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Halbjahresbilanz der deutschen Medienaktien: ProSiebenSat.1 ist der Dax-Aufstieg nicht bekommen

ProSiebenSat.1-CEO Thomas Ebeling
ProSiebenSat.1-CEO Thomas Ebeling

Es war ein Halbjahr zum Vergessen: Die deutschen Aktienmärkte mussten in den ersten sechs Monaten des Jahres in allen großen Indizes Verluste hinnehmen – und mit ihnen die führenden deutschen Medienaktien. Während die RTL Group und Axel Springer das Minus im einstelligen Bereich halten konnten, musste ein langjähriger Börsenchampion zweistellig Federn lassen. Zum Halbjahresverlierer wurde ausgerechnet der Vorjahreschampion, der sich bis heute nicht annähernd von einer Hedgefondsattacke erholt hat.

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4. Ströer: – 29 Prozent

Die Gesetze der Schwerkraft gelten auch weiterhin an der Börse: Nach furiosen Aufstiegen folgt oft der Fall. Das musste auch der Überflieger des vergangenen Jahres in den ersten sechs Monaten leidvoll erfahren – Außenwerbevermarkter Störer, der 2015 noch ein beeindruckendes Plus von 122 Prozent eingefahren hatte, liegt zur Halbzeit des Börsenjahres 2016 um 29 Prozent hinten.

Der Löwenanteil des Kurseinbruches ist einem der größten Aufreger des bisherigen Medienjahres geschuldet: Der Attacke des US-Hedgefonds Muddy Waters. Es war ein Angriff aus dem Hinterhalt: Der Hedgefonds hatte die Aktie des Werbevermarkters, der im vergangenen Jahr durch zahlreiche namhafte Internet-Akquisitionen – darunter das Portalgeschäft von T-Online – aufgefallen war,  Mitte April durch Leerverkäufe auf Talfahrt geschickt. Binnen Minuten verlor das Kölner Unternehmen fast 1 Milliarde Euro an Börsenwert – und hat sich bis heute kaum vom Kursrutsch erholt.

3. ProSiebenSat.1: – 18 Prozent

Es war ein Absturz mit Ansage: Just in dem Moment, als ProSiebenSat.1 nach sensationellen Kurszuwächsen von in der Spitze 5000 Prozent in sieben Jahren in den Elite-Index Dax aufstieg, war die Börsenparty vorbei. Der Aufstieg in den nächstenhöheren Index ist schließlich immer eine nachträgliche Belohnung für eine Kursentwicklung, die in der Vergangenheit liegt.

So finden sich Aktionäre des Münchner Fernsehkonglomerats, das Konzernchef Ebeling mit Hochdruck zum digitalen Medienkonzern umbaut, nach sechs Monaten im Börsenjahr 2016 in einer recht ungewohnten Rolle wieder: Immerhin 18 Prozent gingen seit dem 1. Januar verloren, obwohl die Geschäftszahlen für das erste Quartal überzeugen konnten.

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2. Axel Springer: – 8 Prozent

Springer-Aktionäre haben weiterhin nicht viel Freude an ihrem Investment: Wie bereits im Vorjahr hat sich die Aktie von Europas größtem Digitalverlag schwächer als der Vergleichsindex MDax entwickelt. Während der Nebenwerte-Index seit Januar fünf Prozent einbüßte, liegt die Springer-Aktie seit Jahresbeginn um knapp acht Prozent hinten.

Dabei sah es vergangene Woche, als die Springer-Aktie die 50 Euro-Marke kurzfristig zurückeroberte und CEO Mathias Döpfner beim Kauf neuer Aktien zunächst gutes Timing bewies, danach aus, könnten die Berliner wenigstens unverändert aus dem ersten Börsenhalbjahr gehen – dann kam der Brexit.  Fundamental verläuft die Geschäftsentwicklung 2016 solide: Im ersten Quartal konnte bei stagnierenden Umsätzen das Ebitda um fünf Prozent gesteigert werden. Für Schlagzeilen sorgte Axel Springer zuletzt durch den Zukauf des Marktforschers eMarketer.

1. RTL Group: – 5 Prozent

Auch das gibt es: Eine Minusperformance, die zum Spitzenplatz unter den höher kapitalisierten deutschen Medienaktien reicht. Die RTL Group verlor in den ersten sechs Monaten des Jahres fünf Prozent an Wert (davon allein zwei Prozent am gestrigen Handelstag) und hat sich damit synchron zum Vergleichsindex MDax entwickelt.

Dabei kann die Bertelsmann-Tochter weiter nachhaltiges Wachstum vorweisen: Im ersten Quartal legte der operative Gewinn (EBITA), angeschoben durch die deutsche RTL Mediengruppe, konzernweit um 18 Prozent zu – unterm Strich blieb sogar  ein 30 Prozent höherer Gewinn als ein Jahr zuvor übrig.  Der Umsatz kletterte im Jahresvergleich um knapp Prozent 10.

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Alle Kommentare

  1. 3. ProSiebenSat.1: – 18 Prozent
    Es war ein Absturz mit Ansage:

    Simmt! ICH habe das vorher gesagt….SIE nicht!

    Alte Börsenweisheit: Eine Aktie kann 1000% steigen, aber nur 100% fallen….

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