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Rocket Internet-Beteiligung Delivery Hero strebt Börsengang an – im nächsten Jahr

Lieferheld-Betreiber Delivery Hero hat seinen Konkurrenten Pizza.de übernommen
Lieferheld-Betreiber Delivery Hero hat seinen Konkurrenten Pizza.de übernommen

Der Essenslieferant Delivery Hero (Pizza.de und Lieferheld) hat gegenüber der Welt am Sonntag einen Börsengang in Aussicht gestellt – allerdings erst 2017. CEO Niklas Östberg erklärte gegenüber dem Springer-Blatt, dass ein IPO im kommenden Jahr "gut möglich" sei, man aber gleichzeitig "keine Eile" habe. Großaktionär Rocket Internet, der 38,5 Prozent der Anteile hält, müsste demnach noch ein weiteres Jahr auf den lang ersehnten Befreiungsschlag in Form eines Börsengangs einer Beteiligung warten.

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Das Warten für die Samwers geht weiter: Der zweite Jahrestag des Börsengangs ihres Beteiligungskonglomerats Rocket Internet rückt näher, und noch immer ist nicht in Sicht, wie die abgestürzte Rakete, die bei rund 18 Euro nur knapp über den im Juni aufgestellten Allzeittiefs notiert, wieder halbwegs in den Steigflug befördert werden könnte.

Die Investmentgesellschaft der Samwer-Brüder weist inzwischen nach jeder Lesart eine vernichtende Bilanz aus: Seit Jahresbeginn liegt die Rocket-Aktie um mehr als 34 Prozent hinten, seit dem IPO im Oktober 2014 wurden 57 Prozent an Wert ausradiert, seit den Allzeithochs gingen in der Spitze gar 70 Prozent an Wert verloren.

Delivery Hero könnte als nächste Rocket-Beteiligung an der Börse debütieren

Für den großen Befreiungsschlag wäre ein Börsengang nötig: Der jedoch fiel im vergangenen Jahr durch das kurzfristig abgesagte IPO von HelloFresh überraschend aus. Immerhin ein „Proven Winner“ soll nun in den nächsten 18 Monaten an die Börse streben, erklärte Konzernchef Oliver Samwer danach ungewohnt zurückhaltend.

Inzwischen scheint absehbar, mit welcher Rocket-Beteiligung die Samwers nach dem erfolgreichen IPO von Zalando vor zwei Jahren künftig Kasse machen wollen: Delivery Hero.

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Der bereits in 33 Ländern aktive Essenslieferant (Pizza.de, Lieferheld, foodora, u.a.), an dem sich Rocket Internet erst Anfang 2015 eine 38,5-prozentige Beteiligung sicherte, gilt mit satten Mittelzuflüssen von inzwischen über einer Milliarde Euro und einer Bewertung von knapp drei Milliarden Euro als das nach Spotify wertvollste privat geführte europäische Internet-Unternehmen.

„Wir haben keine Eile“

Wie Unternehmenschef Niklas Östberg nun gegenüber der Welt am Sonntag erklärte, sehen sich die Berliner für den Gang an die Börse gut gerüstet: „Wir haben die Größe und die Gewinnkraft, die man dafür braucht“, erklärte der schwedische CEO gegenüber dem Springer-Blatt.

So gern die Samwers die Börsenambitionen hören werden, so vage scheint doch weiter das Zeitfenster. „Ob es im nächsten Jahr passieren wird? Gut möglich“, erklärte Östberg und fügte hinzu: „Wir haben keine Eile“. Aktionäre von Rocket Internet dürften das anders sehen. Anfang des Jahres hatte der Finanzinformationsdienst Bloomberg noch von einem möglichen IPO in diesem Jahr berichtet.

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Alle Kommentare

  1. Wenn man schon häufig Apple kritisiert, sollte man hier vielleicht erklären, das der Investment-Wind aktuell von der anderen Seite weht: Gewinne werden nicht mehr durch (Fehl)Investments oder Boni versteckt sondern offen geoutet. Siehe Amazon oder Google.

    D.h. man kündigt an, irgendwas vielleicht möglicherweise unter Umständen usw. im nächsten Jahr machen zu können, um die Investoren bei Laune zu halten. Wenn Kinnevik einen dicken Block Aktien billig auf dem Markt schwemmen würde, können Chinesen oder Hedgefonds-Heuschrecken alles aus der Portokasse übernehmen.

    Im Gegensatz zu anderen Startups hat Rocket aber neulich doch irgendwas in Asien ich glaube an Alibaba verkauft.
    Die werden also vermutlich schlechter geredet als sie sind, wohingegen Voll-Versager-Startups (wie damals am neuen Markt woran anscheinend nur ich mich erinnere) frisch gegründete Tochterfirmen im Ausland und dicke Angeber-Büros in New York (Barcelona ist auch beliebt) schliessen müssen und die Zillionen versanden und die Abschaffung des Mindestlohnes gefordert wird. Viele von denen hatten die nächste Investmentrunde schon einkalkuliert. Doch der Winter kam früher als gedacht (wahrscheinlich haben die sich garnix gedacht) und es gibt keine neue Finanzierung mehr und man läuft auf Grund.
    Leider gibts keine Versager-Verzeichnisse und Mindestlohn für Mismanager bis die Schuld vollständig bezahlt wurde.
    Ein Land mit im Schnitt 3%-4% Auszahlung bei Insolvenzen hat wohl kein brauchbares Parlament, keine brauchbare Regierung und keine brauchbare WIRTSCHAFTSPRESSE. Sonst würden die Bonis der letzten 10 Jahre für alles haften. Der kleine VW-Aktionär hat sicher nicht befohlen, die Abgaswerte zu manipulieren.

    Aber die Wirtschaftspresse hat uns schon nicht vor dem neuen Markt und Immobilien-Krise gewarnt und ist daher überflüssig und verschwindet hoffentlich im Rahmen der Auflagen-Erosion der meisten Publikationen. Da hilft auch keine Link-Steuer mehr. Schon nach dem Krieg gabs Null-Zins-Politik. Das Gedächtnis ist wohl kurz wohingegen hier seltsamerweise irgendwelche Personen, Manager und Herausgeber usw. ständig – z.B. für inzwischen jahrzehntelangen Auflagen-Schwund – bejubelt und befeiert werden. Jede Generation hat ihre Ersparnisse verloren (Ost-Immobilien, Schrott-Immobilien, Neuer Markt,…) . Danke Wirtschafts-Presse.

    Rocket positioniert sich angesichts des Marktumfeldes. Da sind diese potentiellen Ankündigungen nicht überraschend.
    In USA kann man inzwischen wohl innerhalb einer Woche einen IPO machen. Aber GoPro-Hero usw. zeigen ja, das aktuell eher die Vorsicht herrscht und man auf sichere Pferdchen setzt, weshalb beispielsweise Amazon plötzlich Gewinne verkündigt welche früher versteckt bzw. investiert wurden also Kleinaktionäre und Finanzamt wohl nix davon bekam, ziemlich sicher jedoch die Boni-Manager. Bonis sollten mit Steuerzahlungen und Zahlungen an Kleinaktionäre verknüpft werden.

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