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„Big change“: BuzzFeed trennt Entertainment- von News-Geschäft und will führendes Video-Angebot werden

BuzzFeed-Gründer und CEO Jonah Peretti
BuzzFeed-Gründer und CEO Jonah Peretti

BuzzFeed-Chef Jonah Peretti spaltet sein Unternehmen auf und trennt das Unterhaltungs- vom Nachrichten-Geschäft. Dazu gründet BuzzFeed die Entertainment Group. Beide Units sollen Video-Content massiv ausbauen, um darin weltweit die Nummer eins zu werden. Damit reagiert das Social-First-Medium auch auf die zuletzt enttäuschende Unternehmensentwicklung.

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BuzzFeed will zum führenden Video-Content-Anbieter im News- und Entertainment-Segment werden und bricht dazu vorhandene Strukturen auf. „Im Jahr 2016 ein eigenes Video-Ressort zu haben macht genauso viel Sinn wie eine gesonderte Mobile-Unit zu beschäftigen“, schreibt CEO Jonah Peretti in einem Memo, das Vanity Fair veröffentlicht hat. Zukünftig soll Bewegtbild nicht mehr nur die Aufgabe eines einzelnen Ressorts sein, sondern für alle Mitarbeiter ein relevantes Thema werden. Mit der neuen Ansage einher geht eine Reform der Unternehmensstruktur. So löst BuzzFeed nicht nur das Video-Ressort auf, sondern teilt sein Angebot künftig in zwei Organisationen auf:

Unter BuzzFeed News werden die Reporter-Teams aus Nachrichten, Investigativ-Abteilung, Auslandskorrespondenten sowie das Health- und bislang bestehende Video-Team zusammengefasst. Von der journalistischen Einheit getrennt werden zukünftig die reichweitenstarken Unterhaltungsthemen. Dazu gründet das Management extra die BuzzFeed Entertainment Group, die sich gewissermaßen auf das ‚klassische‘ BuzzFeed-Geschäft, also gezielte Viralthemen in Form von Short- und Longform-Videos, Listicles, Quizze und Micro-Content, konzentrieren soll. Gegenüber Poynter distanzierte sich der zukünftige News-Chef Ben Smith von Spekulationen, dass die Abspaltung der News-Aktivitäten Vorbereitungen für einen Verkauf sein könnten. Im Gespräch mit Vanit Fair vergleicht Peretti die neue Struktur mit dem Medienimperium von Ted Turner, der neben seinem Unterhaltungsangebot TBS den Nachrichtensender CNN gründete und zu einer der weltweit erfolgreichsten News-Marken im Fernsehen ausgebaut hat. „Ted Turner hat sich nicht darum gekümmert, was andere gedacht haben und sein Unterhaltungs- wie auch sein News-Imperium Seite an Seite hochgezogen“, so Peretti.

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Von der neuen Struktur und vor allem dem Ausbau der Videoaktivitäten dürfte sich Peretti auch steigende Umsätze erhoffen. Statt prognostizierter 250 Millionen US-Dollar Jahresumsatz fuhr BuzzFeed 2015 nur 170 Millionen Dollar ein und reduzierte seine Prognose für das laufende Geschäftsjahr laut der britischen Financial Times um 50 Prozent auf 250 Millionen US-Dollar. Zweifel gibt es vor allem an der Nachhaltigkeit des Native-Advertising-Modells. Mit der Video-Offensive dürfte BuzzFeed auch die Bewegtbild-Vermarktung ausbauen, in der ebenfalls Native Ads möglich sind, dessen klassische Vermarktung aber auch höhere TKP-Preise verspricht. Darüber hinaus folgt das US-Unternehmen auch einem allgemeinen Trend. Videos seien „allgegenwärtig“, schreibt Peretti weiter. Auch soziale Netzwerke setzen vermehrt auf Bewegtbild-Angebote. So arbeitet vor allem Facebook, ein wichtiger Bestandteil von BuzzFeeds Distribution-Strategie, am Video-Ausbau und holte zuletzt zahlreiche Medien für Facebook Live ins Boot (auch BuzzFeed).

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