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Brexit und Printgeschäft belasten Konzern: Springer-Chef Döpfner kassiert Wachstumsprognose

Seit 2002 Axel Springer-Vorstandschef: Mathias Döpfner
Seit 2002 Axel Springer-Vorstandschef: Mathias Döpfner

Die Vorgaben waren ehrgeizig. Jedes Jahr wollte Springer-Chef Mathias Döpfner, dass der Berliner Medienkonzern im niedrigen einstelligen Prozentbereich wächst. In diesem Jahr jedoch macht dem Firmenchef unter anderem der geplante Ausstieg Großbritanniens aus der EU zu schaffen. Währungsbedingt stagniert 2016 der Konzernumsatz. Auch das strukturell rückläufige Printgeschäft macht sich weiter bemerkbar. Die Anleger reagieren enttäuscht: Die Aktie gibt um 2,6 Prozent nach.

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Der Berliner Springer-Konzern bekommt den geplanten Ausstieg Großbritanniens aus der EU zu spüren. Vorstandsvorsitzende Mathias Döpfner muss daher seine Wachstumsprognose für 2016 zurücknehmen. Danach soll der Konzernumsatz vor allem währungsbedingt in diesem Jahr stagnieren. Bislang war Döpfner davon ausgegangen, dass der Umsatz in diesem Jahr im niedrigen einstelligen Prozentbereich zulegt. „Der Brexit spielt eine wichtige Rolle“, erklärte der Konzernherr anlässlich der Vorstellung der Halbjahreszahlen. Die Geschäfte in Großbritannien tragen rund zwölf Prozent zum Umsatz des Medienkonzerns bei, hingegen rund 10 Prozent zum operativen Ergebnis, dem EBITDA. In Großbritannien betreiben die Berliner vor allem Job-Börsen – darunter Jobsite. Zudem ist Springer hier mit der Zanox-Gruppe vertreten.

Probleme bereitet zudem weiterhin der strukturelle Rückgang im Printgeschäft. So könnten steigende Werbeeinahmen die rückläufigen Vertriebseinnahmen bei den gedruckten Medien nicht mehr ausgleichen. „Wir gehen bei unserem Printgeschäft von einem Rückgang von 8 Prozent im 1. Halbjahr aus“, sagte der Vorstandschef. Springer erzielt 85 Prozent seiner Werbeerlöse mit digitalen Aktivitäten. Das Berliner Medienunternehmen gibt unter anderem die Boulevard-Zeitung Bild sowie die Tageszeitung Die Welt heraus. Insgesamt legte der Konzernumsatz leicht um 0,5 Prozent auf 1,585 Milliarden Euro zu. Das operative Ergebnis steigerte das Unternehmen in den ersten sechs Monaten um 2,3 Prozent auf 272,9 Millionen Euro.

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Die Anleger zeigten sich von der aktuellen Entwicklung des Springer-Konzerns enttäuscht. Die Notierung gab deutlich um 2,6 Prozent auf 47,5 Euro nach. Grund hierfür ist vor allem, dass Döpfner bei seiner Umsatzprognose für 2016 die Reißleine gezogen hat. Analysten gehen davon aus, dass Springer erst 2018 wieder wachsen könnten. Viele Wertpapierspezialisten haben die Aktie bislang auf „neutral“ gestuft, dass heißt, sie empfehlen den Wert nicht zum Kauf. Daran dürfte sich wohl wenig ändern. Denn den Analysten fehlt auch die notwendige Kursfantasie. Sie warten auf eine größere Akquisition, die Springer langfristig neue Wachstumsdynamik einbringt.

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Alle Kommentare

  1. Das die Schweiz und Türkei und irgendein nordisches Land und Ukraine immer noch nicht in der EU sind, ist vielleicht genau so wichtig…

    Softbank hingegen war schlau und hat das billige Pfund zur Übernahme von ARM genutzt. Klar sehen die England-Einnahmen jetzt kleiner aus aber weil das Pfund billig ist, kann man mit harten Euros oder US-Einnahmen mit noch härterem Dollar deutlich besser investieren und billig aufkaufen als noch vor dem Brexit. Währungen verändern sich ständig. Man hat also immer einen Plan für beide Richtungen.
    – Fiat übernahm Chrysler. Wieso haben VW und Daimler nicht General Motors und Ford unter sich aufgeteilt als sie so billig waren ?
    – Warren Buffet wurde wohl durch einen Kredit Groß-Aktionär bei Goldmann Sachs als fast alle Aktien in der Banking-Krise billig waren.

    Firmen wie Amazon und Google haben sich sogar reorganisiert um nicht billig abverkauft und dann übernommen zu werden. Gewinne werden nicht mehr in Bonis und Übernahmen versteckt und wohl nie dem Kleinaktionär oder vielleicht auch Finanzminister ausgezahlt, sondern offiziell endlich mal zugegeben um Stärke zu demonstrieren.
    Also ist es besser, nicht zu optimistisch zu sein und vorsichtig zu kalkulieren. Denn die Rezession wird kommen so wie der Winter bei Game of Thrones und die häufigsten Aktien-Haussen wohl nur 2 Jahre waren.

    Was passiert wohl nächstes Jahr oder nach der Mecklenburg-Wahl ?
    Hat rot-grün das Land verbessert ? Hartz4, Kein DSL-Ausbau, Neuer Markt, keine digitale partizipative Gesellschaft…
    Wie viele Gemeinden haben AfD-Bürgermeister schon entschuldet und die Nachbargemeinden billig aufgekauft ?
    Wenn die schlau sind, lernen sie von Piraten (die wurden oft auch negativ dargestellt), Schill-Partei und Black Power(die wurden wohl gegeneinander aufgebracht, bei ALDI gibts aktuell vielleicht auch Streit und Walmart in USA freut sich vielleicht während Lidl und Aldi in England längst relevante Markt-Teilnehmer sind und in Notzeiten wichtiger werden) und lassen sich NICHT gegeneinander ausspielen wie Promi-Ehepartner bei der Scheidung und was man sonst täglich im Promi-TV sieht…
    Sowas kann man auch offen in partizipativen Diskussions-Methoden in der offenen Dauer-Parteitag-App regeln. Sonst wird man nur ein Mal gewählt bis die nächste Protest-Partei erscheint so wie jedes Jahr neue Super-Star-Kandidaten auf den Promi-Markt kommen.

  2. Schließe mich meinem Vorredner an: Das ist ja wohl die dümmste Ausrede seit langem. Das Brexit-Thema hat doch im Gegenteil die Auflagen steigen lassen!
    Also: mehr Gewinn!

  3. Wieso sollte der Brexit eine Rolle spielen?
    Gibt’s schon neue Regelungen? Nein!
    Und wenn man mit Jobvermittlung Geschäfte macht, dann heißt das wohl, dass keiner derzeit in GB keiner einen Job sucht.
    Vielleicht liegt es eher am zerknirschten Leser, der diese angepasste Geschleime als Systempresse nicht mehr mitfinanzieren will.

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