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Traditionsreiches Fachmagazin Musikmarkt wird nach 57 Jahren eingestellt

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Die erste Musikmarkt-Ausgabe aus dem Juni 1959 und die aktuelle aus dem Juni 2016

Bittere Nachricht aus der Fachmedien-Welt: Nach rund 57 Jahren wird im Juli das Branchenmagazin Musikmarkt eingestellt. "Trotz vieler Innovationen, zahlreicher neuer Ideen und der permanenten Anpassung an die Entwicklungen des Marktes, hat die wirtschaftliche Situation eine Weiterführung des Titels nicht mehr zugelassen", teilt der Chefredakteur Stefan Zarges mit.

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Der Musikmarkt war Mitte 1959 zum ersten Mal erschienen und wurde direkt zum wichtigsten Medium in der deutschen Musikbranche. Von Beginn an ermittelte der Musikmarkt die offiziellen deutschen Charts – und tat das bis in die 1970er-Jahre hinein, bevor Media Control übernahm. Erst 1993 bekam der Musikmarkt nennenswerte Konkurrenz durch die Musikwoche, die mittlerweile bei Busch Entertainment Media erscheint. Der Musikmarkt wurde 2004 vom Josef Keller Verlag ausgegründet und erscheint seitdem in München unter eigenem Dach.

2012 wurde die Erscheinungsweise des Musikmarkts nach 14-täglich und wöchentlich auf nur noch monatlich umgestellt. Wöchentliche Charts-Service-Hefte ergänzten das Magazin. Laut aktueller Mediadaten liegt die verbreitete Auflage des Musikmarkts noch bei 4.370 Exemplaren. Ende der 1990er-Jahre waren es laut IVW noch fast 10.000. Wie gut sich die Musikwoche, die immer noch fast wöchentlich erscheint – mit zehn Doppelnummern pro Jahr – verkauft, darüber schweigt der Verlag auch in den Mediadaten.

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Der Musikmarkt gibt nun jedenfalls auf. In einer Mitteilung an die Leser schreibt Chefredakteur Stefan Zarges: „Trotz vieler Innovationen, zahlreicher neuer Ideen und der permanenten Anpassung an die Entwicklungen des Marktes, hat die wirtschaftliche Situation eine Weiterführung des Titels nicht mehr zugelassen.“ Auch online wird es das Magazin nicht mehr geben. „Dass es der Branche nach den langen Jahren der Krise und des Pessimismus gelungen ist, sich einmal mehr neu zu erfinden, hat auch uns optimistisch gestimmt. Dass wir diese positive und erfolgreiche Entwicklung in Zukunft nicht mehr begleiten werden, ist sehr schade.“

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Alle Kommentare

  1. Traditionsreiches Fachmagazin – das mag ja sein aber

    „Tradition ist nicht das Halten der Asche, sondern das Weitergeben der Flamme.“

    schrieb einst Thomas Morus.

    (Gekapert wurde der Satz dann später von Benjamin Franklin, Jean Jaures, Gustav Mahler, Ricarda Huch und sogar von Johannes XXIII.)

    Trotz all der schönen Worte zum Abschied: Irgendwas muß bei der Anwendung des o.g. Hinweises also schief gelaufen sein.

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