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KG-Sprecherin Amann: „Schaukämpfe beim Spiegel typisch für männlich geprägte Strukturen“

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Susanne Amann, Sprecherin der Mitarbeiter KG, Spiegel-Chefredakteur Klaus Brinkbäumer: harte Kritik an der Führung

Sie ist die mächtigste Frau im Spiegel-Verlag: Susanne Amann, seit März diesen Jahres Sprecherin der Mitarbeiter-KG. Im Gespräch mit dem „Wirtschaftsjournalisten“ spart die ehemalige „taz“-Mitarbeiterin nicht an Kritik an der behäbigen Unternehmenskultur des Hamburger Verlagshauses. Problematisch sei auch das KG-Modell. Es erschwere, „schnelle Veränderungen herbeizuführen.“ Mit dem Interview erhöht sie den Druck auf das Management und die Chefredaktion, schneller zu agieren.

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Sie ist für ihre scharfen Töne bekannt. Erst vor wenigen Tagen ging Susanne Amann, Sprecherin der Mitarbeiter-KG, in ihrer inzwischen öffentlich gewordenen Rede vor den stillen Gesellschaftern schonungslos mit dem Management ins Gericht. „Zentrale Projekte dauern zu lange, die Verantwortlichen drücken sich um schnelle Entscheidungen und wir haben schon wieder ein Jahr verloren“, sagte die Wirtschaftsjournalistin damals.

Jetzt legt sie nach. Erstmals kritisiert sie öffentlich in einem Interview die gegenwärtige Unternehmenskultur des Spiegel scharf: „Es ist allen klar, dass wir mit unserer Unternehmenskultur nicht so modern sind, wie wir es gerne wären. Der ‚Spiegel‘ krankt ein bisschen am Erfolg der letzten Jahrzehnte, wir waren publizistisch und ökonomisch hoch erfolgreich. Das macht einen in gewisser Weise bequem, weil man denkt. Läuft ja.“, sagt die Redakteurin in der jüngsten Ausgabe des Wirtschaftsjournalisten, kritisch. Jetzt käme auf den Spiegel-Verlag die ganze Wucht des Veränderungsdrucks zu, den die gesamte Branche schon lange spürt. „Sowohl Geschäftsführung als auch Chefredaktion und Mitarbeiter sperren sich nicht mehr dagegen. Trotzdem geht es manchmal nicht so schnell, wie man es gerne hätte“, sagt Amann.

Auch das KG-Modell berge Probleme: „Die Schwierigkeit besteht darin, dass das KG-Modell und die Satzung in ihren Einzelheiten in einer Zeit geschrieben wurden, in der sich keiner nur im Traum hätte vorstellen können, vor welchem Veränderungsdruck die Branche einmal stehen würde. Das macht es in Teilen eben schwer, schnelle Veränderungen herbeizuführen“, erklärt Amann. Dennoch schütze das KG-Modell vor einer Übernahme beispielsweise durch den Gütersloher Bertelsmann-Konzern, der über das Hamburger Verlagshaus Gruner + Jahr (Stern, Geo) indirekt am Spiegel-Verlag beteiligt ist. „Wir gehören keinem Großkonzern und wir schreiben, was wir für richtig halten. Das ist ein Kernelement des „Spiegel“ und für uns viel entscheidender als für andere Redaktionen“, betont die Sprecherin der Mitarbeiter-KG.

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Einen Graben sieht Amann weiterhin zwischen der Print- und der Online-Redaktion. „Die Online-Kollegen sehen sich gerne mal als die moderne Vorhut, die Zukunft des Journalismus. Und die Print-Kollegen halten sich für die Einzigen, die hier ernsthaft inhaltlich arbeiten“, so die Journalistin. Die beiden Lager seien aber bemüht, sich anzunähern. „In einigen Ressorts laufen gezielte Prozesse des Kennenlernens und Verzahnens. Berlin, Ausland, Kultur sind bereits dabei, jetzt starten unter anderem die Wirtschaft und D2. Wir entwickeln Strukturen, wie wir besser miteinander arbeiten können“, meint die Spiegel-Mitarbeiterin.

Dies war unter dem ehemaligen Chefredakteur Wolfang Büchner nicht möglich. „Die Konfliktphase unter Wolfgang Büchner hat den Graben extrem vertieft. Den neuen Chefredakteuren Klaus Brinkbäumer und Florian Harms ist es deutlich schneller gelungen, das Haus zu versöhnen, als ich das für möglich gehalten hätte“, meint die Journalistin. So sei es in der Vergangenheit „viel zu lange um Eitelkeiten“ gegangen, wer welches Büro beziehen darf und „wer wem etwas sagen darf.“ Dabei sei es „viel zu selten um Inhalte“ gegangen. Amann: „Vielleicht sind diese Schaukämpfe aber nicht nur ein Problem des ‚Spiegel‘, sondern typisch für männlich geprägte Strukturen“.

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Alle Kommentare

  1. Gähn… Dieses Gender- Gequatsche der Mädels von der Kinder- Faz…
    Immer zum Schluss noch mal einen mitgeben ums daseigene Weltbild hinaus-
    zu posaunen… Das ist das Problem mit Meinungen – jeder hat eine…

  2. Zitat: „Vielleicht sind diese Schaukämpfe aber nicht nur ein Problem des ‚Spiegel‘, sondern typisch für männlich geprägte Strukturen“.

    Feministinnen haben ja das unverrückbare Weltbild, dass alle Frauen Schwestern sind, so dass – im Gegensatz zu den streitsüchtigen Männern – jede mit jeder einen harmonischen, respektvollen Umgang pflegt, ohne Streit, Konkurrenzneid oder gar Niedertracht.
    Daher kommt ja sicher auch der Ausdruck »Zickenkrieg« (seit 2006 im Duden), oder?

    Und so sieht es eine Psychologin::
    (Zitat)»Unsere Ergebnisse zeigen, dass Männer und Frauen auf unterschiedliche Weise miteinander konkurrieren“, sagt Benenson. Das diskutieren Wissenschaftler schon lange. So haben Studien gezeigt, dass Männer eher auf physische Gewalt und offene verbale Aggression zurückgreifen. Frauen attackieren mit anderen Waffen: Sie beschädigen den Ruf ihrer Gegner, manipulieren – oder versuchen, andere aus der sozialen Gruppe auszuschließen, wie die aktuelle Studie abermals gezeigt hat. «
    (http://www.sueddeutsche.de/wissen/psychologie-zickenkrieg-1.1075387)

    Es bleibt wohl Ansichtssache, was moralisch sauberer ist: offene Schaukämpfe oder unerwartete Messerstiche in den Rücken …

  3. „In einigen Ressorts laufen gezielte Prozesse des Kennenlernens und Verzahnens” — was man sich vielleicht so verstellen darf:

    „Hi, ich bin die mächtige Susanne.”
    „Echt? Habe dich mir ganz anders vorgestellt.”
    „Dabei sind wir doch im gleichen Ressort.”
    „Womöglich sogar im selben.”
    „Du, wir sollten uns dringend verzahnen.”
    „Und über typisch männliche Strukturen reden?”
    „Bingo. Und dann schreiben, was wir für richtig halten.”
    „Ernsthafte Inhalte und so? Dann bring’ ich die Stokowski mit.”
    „Megakrass.”

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