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Gastrokritik-Papst und Buchautor Wolfram Siebeck im Alter von 87 Jahren gestorben

Wolfram Siebeck
Wolfram Siebeck

Er war Kolumnist und Buchautor - und insbesondere Gourmet: Mit Fast Food und Kochshows konnte Wolfram Siebeck nichts anfangen. Mit 87 ist der Gastrokritik-Papst nun nach kurzer Krankheit gestorben.

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Der vor allem als Gastronomiekritiker bekannt gewordene Journalist Wolfram Siebeck ist tot. Er starb am Donnerstag nach kurzer Krankheit im Alter von 87 Jahren. Das teilte seine Familie im badischen Mahlberg der Deutschen Presse-Agentur mit.

Siebeck war Gourmet, Buchautor und Kolumnist. Er schrieb für Zeitungen und Zeitschriften wie Die Zeit oder Der Feinschmecker. Er veröffentlichte viele Bücher, erst in diesem Jahr etwa „Siebeck. Kulinarische Skizzen“. Seit 2011 betätigte er sich auch als Blogger – der letzte Beitrag für sein Reisetagebuch „Wo is(s)t Siebeck“ erschien im Oktober 2015.

„Das Essen und Trinken ist vor mehr als 60 Jahren zu meinem Lebensinhalt geworden, so wie das Schreiben“, hatte er vor seinem 85. Geburtstag gesagt. Eine Reise nach Frankreich brachte den in Duisburg geborenen Siebeck 1950 auf den Geschmack.

Jahrzehntelang kämpfte Siebeck gegen Fast Food und Fertiggerichte. „Das, was der Masse gefällt, gefällt mir nicht“, sagte er damals. Er hatte seinen Ruf als schreibender Querdenker gerne kultiviert. Altersmilde konnte er bei sich nicht feststellen. Es gab vieles, was ihm nicht schmeckte. Ärgern konnte er sich zum Beispiel über Kochshows im Fernsehen. Er nannte sie hysterisch.

In Deutschland lebte Siebeck auf der Burg Mahlberg in der Nähe von Freiburg. Außerdem hielt er sich viel in Frankreich auf.

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Alle Kommentare

  1. Die Kunst des besonders gepflegten Nachrufs beherrscht ein „Zeit”-Mitarbeiter namens Lechner, der folgendes in Siebecks Leib- und Magenblatt schreibt:

    „Persönlich habe ich Wolfram Siebeck erst ziemlich spät kennengelernt. Vor 17 Jahren, im Sommer 1999. Von da an habe ich fast jede seiner Kolumnen für das ZEITmagazin redigiert, manche inspiriert, viele umgeschrieben. Wir haben uns gemeinsam >Siebecks Sommerseminare< ausgedacht und all die Weihnachtsmenüs seither.”

    In Wahrheit nämlich ist Lechner selbst der späte Siebeck: eine gänzlich uneitle, nicht im geringsten versnobte Edelzunge und -feder.

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