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Weil sie Muslime sind: Trump verhöhnt Eltern eines gefallenen US-Soldaten und erntet Shitstorm aus eigener Partei

Donald Trump will Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika werden
Donald Trump will Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika werden

Donald Trump verbiegt selbst patriotische Grundsätze, wenn es notwendig ist. Der Präsidentschaftskandidat der Republikaner attackierte nun die Familie eines gefallenen US-Soldaten, weil diese ihn kritisierte. Dabei griff Trump die Mutter des Gefallenen an, die bei einem Auftritt neben ihrem Mann stand und schwieg. Auch dafür verhöhnte sie der Immobilien-Tycon noch.

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Der Präsidentschaftskandidat der Republikaner versucht erkennbar, weiterhin Hass zu schüren und teilte nun öffentlich gegen die Einwanderer-Familie eines gefallenen US-Soldaten aus, der für die USA in den Irakkrieg zog. Rüpelhaft reagierte Trump auf die Kritik des Vaters des Soldaten. Dieser trat auf einer Veranstaltung der Demokraten auf und sprach in Richtung Trump: „Waren Sie jemals auf dem Nationalfriedhof von Arlington? Gehen Sie dorthin und schauen Sie auf die Gräber der Patrioten, die die USA verteidigt haben (…) Sie werden dort alle Glaubensrichtungen finden, alle Geschlechter und Ethnien. Sie dagegen haben nichts und niemanden geopfert.“

Trump sieht das natürlich anders. Dem Sender ABC antwortete er, dass er sehr wohl viel geopfert habe. Immerhin habe er Zehntausende Jobs geschaffen. Doch dabei sollte es als Reaktion auf die Kritik nicht bleiben. Trump wurde auch persönlich und griff die Ehefrau des Kritikers an. „Wenn sie sich seine Frau ansehen, wie sie da stand. Sie hatte nichts zu sagen“, so Trump weiter. „Vielleicht durfte sie gar nichts sagen.“ Damit spielte der Republikaner auf die Unterdrückung von Frauen in der muslimischen Glaubenswelt an. Zumindest in diesem Fall lag Trump mal wieder gewaltig falsch. Die Mutter des Verstorbenen erklärte nach dem Auftritt, sie sei emotional noch immer zu aufgewühlt. Sie könne auch heute noch kein Foto ihres Sohnes anschauen, ohne in Tränen auszubrechen.

Trumps erneute Entgleisung kam nicht nur in den sozialen Netzwerken nicht gut an. Auch in den Reihen der Republikaner verliert der Kandidat, den irgendwie niemand so wirklich will, aber viele gewählt haben, weiter den Halt. John McCain, Ex-Präsidentschaftskandidat und selbst Veteran des Vietnam-Krieges, betonte, er könne nicht „genügend betonen, wie wenig ich mit den Kommentaren von Herrn Trump übereinstimme“. Er hoffe, dass die Amerikaner verstehen, dass dies nicht die Sichtweise der gesamten Partei sei.

Von einem „Kampf um die Seele der republikanischen Partei“ sprach am Montag Paul Ryan, der Sprecher des Repräsentantenhauses. Er nannte Trump zwar nicht beim Namen, sprach aber von einem „Kandidaten der anderen Art“ und warnte davor, aus der Wahl einen „Wettbewerb der Persönlichkeiten“ zu machen. Sally Bradshaw, Beraterin von Trumps Vorwahlen-Konkurrent Jeb Bush, fand den Auftritt Trumps „verachtenswert“ und trat der Kritik an der Familie sogar aus der Partei aus – nach 30 Jahren.

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Mit Unverständnis reagierte auch die Veteranenorganisation VFW – eine für Republikaner wichtige Wählergruppe. Sie hat Trumps Worte scharf verurteilt. Eine Mutter eines getöteten Kameraden zu beleidigen, überschreite jede Grenze.

Die Kritik nutzt Trump für den nächsten Angriff in Form einer obskuren Verschwörungstheorie. Er müsse ganz ehrlich sein: „Ich befürchte, dass die Wahl manipuliert werden wird.“ Wie der Präsidentschaftskandidat darauf kommt bzw. auf welchen Indizien seine Behauptung ruht, erwähnte er nicht.

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