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Deutsche Bank-Whistleblower verzichtet auf Millionen-Prämie, weil die wahren Schuldigen nicht bestraft wurden

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Eric Ben-Artzi, ein ehemaliger Mitarbeiter der Deutschen Bank, hat als Whistleblower geholfen, Missstände bei der Bilanzierung aufzudecken. Eigentlich steht ihm dafür die Hälfte einer Prämie in Höhe von 16,5 Mio. Dollar der Securities and Exchange Commission (SEC), der Wertpapier Aufsichtsbehörde der USA zu, doch Ben-Artzi hat das Geld abgelehnt. Aus Protest, weil die SEC seiner Meinung nach die wahren Schuldigen nicht bestraft.

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Eric Ben-Artzi erklärt seinen Verzicht auf die über acht Mio. Dollar- hohe Prämie in einem Gast-Kommentar in der Financial Times. Er war einer von insgesamt drei Whistleblowern, die Bilanz-Mauscheleien bei der Deutschen Bank aufgedeckt haben. Ein Teil der Prämie steht seiner Frau und seinen Anwälten zu, den kann er nicht ablehnen. Seinen Anteil will er ausgerechnet der Deutschen Bank überlassen. Den Grund erklärt er in der FT: „Deutsche (Bank, Anm.d.Red.) hat diese Missetaten nicht begangen. Deutsche war das Opfer. Genauer gesagt, die Aktionäre der Bank und ihre ganz gewöhnlichen Angestellten, die jetzt zuhauf ihre Jobs verlieren, sind die hauptsächlichen Opfer.“

Ben-Artzi klagt an, dass Führungskräfte mit Multimillionen Dollar Bonuszahlungen in Ruhestand gingen, die auf den falschen Interpretationen der Bilanzen der Bank beruhten. Er ist vor allem enttäuscht, dass die SEC 2015 eine Strafe gegen die Aktionäre der Bank verhängt hat und nicht gegen die verantwortlichen Manager. Die Deutsche Bank musste 2015 ein von der SEC verhängtes Bußgeld in Höhe von 55 Mio. Dollar zahlen.

Bei dem Fall ging es darum, dass die Deutsche Bank hat nach Ansicht der SEC zwischen 1,5 und 3,3 Milliarden Dollar an möglichen Verlusten 2008 und 2009 verschleiert habe. Die Bank rechtfertigt sich damit, dass die Verluste nie tatsächlich eingetreten seien.

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Alle Kommentare

  1. Park-Knöllchen muss der kleine Bürger doch wohl meist aus dem versteuerten Gehalt bezahlen.

    Müssen also die Anwalts-Zahlungen und Straf-Zahlungen von VW also aus den voll-versteuerten Boni und Einnahmen der Manager bezahlt werden ? Oder zahlt (wie meist) der kleine Kleinaktionär und die Mitarbeiter (Entlassungen und Gehalts-Kürzungen wenn der Tesla-3 endlich kommt) und Gemeinschaft (Insolvenzgeld, Arbeitslosengeld usw.) dann mal wieder die Kosten ?
    http://www.reuters.com/article/us-volkswagen-emissions-fees-idUSKCN10M1NG

    Man sollte auch sofort auch festlegen, das immer nur die Aktien mit Stimmrecht und welche im Aufsicht-Rat sitzen (also deren Repräsentanten) alle Kosten zu zahlen haben. Wenn also pro Aktie der Großaktionäre 1 Euro an Strafe+Gebühren+Kosten+… zu zahlen ist, kriegt jeder Kleinaktionär (buchwert-konform, Stammaktien sind ja evtl anders groß wie die Vorzugs-Aktien) und vom Finanzamt offiziell verkündigt und dort direkt an der Quelle versteuert, jeder Kleinaktionär den entsprechenden Betrag als Sonder-Dividende für Mis-Management und Aufsichts-Versagen direkt an die Kleinen Kleinanleger und Aktionäre ohne Aufsichts-Rats-Vertreter ausgezahlt. Ständig werden Kartelle aufgedeckt und die Strafen immer größer. Der Kleinaktionär verdient dafür seinen fairen Anteil ausgezahlt.

    Wieviel von der Abwrack-Prämie wurde inzwischen zurückgezahlt ?
    Oder einfach mal wie hoch ist die durchschnittliche Auszahlungs-Quote bei einer Insolvenz ?

    Danke deutsche Wirtschafts-Presse… (gehört Meedia hier nicht zu Handelsblatt ?) Wieso haften nicht die – (als Pensions-Reserve zurückgehaltenen) – Bonis der letzten 10 Jahre für Mismanagement ?
    Danke rot-grüne Neue-Markt-Gesetzgebung…

    Wieso organisiert die AfD (oder Piraten, Linke, Grüne, SPD,…) nicht die Kleinaktionäre ? Denn auch ohne Minister-Posten kann man täglich wirksam Verbesserung fürs Volk erbringen: Verbraucherschutz, Öko-Test, Warentest, Jamie Oliver, Team Wallraff, Mario Barth deckt auf,…
    Gehört Öko-Test nicht sogar der SPD ? Na also. Die hatten damals OHNE GESETZESÄNDERUNG UND OHNE PÖSTCHEN meines Wissens nach dafür gesorgt, das (Kartoffel ?)Chips weniger belastet produziert werden.

  2. „Seinen Anteil will er ausgerechnet der Deutschen Bank überlassen“. Wieso ausgerechnet? Die Deutsche Bank gehört ihren Aktionären. Und die werden doch abgezockt, um den US Einnahmen in Mrd-Höhe zu generieren. Strafrechtlich zu verfolgen wären in der Tat diejenigen, die Gesetze verletzen, und nicht diejenigen, die insbesondere von kriminellen Investmenbankern ausgeplündert werden, ohne die geringste Schuld zu haben. Geht eine riskante Wette gut, regnet es Boni. Geht sie schief, zahlt der Aktionär. Über die „Ergebnisse“ muss man sich bei derart absurden Fehlanreizen doch nicht wundern.

    Soweit ich weiß, gibt es in Deutschland kein entsprechendes Strafrecht für Unternehmen – wir können also nicht Gleiches mit Gleichem vergelten – , strafrechtlich belangbar sind nur Personen.

    Ich hoffe mal, dass sich unter dem neuen Vorstandsboss der Wind dreht. Sein Auftritt auf der letzten HV im Mai lässt mich jedenfalls wieder hoffen. Eine Variante wäre jedenfalls aus meiner Sicht: Anständiges Gehalt zahlen, Boni komplett streichen.

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