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Justizminister Maas im Shitstorm nach Post über Punk-Band Feine Sahne Fischfilet

Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) hat in seiner Amtszeit oft die Nähe der Medien gesucht – nicht immer war das seinem Image förderlich
Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) hat in seiner Amtszeit oft die Nähe der Medien gesucht – nicht immer war das seinem Image förderlich

Das ging nach hinten los: Justizminister Heiko Maas lobte in einem Tweet und Facebook-Eintrag ein Konzert in Mecklenburg-Vorpommern, bei dem die Musiker Materia, Campino und die Punkband Feine Sahne Fischfilet gegen Fremdenhass und Rechtsextremismus aufgetreten waren. Die linksautonome Band Feine Sahne Fischfilet wird jedoch seit Jahren vom Verfassungsschutz beobachtet. Auf Twitter folgt ein Shitstorm gegen Maas, der jedoch über eine Sprecherin die Verantwortung an "das Social Media-Team" weiterleitet.

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Der Wahlkampf in Mecklenburg-Vorpommern geht auf die Zielgerade. Eine der spannendsten Wahlentscheidungen der vergangenen Jahre zeichnet sich in neun Tagen ab: Die SPD liegt mit Ministerpräsident Erwin Sellering in in den Umfragen nicht nur mit der CDU ziemlich gleichauf, sondern auch mit der AfD.

Um vor der anstehenden Landtagswahl ein Zeichen gegen Fremdenhass und Rechtsextremismus zu setzen, haben sich zahlreiche Künstler in Anklam in Mecklenburg-Vorpommern am Dienstag zu einem Konzert versammelt – darunter u.a. der Rapper Materia, Campino von den Toten Hosen und die Punkband Feine Sahne Fischfilet, die das Event mitveranstaltet hatte.

Justizminister Heiko Maas bedankte sich mit folgenden dem Tweet und Facebook-Posting für die Veranstaltung:

Doch die explizite Würdigung der umstrittenen Punkband Feine Sahne Fischfilet kam nicht bei jedem gut an. Hintergrund: Die 2007 gegründete linksautonome Band wird seit Jahren vom Verfassungsschutz Mecklenburg-Vorpommern beobachtet.

Auslöser dafür war der 2011 veröffentlichte Song „Staatsgewalt“, in dem es heißt: „Wir stellen unseren eigenen Trupp zusammen und schicken den Mob dann auf euch rauf. Die Bullenhelme – sie sollen fliegen. Eure Knüppel kriegt ihr in die Fresse rein und danach schicken wir euch nach Bayern, denn die Ostsee soll frei von Bullen sein.“

Der Verfassungsschutzbericht stellte daraufhin 2012 fest:“Die autonome Punkband FSF entfaltet neben ihrem musikalischen Wirken auch linksextremistische Aktivitäten – sie ist daher als politischer Zusammenschluss anzusehen. Die Gruppe versteht Gewalt als legitimes Mittel der Auseinandersetzung mit Rechtsextremisten und verbreitet diese Ansicht auch.“

Entsprechend folgte auf Twitter und Facebook wenig später ein Entrüstungssturm über den Äußerung des Justizministers:

Die CDU verurteilte Maas‘ Tweet:

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Und auch die AfD-Vorsitzende Frauke Petry meldete sich via Twitter zu Wort:

Interessanterweise konnte die auch Band selbst nichts mit Maas‘ Lob anfangen und kritisierte den Justizminister in einem Tweet:

Justizminister Maas wollte die aufkommende Kritik nicht weiter kommentieren, sondern schickte eine Sprecherin vor, die wiederum auf Maas‘ „Social-Media-Team“ verwies:

„Unser Social-Media-Team ist durch die zahlreichen positiven Berichte in diversen Medien auf das Konzert mehrerer Musiker in Anklam aufmerksam geworden. Es hat sich durch den Verweis bei Twitter und Facebook auf einen Beitrag der Tagesschau selbstverständlich in keiner Weise jede einzelne Textzeile aller jemals gesungenen Lieder der dort aufgetretenen Musiker zu eigen gemacht. Davon sind wir weit entfernt“, berichtet etwa die FAZ.

Die Äußerung machte es allerdings kaum besser, wie weitere Tweets beweisen:

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Alle Kommentare

  1. Da das Maas schon lange voll von dem ist was dieser „Volksvertreter“ so vor sich hin fabriziert, wird dieser Job nach der Wahl endlich Maas los sein 😉

    Kann man arrogante, selbstverliebte, „chamäleonverhaltensgestörte“ und überbezahlte „Arbeitnehmer“ nicht einfach abschieben? –
    Z B nach Hartz 4 oder in den Bundesfreiwilligendienst. Auch nach Afghanistan oder nach Syrien ?
    … Nein? – Sehr schade – Dann sollte man Natalia mal ansprechen, ob er nicht zum Hausmann abzuschieben ist.

  2. Nach meinem Dafürhalten hat dieses Land genau diesen Minister aber sowas von verdient.

    Wer nahezu alles goutiert und immer schön mitdackelt, bloß um niemandem auf den Schlips zu treten oder sich gar eingestehen zu müssen, dass zwischen Utopie und Realität manchmal Universen liegen, der hat doch genau so jemanden wie den Maas bestellt.

    Dass jemand, der so Leute lobt auch mit jemandem wie Stasi-Maus Kahane zusammenarbeitet, ist dann nur noch folgerichtig. Und umgekehrt ist deswegen das Gegenteil auch richtig.

    Sahnehäubchen ist natürlich irgendwie, dass die gelobte Band sich auch noch beschwert und das vermutlich sogar noch ganz richtig. Denn „groß reden, hinterher nix tun“ musste sich ja u.a. der Gabriel auf dem spd-Parteitag sogar schon von der Vorsitzenden seiner Jugendorganisation anhören (also aus dem inneren Kreis heraus). Wenns dann selbst offenbar linksextremen Bands auch auffällt, muss da wohl was dran sein an dieser Kritik..

    Aber wie gesagt: so wollen es ganz viele, so bekommen es dann ganz viele.

    An die Relativierer aka „Maas kann ja nicht alles wissen“: wenn der gute Mann ausversehen irgend eine Neonazi-Band gelobt hätte, käme keiner auf die Idee einer solchen Apologie. Denn: ein Justizminister muss sehr wohl wissen, wen er lobt und wen nicht.

  3. Heiko Maas kommentiert viel, redet viel, empört sich, nimmt dann wieder zurück.
    Ein Thema, das er meidet wie eigentlich alle Politiker, die meisten Journalisten,
    alle Kirchenleute, die meisten Bürgerinnen und Bürger:
    Das völlig unsexy Thema Pflegemissstände.
    Also sein Thema müsste es sein!
    Ist es aber nicht. Stattdessen erfahren wir über seine Liebe zu Natalia Wörner, er plaudert über dieses und jenes…..
    Das kann man ja machen, wenn man Entertainer ist.
    Aber Heiko Maas ist Politiker und sollte sich endlich auch dem Thema Pflegemissstände zuwenden.
    Auf jeden Fall sollte sich Heiko Maas jetzt schon überlegen, was er beruflich einmal machen wird, wenn er nicht mehr im Kabinett sitzt.
    Aber vielleicht will man ihn ja behalten. Einen harmloseren Justizminister hatten wir noch nie.
    Jedes Thema durchjagen, auf jedes draufsetzen – ausgenommen der Menschenrechtsverletzungen an alten Menschen – aber für wirklich nichts stehen.
    Wenn er nicht mehr im Amt ist? Da wartet sicher eine Stiftung oder er begleitet seine Freundin – couple of the year.

  4. Bitte keinen Aufstand machen.
    Maas sollte ein Exemple statuieren und das verantwortliche Social Media Team fristlos feuern.
    Wenn die Typen ihren Job nicht richtig machen, dann sollen sie sich eben einen anderen suchen.

  5. Meine Güte, was soll´s … ich kannte, wie Maas wahrscheinlich auch, noch nicht einmal den Namen der Band und die Aktion als solches war halt gut.
    Selbst wenn Maas sein Zeug selbst schreiben würde, könnte er nicht immer an alles denken und/oder alles wissen.

    1. @ funky

      Ich stelle mir gerade mal theoretisch vor, Frau von Storch würde einen Dank niederschreiben an die „Böhsen Onkelz“
      Der Shitstorm würde 6 Wochen dauern und dreimal um den Erdball gehen.

  6. Ich hab mir mal den Text des Liedes „Wut“ von diesen Fischfiletfritzen gegoogelt, solch einer Band dankt der Justizminister, das macht mich fassungslos.
    Der sollte sofort zurücktreten und aus der politischen Landschaft verschwinden, der Mann ist unerträglich.

  7. Der Typ hat aus gutem Grund Angst vor „NAZIs“, wofür er alle hält, die nicht, wie er selber, marxistische Linksextremisten sind.

    Wie knapp er in Sebnitz entkommen ist, spricht Bände!
    Auf einer DGB-Veranstltung, eigentlich ein Heimspiel für solche roten Gestalten, vom Volk vertrieben zu werden sollte ihm zu Denken geben.
    Denn er wird nicht ewig startbereite gepanzerte Fluchtwagen und Gorillas bereitstehen haben!
    Und die Personenschützer könnten auch mal wegsehen.

    Ich würde ja nicht mein restliches Leben lang mit dem Panzer zum Bäcker fahren wollen!

  8. Äss Pääh Dääh, eine Partei schafft sich ab. Gabriel, Schredder und Maasanzug als tragisch-komische Totenbuddler. Hoffe, dass ich diese ganzen Albtraum-Parrteiii irgendwie irgendwo irgendwann nicht mehr zu sehen brauche.

  9. Polizisten haben bei einer AfD-Demo in Jena eine Ausgabe der rechten „Compact“ sichtbar in ihr Fahrzeug gelegt. Gegen zwei Beamte wurden Disziplinarverfahren eingeleitet. Also wegen einer Lappalie.
    Heiko Maas, als Justizminister untragbar. Er soll seinen Platz räumen.
    Das wäre das Mindeste.

  10. Ich verstehe die Aufregung nicht, die Aussagen der Band spiegeln 1:1 die Einstellung dieses „Politikers“ und seiner Chefin Angela Merkel wider.

  11. Nicht aufregen Leute! Eine bessere Wahlkampfhilfe für die AfD gibt es doch gar nicht. Also rufe ich der Genossin Maas und den anderen Genossen ein fröhliches “Auf Auf, liebe Freundinnen und Freunde, unbeirrt und standhaft die 5% im Blick!“ zu. Ehrlich: Die alte Tante SPD kann man doch prinzipiell seit Schröder nicht mehr wählen. Die Partei liegt seit 1998 auf der Intensivstation und es wird nun Zeit, dass man die lebenserhaltenden Geräte endgültig abstellt. Wozu brauchen wir eine arbeitnehmerhassende Arbeiterpartei?

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