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Kiki Kausch und ihre Promi-Shootings in Diekmanns Büro: ein Kuss von Kevin Costner und Ben Stiller als Bild-Chef

Fotokunst aus Diekmanns Büro: Kiki Kausch knipst, wenn die großen Stars zu Bild kommen
Fotokunst aus Diekmanns Büro: Kiki Kausch knipst, wenn die großen Stars zu Bild kommen

Alles begann mit einem Schnappschuss von Karl Lagerfeld in New York – heute hat Kiki Kausch regelmäßig Stars wie Ashton Kutcher, Matthew McConaughey, Cameron Diaz oder Kevin Costner vor der Linse. Zu verdanken hat die Fotografin und ehemalige ZDF-Redakteurin diese Möglichkeiten unter anderem Bild-Herausgeber Kai Diekmann. Hat die Zeitung Stars zu Gast, ruft er Kiki Kausch – zum Drei-Minuten-Shooting, wie die Fotografin im MEEDIA-Interview verrät. Aktuell stellt sie die Fotos aus dem Herausgeberbüro in Frankfurt aus.

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Sie waren mal ZDF-Nachrichtenredakteurin und haben sich dann für die Fotografie entschieden: Wieso der Wechsel?
Ich habe acht Jahre lang für “ZDF heute” und das “heute journal” gearbeitet, habe dann aber neue Prioritäten gesetzt. Und zwar meinen Ehemann zu begleiten, den ich – klassischerweise – beim Betriebsfest kennengelernt hatte. Es ging nach Wien und letztlich New York, wo ich meine ersten Fotos schoss.

Von einem internationalen Mega-Promi.
Das war am Ende reiner Zufall. Mein Mann schenkte mir eine neue Kamera und die ersten drei Fotos machte ich dann von Karl Lagerfeld, der gerade vor unserem Hotel ein Foto-Shooting abhielt, und sich zu der Zeit in einer interessanten Entwicklung befand. Er wandelte sich gerade von einem etwas pummeligen Modedesigner zu einem jetzt erschlankten Rockstar. Ich stellte erst später fest, dass diese drei Fotos sehr gut zusammenpassten und eine kleine Szene dokumentierten.

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… die es dann sogar in eine Ausstellung von und über Karl Lagerfeld schafften.
Damit habe ich mich aber noch nicht als Fotografin gefühlt. Der Galerist der Ausstellung sagte damals sogar zu mir, ich brauchte überhaupt nicht zu glauben, dass ich jemals ein Foto verkaufen werde. Das war natürlich sehr motivierend… (lacht) Das Lagerfeld-Foto ging dann für einen fünfstelligen Betrag weg – und ich hatte erst einmal ein schlechtes Gewissen.

Sie haben dem Galeristen das Gegenteil bewiesen – sollte es nicht eher Genugtuung gewesen sein?
Ich hätte nicht gedacht, dass ich das Bild direkt verkaufen würde – als Journalistin war man solche Summen ja auch nicht unbedingt gewohnt. Dieser Erfolg war aber die Motivation, mich weiter mit der Fotografie zu beschäftigen und damit eine Leidenschaft zu entdecken, von der ich noch nichts wusste.

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Worauf achten Sie bei Ihrer Art der Fotografie?
Mir fällt auf, dass ich immer nach schönen Dingen suche. Der Alltag von Nachrichtenredakteuren wird geprägt von vielen hässlichen und grausamen Bildern. Als Fotografin wollte ich also nicht noch das Elend auf der Straße abbilden, sondern erfreue mich an lustigen und erfrischenden Motiven.

Sie machen viele Porträtaufnahmen, die immer auch die Geschichte eines Menschen erzählen. Fotografieren Sie als Künstlerin oder als Journalistin?
Ich will da keine klare Grenze ziehen. Die Journalistin fotografiert immer mit, bleibt allerdings im Hinterkopf. Als Fotografin ist es wichtig, sich in Situationen, Menschen und Geschichten hineinvertiefen zu können, man muss auch einordnen können. Das sind Eigenschaften, die ich im Journalismus gelernt habe. Die Fotografie an sich hat aber wenig mit Journalismus, wie ihn die Bild-Zeitung beispielsweise macht, zu tun.

Fotografieren Sie auch deshalb nicht für Bild?
Ich mache keine Auftragsarbeiten. Die Fotos, die bei Kai Diekmann im Büro entstehen, sind für mein Portfolio und für meine Ausstellungen. Dass Fotos von mir in der Bild-Zeitung gedruckt werden, ist bislang zwei oder drei Mal geschehen. Das Fotografieren ist dann ganz anders, weil die Zeitung natürlich auch noch andere Fotos benötigt, die dem journalistischen Anspruch perfekt bedienen. Zum Beispiel bei dem großen Bild-Interview mit Angela Merkel im Herbst, in ihrem Büro.

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Wie ist es dazu gekommen, dass Sie regelmäßig in Kai Diekmanns Büro fotografieren dürfen?
Das entstand aus einer zufälligen Begegnung heraus. Kai Diekmann interessiert sich sehr für Kunst und für Fotokunst im Speziellen, wir haben viele Gemeinsamkeiten festgestellt. Es war viel Sympathie, weshalb er mir seine heutige Herausgeber-Tür geöffnet hat, durch die ich nun seit drei Jahren immer wieder gerne gehe, und die mir einen exklusiven Zugang zu vielen großen Prominenten verschafft. Ich glaube, wir sind beide sehr glücklich über dieses Projekt.

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Sie nehmen sich für ihre Fotos mit den Stars nur drei Minuten Zeit. Wieso?
Drei Minuten bedeutet eine kurze aber intensive Begegnung. Ein Foto, das in dieser Zeit nicht gelingt, wird nach einer Stunde nicht besser. In drei Minuten sind das Objekt vor der Linse und ich dahinter angespannt – ich finde das sehr reizvoll. Für meine Fotografie ist es auch wichtig, dass der Prominente und ich komplett alleine im Raum sind. Nachdem die Promis also die Redaktion besichtigt haben, die Interviews geführt und alle wieder im Büro des Herausgebers angekommen sind, kommt irgendwann der Moment, in dem Kai Diekmann genauso höflich wie bestimmt alle Anwesenden aus seinem Büro befördert. Erst dann erfahren die Prominenten von meinem Anliegen, es ist also eine völlige Überraschung für sie und für beide Seiten eine Herausforderung. Denn erst dann kommt mir beispielsweise die Idee, Ben Stiller hinter Kai Diekmanns Schreibtisch zu setzen und ihn Chefredakteur spielen zu lassen.

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Wer war für Sie die angenehmste Begegnung?
Das waren zwei: Einmal Matthew McConaughey, mit dem ich zufälligerweise einen gemeinsamen Bekannten habe – da war das Eis schnell gebrochen. In der Regel versuche ich nicht, die Leute vor der Kamera zu animieren. Beim Sexiest Man Alive konnte ich allerdings nicht widerstehen, ihn um einen Striptease zu bitten, was er dann auch tat! Er kam zwar nicht weit bei 3 Minuten, was uns natürlich klar war, aber tolle Bilder…!!!
Wirklich verlegen gemacht, hat mich Kevin Costner, der selbst etwas unsicher war – weshalb genau, kann ich auch nicht sagen. So etwas soll manchmal passieren, wenn sich Männer und Frauen begegnen. Aus diesem Shooting heraus ist eine meiner Lieblingsarbeiten entstanden, weil man ihr ansehen kann, dass dort etwas Spezielles passiert ist.

Etwas Spezielles?
Im Raum war etwas, das man nicht sehen konnte, eine Spannung. Auf den Bildern erkennt man sie wieder. Ich bin nach dem Termin sehr schnell gegangen und habe Kai Diekmann nicht mehr getroffen. Er rief mich danach an und fragte, wie es war. Ich antwortete: Er hat mich zum Abschied auf den Mund geküsst. Auf der anderen Seite der Leitung war Stille.

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Was war für Sie die unangenehmste Begegnung?
Die gab es bislang eigentlich nicht. Die Schauspieler, die ich treffe, sind natürlich sehr professionell und haben mich zumindest nicht spüren lassen, dass sie mich eventuell nicht mögen. Bei wem ich anfangs nicht so interessiert war, ihn zu fotografieren, war Borat-Schauspieler Sacha Baron Cohen. Da war bei mir der Funke nicht übergesprungen, obwohl er natürlich unheimlich vielseitig und interessant ist. Hinzu kam, dass ich an diesem Tag nicht einmal meine Kamera dabei hatte und mit einem kleinen Ersatzgerät unterwegs war – ich hatte insgeheim sogar gehofft, dass er sich deshalb nicht fotografieren lassen will. Es geschah aber das Gegenteil: Er kannte die Kamera, weil er sie selbst besaß und war ganz angetan. Am Ende war es ein gutes Shooting, dessen Ergebnisse wunderbar in die EM-Zeit passen, weil er im Trikot der Nationalmannschaft erschienen war.

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Wieso haben Sie den Gastgeber für ihre Bilder, Kai Diekmann, noch nicht porträtiert?
Er sieht einfach nicht gut genug aus (lacht).

Über diese Blumen freut er sich bestimmt.
Es wird sicherlich irgendwann mal einen Grund geben, Kai Diekmann zu fotografieren. Natürlich kann man einfach irgendwelche Faxen machen und dabei Fotos schießen. Das fänden wir beide aber nicht richtig – und darüber hinaus mangelt es nun wirklich nicht an Fotos von ihm. Wenn ich ihn porträtiere, muss es etwas Besonderes sein. Am liebsten hätte ich ihn im Tarzan-Outfit.

 

Die „Sky&Stars“-Ausstellung läuft bis Ende Juli im Frankfurter Taunusturm

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Alle Kommentare

  1. Die Fotos der Dame sind allenfalls Durchschnitt, manche sind nicht einmal scharf… Wer zu einem Promi-Shooting keine passende Ausrüstung für gute Qualität mitbringt, ist für mich ein Stümper. Offenbar kommt sie nur über Beziehung, nicht über Qualität in den Genuss der exklusiven Shootings. Der einzige, der wirklich was drauf hat bei Springer in Berlin, ist Jens Joch. Das muss man neidlos anerkennen, der hat’s drauf. Auch er wird übrigens von Springer „beliefert“ mit den Stars, zudem hilft es, enge Beziehungen in die warme Promi-Abteilung der Bild zu unterhalten.

      1. Stimme zu die Fotos sind langweilig, berühren nicht sdie Seele und beliebig – also lieber Nachrichten redakteuerin als Fotografin.

  2. Was ich übrigens interessant, komisch und rückblickend (das Bild stammt ja aus dem Herbst 2015) sogar schon prophetisch finde:

    Merkel hält uns allen das in der BILD abgedruckte Grundgesetz vor die Nase – neben Deutsch sogar noch auf Arabisch – aber sie selber wirft keinen Blick darauf!

    So hat sie in der Flüchtlingskrise dann ja bekanntlich auch gehandelt – und tut dies bis zum heutigen Tag.

    Gesetze, wie das GG Artikel 16a, Absatz 2 oder die Dublin-Verträge sind für Merkel halt nicht wichtig, wenn sie stören und werden gnadenlos gebrochen, Amtseid nun hin oder her.

  3. Wie jetzt: Die Dame will nicht für BILD fotografieren und Ihre Fotos seien laut ihrer eigenen Aussage dort nur zwei- bis dreimal gedruckt worden?

    Dafür ruft Kai sie aber regelmäßig zu jedem Promibesuch und sie geht ebenfalls regelmäßig seit drei Jahren bei Kai Diekmann ein- und aus? Zum Fotografieren oder zu was?

    Und in BILD erscheinen Costner, McConaughey, Borat und Merkel (wären schon mal vier)? BILD selbst berichtete gestern und zeigte ihre Fotos von Steven Spielberg, Matt Damon und Justin Timberlake? Das wären dann schon mal sieben Kandidaten.

    Also irgendwas stimmt da nicht mit obigem Interview. Könnte ich als Schlußredakteur nicht durchgehen lassen

    1. „Könnte ich als Schlußredakteur nicht durchgehen lassen.“

      Es ist Samstag und es sind über 30 Grad. 🙂

      Alle sind zu Hause, Artikel werden am WE auf Meedia sowieso (fast) nicht geschrieben und der Autor wird vermutlich der einzige sein, der überhaupt zeitweise da ist.

      Falls er den Artikel nicht gleich ganz von zu Hause aus einstellt, was ich nämlich vermute.

      So geht Journalismus heute…

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