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Keine Trennung von Beruf und Privatleben: wie ständige Erreichbarkeit für mehr Stress sorgt

Es ist zum Verzweifeln: Durch langsame Soft- und Hardware geht kostbare Arbeitszeit verloren
Es ist zum Verzweifeln: Durch langsame Soft- und Hardware geht kostbare Arbeitszeit verloren

Es ist mittlerweile in vielen Jobs selbstverständlich auch nach Dienstende noch für berufliche Belange via Telefon oder E-Mail erreichbar zu sein. Unterschiedliche Studien belegen jedoch, dass ständige Erreichbarkeit bei Arbeitnehmern für mehr Stress sorgt und sich negativ auf das Privatleben sowie die Gesundheit auswirkt. In Extremfällen kann die stetige Unruhe sogar zu einem Burn-Out führen.

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Immer mehr Berufstätige leiden unter einer fehlenden Trennung von Berufs- und Privatleben. Zwar schreibt das deutsche Arbeitsgesetz eine elfstündige Ruhephase zwischen den Arbeitseinheiten vor, jedoch entspricht dieses Bild kaum der Realität. Laut einer Studie des Meinungsforschungsinstitut YouGov für die Deutsche Presseagentur lesen knapp 50 Prozent der Befragten berufliche Mails oder empfangen Anrufe noch nach offiziellem Dienstende.

Insbesondere bei flexiblen Arbeitszeiten, wie beispielsweise der Vertrauensarbeitszeit, fällt es Arbeitnehmern schwer, nach Dienstende abzuschalten. Daraus entsteht eine allgemeine Unruhe, welche ihrerseits für vermehrten Stress sorgt. Einer Umfrage der Initiative Gesundheit und Arbeit (iga) zufolge, sind häufig Schlafstörungen die Folge.

Hilfreich wäre es, einen positiven Ausgleich im Privatleben zu finden. Das wird allerdings schwer, wenn durch die ständige Erreichbarkeit Streitigkeiten in Partnerschaften und Familien entstehen. Ungefähr jeder dritte Befragte gab gegenüber der iga an, dass sein Privatleben in Mitleidenschaft gezogen wird. Der fehlende Ausgleich durch Erfolgserlebnisse in persönlichen Beziehungen verstärkt den Stressfaktor zusätzlich.

Gerade Frauen mit Kindern stört die Vermischung von Arbeits- und Freizeit. Da laut dem Report für Gleichberechtigung 69 Prozent der Mütter nur halbtags arbeiten und die Familienarbeit größtenteils alleine stemmen, empfinden sie es als besonders deprimierend, wenn die wenige freie Zeit mit dem Partner durch Anrufe und Mails gestört wird.

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Solche Störung gehen meist nicht vom Chef, sondern von Arbeitskollegen oder Kunden aus. Der Branchenverband Bitkom fand heraus, dass sogar zwei Drittel der Beschäftigten ihre Ruhephasen im Urlaub für berufliche Angelegenheiten zeitweilig unterbrechen. Nur in jedem fünften Fall sei der Chef für solche Störungen verantwortlich.

Darüber hinaus setzen Unternehmen zunehmend auf indirekte Steuerungsmechanismen. Es wird mehr auf Eigeninitiative und Verantwortungsbewusstsein gesetzt. Arbeitnehmer identifizieren sich dementsprechend meist mehr mit ihren Projekten und arbeiten aus eigenem Antrieb, können jedoch auch nur schwer Abstand nehmen. Während 50 Prozent der unter 30-Jährigen es als normal empfinden, nach Dienstende für Kollegen erreichbar zu sein, entspricht dieses Bild nur jedem vierten 30 bis 65-Jährigen.

Und obwohl bei der Mehrheit der Befragten der iga-Studie der Wunsch nach gesetzlichen und betrieblichen Regelungen besteht, hält Zeit Online strengere Regelungen für sinnlos. Viel eher müsse sich die Arbeitskultur ändern. Häufig helfe ein Arbeitszeiterfassungs-System, in jedem Fall aber müsse das Zeitmanagement realistischer geregelt werden.

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Alle Kommentare

  1. Man fragt ja nicht bei einem Kollegen an, wenn man die Infos selber hätte !
    Die Arbeits-Organisation ist schon falsch.
    Der kleine Rentner muss digital fragen können ob sein Rezept-Antrag für bestimmte Hilfsmittel (die Realität vom Gesundheitswesen kennen 20jährige Mindestlohn-Diplom-Dauer-Praktikanten aka „Volontäre“ halt noch nicht) schon durch ist und das sieht der Mitarbeiter(in) dann zu Hause am Tablett und antwortet und kriegt es auf die Arbeitszeit gutgeschrieben. Der Rentner MUSS NICHT in der Warteschlange stehen und on-line fragen müssen.
    Emails kann man beantworten WANN MAN WILL. So gehört das. ENTKOPPLUNG.

    Und dieselben Leute jammern dann, das tausende Leute im CC: stehen oder endlose Email-Schriftverkehre unter der Antwort hängen damit jeder gleich alles sehen kann was bei Bewerbungen ganz selbstverständlich ist, was die Lehrer dem kleinen Bewerber wohl nicht beigebracht haben.
    Google Wave hätte das deutlich verbessert aber die erste Implementierung von Googles überlegenen Super-Programmierern (oder wohl doch nicht so super…) war wohl nicht so toll. Mit Google-Wave hätte man Ausschreibungen, grill-Feiern, weihnachts-Feiern, Messe-Ausstellungs-Stände (TEUER TEUER TEUER TEUER TEUER TEUER) und Zeit-Einteilungen und das beste ultimate-sales-Feature: Hochzeits-Listen und Hochzeits-Sitzpläne digital bequem jeder für sich ohne endlosen Email-Stress und endlose endlos-Emails mit tausenden Leuten im CC: problemlos wirksam bequem vor dem TV am Tablett regeln können. Programmierung trivial. Rechtskosten machen es hier uninteressant.
    Also verliert die Wirtschaft und kleine Arbeiter Zillionen Minuten Lebenszeit. Wer ist wohl der beste Freund der Gewerkschaften und Lehmschicht-Manager (Stromberg oder einfach mal google: Lehmschicht ) und sorgt dafür das Arbeit viel länger dauert und viel mehr Leute braucht als nötig und der kleine Kunde und Bürger das täglich bezahlen muss ? SAP ? Microsoft ? EU-Software-Gesetze ?

    In diesem Fall sollte man also Praktikanten einen halben Tag lang time-watch machen lassen und Prozesse optimalisieren…
    Das man als Exklusiv-Inhaber von Informationen Morgens-Mittags-Abends zur Verfügung steht oder endlich mal Software nutzt, wo alles vom Mitarbeiter vollständig hinterlegt ist, was aber nicht mal Ebay hinbekommt oder auch Amazon nicht, ist der erste Schritt. Das man beim Händler statistisch sieht, ob er erst nach 2 Tagen oder am gleichen Tag „versendet“ anklickt überschreitet wohl Ebays Programmier-Leistung…
    Die kleinen Guten Händler versenden sogar am Sonntag (sieht man an der Rechnung) und wissen das es immer zwei Routen (Morgens, Abends) und somit zwei Sorten (Abends-Briefkasten, Morgens-Briefkasten) gibt und man dadurch durchaus überraschend schnell liefern kann.
    Amazon hat über 15 Jahre gebraucht um Direct Delivery in Berlin anzubieten. Handies, Lieferwagen und Internet und MDE-Barcode-Scanner (vom Paket-Zusteller) gabs damals schon sogar unter rot-grün. Das hätte man schon damals machen können. Danke deutsche Wirtschafts-Presse das wir Jahrzehnte warten mussten…

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