widersteht. Ein Must-have-Accessoire, falls man im Großstadt-Dschungel mit dem Fixie mal die falsche Abzweigung nimmt.

Das mit dem Schießen scheint populär bei den Facebook-Produkten. Im Werbevideo für den LayBag, eine Art smarte Luftmatratze, wird auch auf das Produkt geschossen. Dem jammervollen Klang nach zu urteilen aber nur mit einer Schreckschuss-Pistole. Der Clou an diesem Produkt soll sein, dass man im Handumdrehen eine Art Outdoor-Sofa zaubert. Wie stets bei dieser Art von Produkten sind immer nur noch ganz wenige verfügbar und in Kürze steigt der Preis von sehr hoch auf noch viel höher. Die Produkte mögen sich ändern – die Verkaufsmaschen sind erfrischend oldschool.

Bei Facebook wird selbst ein so ödes Produkt wie eine Fahrradklingel hipstermäßig aufgeladen und mutiert zur … ShokaBell!! Sie merken schon: Ganz wichtig ist es, dass die Produktnamen immer aus zwei Teilen bestehen und mit BinnenGroßschreibung arbeiten. Ob die ShokaBell kugelsicher ist, verrät uns das Werbevideo leider nicht. Dafür kann die Klingel außer klingeln lustig blinken, mysteriöse Richtungspfeile darstellen und R2D2-mäßig piepsen und tröten. Wie viele der vorgestellten Produkte ist die ShokaBell ein Crowdfunding-Projekt – also möglicherweise noch nicht ganz marktreif.

Viele Produkte sind so genannte Wearables. Also Klimbim, den man sich anziehen, umschnallen oder umhängen kann. So auch Vi – eine Art Künstliche-Intelligenz-Kopfhörer-Trainer. Das Teil erzählt einem, wie man rennen und trainieren soll, spielt Musik ab und soweiter. Vi hat bei der Crowdfunding-Plattform Kickstarter bereits über eine Million Dollar eingesammelt und wird nun tatsächlich produziert. Wenn das Teil so funktioniert wie in der Werbung, wäre das in der Tat faszinierend. Natürlich nur, wenn Sie es faszinierend finden, sich beim Sport von einer Art Fitness-Siri herumkommandieren zu lassen.

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Das Litelok ist ein Fahrradschloss, das nicht nur kugelsicher ist, siehe Turnbeutel, sondern sogar Schweißbrenner-safe. Der böse Fahrraddieb schaut in die Röhre, wenn Sie ihren Drahtesel mit diesem neongrünen Plastikdingens abschließen. Die Technik dahinter wurde „Boaflexicore“ getauft. Boa!

Damit können Sie auch ihr nagelneues Mate E-Bike abschließen. Benannt nach dem beliebten Club-Getränk ist das eine Mischung aus E-Bike und Faltrad. Also mega-urban. Entsprechend auch eine Frage in der Kommentarspalte: Passt das Mate-Bike in den Kofferraum eines Tesla? Antwort: logo! Echte Digital Native Probleme. Beim Mate-Werbespot sehen wir eine weitere Regel für Hipster-Tech-Werbung: Immer den Spot mit fröhlicher Plinkerplinker-Musik unterlegen! Das macht Li-la-Laune.

Den dringend benötigten Strom können Sie sich dann mit Hilfe ihres brandneuen Estream-Gadgets holen. Einfach den Propeller in den nächsten Fluss halten und es läuft wieder. Wie konnten wir jemals ohne auskommen?

Und schließlich, am Ende des Tages, betten wir uns mit Hilfe von FaceCradle total gemütlich in der sauengen Economy Class zum Schlafen. Dass wir dabei so ein bisschen deppert ausschauen – uns doch egal. Gute Nacht!

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Alle Kommentare

  1. Wenn die Firma auf emails reagieren würde und man seine bestellte Ware auch erhalten würde.
    Am 12.8. bestellt und bis heute 25.10.2016 keine Ware erhalten. Danke trustbag.

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