Anzeige

„Lichtgestalt des Jahres“: Boris Becker erhält Ehrenpreis – und meckert über Fußball und Olympia

Verlegerin Isabella Neven DuMont (r.) überreicht Boris Becker den Express-Ehrenpreis für die „Lichtgestalt des Jahres“.
Verlegerin Isabella Neven DuMont (r.) überreicht Boris Becker den Express-Ehrenpreis für die "Lichtgestalt des Jahres".

Tennisgröße Boris Becker ist vom Express zur "Lichtgestalt des Jahres" gekürt worden. Doch während seiner Dankesrede konnte sich der dreifache Wimbledon-Sieger die ein oder andere Kritik nicht verkneifen: Man solle auch anderen Sportarten mehr Raum gewähren, seines Erachtens laufe zu viel Fußball im TV – und Sportler würden immer mehr zu Marken verkommen, so Becker bei der Preisverleihung in Köln.

Anzeige
Anzeige

„Da läuft inzwischen zu viel Fußball. Olympia hat gezeigt, was auch andere Sportarten können“, so Becker bei der Etl-Express-Sportnacht in Köln. Doch die Fokussierung der Sportwelt auf Fußball sei das eine – auch über die Olympischen Sommerspiele 2016 in Rio verlor Boris Becker harsche Worte: „Die Toilette im Dorf ging vielleicht jeden zweiten Tag. Das Wasser in der Dusche kam aus der Wand. Das Essen in der Mensa – erst war man begeistert, aber nach drei Tagen kann man es nicht mehr sehen.“, kritisierte Becker, worüber auch der Spiegel berichtet.

Mehr Marken statt Sportler? Sind für Becker ebenfalls ein Unding: „Vielleicht sollte man das bei den nächsten Spielen mal berücksichtigen. Es geht nicht um die Sponsoren, es geht um die Sportler.“, so der Rekordspieler. Der dreifache Wimbledon-Sieger hatte 1992 selbst im Doppel mit Michael Stich olympisches Gold gewonnen, ist derzeit Trainer des Tennis-Weltranglistenersten Novak Djokovic.

Aber natürlich verlor Becker während seiner Dankesrede für den Ehrenpreis als „Lichtgestalt des Jahres“ auch nette Worte.

Anzeige

„Ich habe noch nie einen Preis für mein Lebenswerk bekommen“, so Becker – die Trophäe sei daher eine besonders große Ehre. Auch, weil er „in Deutschland nicht den Respekt bekommen“ habe, den er „vielleicht verdient hat“. Dabei räumte Becker aber auch Fehler ein: „Gibt es hier einen, der in all den Jahren alles richtig gemacht hat, der keine Scheidung, kein Nichts hinter sich hat? Der möge die Hand heben“, mahnte er.

Seine Zuhause sei nun zwar London, doch er sei gern in Köln und in Deutschland. „Das ist meine Heimat.“, so Becker, der sich anschließend beim DuMont Verlag und dem Express bedankte – auch, wenn dieser nicht immer „nett und schön“ über ihn berichtet habe. Den Preis – den im Jahr zuvor Box-Weltmeister Vitali Klitschko und 2014 die deutsche Nationalmannschaft bekommen haben – erhielt Becker unter anderem für sein Engagement in der „Laureus Stiftung“ für benachteiligte Kinder. Die Trophäe ist laut Angabe der Tageszeitung mit einem Preisgeld von 10.000 Euro für einen guten Zweck dotiert.

Was für eine große Bedeutung Boris Becker in der Sportwelt immer noch habe, veranschaulichte Laudator Johannes B. Kerner vor den 1.200 Gästen aus Sport, Wirtschaft und Politik mit einer Anekdote. So seien die beiden bei einem gemeinsamen Abendessen in Berlin von einem Fan überrascht worden, der sich ständig vor Becker verneigt und seinem Helden gehuldigt hätte. „Das war Matt Damon.“, löst Kerner auf. „Er repräsentiert unser Land als Held auf dem ganzen Planeten.“

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige

Alle Kommentare

  1. Absolut verdient, was für ein großartiger Sportler. Ich freue mich, dass er jetzt als Trainer den Job gefunden hat, der ihn ausfüllt und ihm den Respekt bringt, der im zusteht.

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*