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Nach Kritik von Petry und Journalisten: KJS verteidigt „Faktenzoom“-Projekt

Schüler der Kölner Journalistenschule haben Aussagen von Politikern überprüft
Schüler der Kölner Journalistenschule haben Aussagen von Politikern überprüft

Die Leitung der Kölner Journalistenschule verteidigt in einem Kommentar das Schülerprojekt "Faktenzoom", für das die angehenden Journalisten Aussagen von Politikern in Talkshows überprüft haben. Man habe ein "mutiges Projekt" gestartet, dessen Ergebnis nun mal nicht jedem gefalle. Die Recherche ist zuvor von AfD-Politikerin Frauke Petry sowie einigen Medienjournalisten kritisiert worden.

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„Mit Faktenzoom haben unsere Studenten ein mutiges Projekt gestartet. Es setzt sich mit einem Thema auseinander, das offenkundig viele Menschen interessiert, der Frage nämlich, wie genau es Politiker bei ihren Talkshowauftritten mit der Wahrheit nehmen. Das Ergebnis, das unsere Schüler zutage fördern, gefällt nicht jedem, auch deshalb hagelte es Kritik. Das müssen wir aushalten“, schreibt die Leitung der Journalistenschule auf ihrer Homepage sowie bei Facebook. „Faktenzoom hat etwas bewegt, etwas in Gang gesetzt. Es ist ein Versuch, sich der Frage, ob man Politikern ohne weiteres Glauben schenken kann oder nicht, durch Recherche zu nähern statt mit Parolen. Die Debatte darum wird weitergehen. Dazu haben wir einen Teil beigetragen, und darauf sind wir stolz.“ Dem Faktenzoom sei mehr Aufmerksamkeit zuteil geworden, als man erwartet habe.

Das lag auch daran, weil die Journalistenschüler für ihre Recherche harsche Kritik einstecken mussten. Kurz nach Veröffentlichung der Ergebnisse empörte sich AfD-Chefin Frauke Petry, die als Politikerin mit den meisten Falschaussagen identifiziert worden war. Petry versuchte einige Aussagen zu widerlegen, lieferte aber nur wenige Fakten. Kontrovers diskutiert wurde das Projekt unter Medienkritikern. So bezeichnete Stefan Niggemeier die Methodik der Untersuchung als „Murks“ und kritisierte, dass von den Politikern getätigte Aussagen redigiert und dadurch teilweise umgedichtet worden seien. Das Argument, dass die Schule den Politikern die Zitate erneut zur Autorisierung vorgelegt habe, wollte Niggemeier nicht gelten lassen. Angegangen wurde der Faktencheck auch vom Handelsblattjournalisten Norbert Häring, der als falsch recherchierte Aussagen des CSU-Politikers Markus Söder nachprüfte und in den meisten Fällen das Gegenteil bewies. Auch MEEDIA kritisierte den Faktenzoom und bemängelte vor allem das Kategoriesystem.

Dazu erklärt die Journalistenschule, dass es sich bei dem Projekt um keine wissenschaftliche Studie handelt. Es sei als journalistisches Projekt gedacht und umgesetzt worden. „Der Ansatz unserer Schüler, Aussagen in bestimmte Kategorien einzuordnen (etwa in „Nicht prüfbar“ oder in „Tatsachenbehauptung“), ist nachvollziehbar. Auch die Übersetzung der mündlichen Aussagen in den Talkshows in schriftliche Behauptungen auf der Website ist legitim. Schließlich steckt in manchem vor laufender Kamera geäußerten Satz ein halbes Dutzend Behauptungen, die einzeln überprüft werden müssen.“

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Darüber hinaus verweist man darauf, dass es auch Lob seitens der Politik gegeben habe und die betroffenen Politiker die (veränderten) Zitate vorab vorgelegt bekommen hätten. Dennoch gesteht die KJS ein: „Faktenzoom ist nicht perfekt. Unter den mehr als 700 überprüften Aussagen gibt es einige, bei denen Spielraum für Interpretationen bleibt. Es gibt schriftliche Versionen mündlicher Aussagen, die man besser hätte formulieren können. Und auch über die Einordnung mancher Aussage in eine bestimmte Kategorie (etwa in Tatsachenbehauptung oder Allgemeinwissen) kann man streiten.“

Die Schule will nun einige Kritiker einladen, um mit ihnen über das Verfahren und mögliche Verbesserungen zu sprechen: „Denn wir glauben an die Idee, die unsere Studenten hatten und halten sie für wichtig.“

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Alle Kommentare

  1. 1. Es sind nicht einzelne „rechte Eiferer“, die den immer dreisteren volkspädagogischen Anmaßungen von „Journalisten“ entgegentreten. Immer mehr freie Bürger verwahren sich dagegen, dass sich Medien ohne jede Legitimität als „Vierte Gewalt“ im Lande aufspielen. Der unvergessene Frank Schirrmacher hat treffend gesagt, sie spielten sich als ständig die Moralkeule schwingende „journalistische Übermenschen“ mit dem Anspruch auf zu entscheiden, welche Meinungen und Werthaltungen „erlaubt“ und welche „verboten“ sind. Gegen die vielen kleinen Goebbels-Epigonen in den Redaktionen rührt sich inzwischen Widerstand. Nur noch – wohl sehr einfältige – Minderheiten haben Vertrauen in deutsche Medien. Der DJV beklagt,

    https://www.djv.de/startseite/service/blogs-und-intranet/djv-blog/detail/article/wenig-vertrauen-in-nachrichten-und-journalisten.html

    dass nur 28% der Jüngeren an die Unabhängigkeit von Journalisten und Medien glauben. Da sollte man sich nicht wundern, wenn das schleimig-„kollegiale“ Schulterklopfen für die Agitprop-Volos von der Ex-Stasi-Klitsche in Köln nicht gut ankommt.

    2. Eine „gesetzlich gebotene journalistische Sorgfaltspflicht“ gibt es nicht; sie ist – wie vieles im deutschen Gesinnungsjournalismus – frei erfunden. Niemand muss es hinnehmen, von dumm manipulierenden „Nanny“-Journalisten falsche Zitate untergeschoben zu bekommen. Niemand muss auf die Aufforderung, zu geplanten Veröffentlichungen „Stellung zu nehmen“, reagieren. Eine unterlassene Stellungnahme hat selbstverständlich nicht den Verlust des Anspruchs auf vollständige und wahre Berichte (und auf Unterlassung, Widerruf und Schadenersatz) zur Folge; „selber schuld“ ist Unfug. Das gilt vorliegend für Frau Petry ebenso wie für Herrn Laschet. Die Hybris von „Journalisten“, sie dürften Dinge, die andere nicht dürfen, stünden über dem Recht und hätten einen „Auftrag vom Grundgesetz“, kann (z.B. beim LG Hamburg) sehr teuer werden – und muss es wohl auch, damit bei „Reschke-TV“ und „Prantl’s Volkslehranstalt“ endlich seriöser, d.h. streng Fakten-orientierter Informations-Journalismus nach dem einzig professionellen Motto „Ein guter Journalist macht sich keine Sache zu eigen, auch keine gute“ einkehren. Die breite Mehrheit will „Fakten, Fakten, Fakten“ und interessiert sich nicht für die privaten politischen Glaubensbekenntnisse journalistischer Minderleister.

    Und Köln? Abwickeln. Solche „Journalisten“ braucht niemand.

    1. Bravo! Alles gesagt. Man könnte noch hinzufügen: Und wer sich als Journalist immer wieder auf die Zusammenfassung von Bertelsmann zu ihren eigenen „Bertelsmann-Studien“ verlässt und das verbreitet, ohne zu hinterfragen WELCHEN EINFLUSS NIMMT BERTELSMANN DAMIT AUF DIE GESELLSCHAFT UND WAS WILL DA WER ZU WESSEN VOR- ODER NACHTEIL ERREICHEN? gehört auch zu den so wunderbar geschilderten Nanny-Journalisten, die glauben, sie hätten ein Anrecht darauf, ihre persönliche, eigene Meinung im Namen der Pressefreiheit zu verbreiten.

  2. Und wieder einmal hantiert man mit Nebelkerzen. Es geht wohl kaum darum, ob ein Ergebnis einer (offensichtlich wohlfeilen, wenn nicht gar „bestellten“ ) Datenerhebung jemandem schmeckt oder nicht, sondern darum, ob der so genannte „Faktenzoom“ etwas mit den Fakten zu tun hat. Was das betrifft, muß ich schon sagen, sieht es bei dem „Projekt“ ziemlich mau aus. Offensichtlich werden einfachste logische Zusammenhänge nicht verstanden, wird eigentlich auf der Hand Liegendes nicht begriffen, weil man dies offensichtlich betont nicht verstehen will, weil es lediglich darum geht, ein aus ideologischen Gründen heraus bereits feststehendes Ergebnis zu „belegen“. Wenn das der Journalismus von morgen sein soll, dann unterscheidet der sich allerdings kaum von dem, was wir heute unter dem Begriff vorzufinden haben.

  3. Von woher schwärmen eigentlich bei jedem AfD-/Pegida-Artikel augenblicklich die rechten Eiferer aus, die sich wie auf Knopfdruck besabbern in ihrer Journalisten-Schelte? Kriegen die dafür Geld? Gibt es so etwas wie organisierte rechte Foren-Schreiber? Offenbar ja.

    Diesen Herrschaften einmal grundsätzlich zur Kenntnis: Der gesetzlich gebotenen journalistischen Sorgfaltspflicht ist absolut Genüge getan, wenn u.a., wie in der Kölner Untersuchung geschehen, den Betroffenen ihre (veränderten!) Zitate vorab vorgelegt werden. Wer dies nicht zu einer Stellungnahme nutzt, ist selber schuld. Zitate darüber hinaus autorisieren zu lassen, ist eine typisch deutsche journalistische Unart, die es in vergleichbaren anderen Ländern nicht gibt. Aber der Untertanengeist ist hierzulande ja noch längst nicht tot…

  4. Es ist erstaunlich, was die hochprofessionellen Enthüller-„Journalisten“ in der Sache „Faktenzoom“ so alles „vergessen“. Das scheint Methode zu haben, denn nichts ist ja so schwer zu widerlegen wie Schweigen.

    Die „Kölner Journalisten-Schule“ ist als Diversions- und Anwerbe-Projekt der damaligen „DDR“-Staatssicherheit vom Stasi-Agenten Heinz Stuckmann gegründet und bis nach der Wende geführt worden. Bis heute ist nicht klar, wen aus dem Kreis der „Schüler“ er für die Stasi angeworben hat und was diese journalistischen Perspektivagenten heute so treiben. Stuckmann (inzwischen verstorben) wurde gerichtlich verurteilt; er hat sich stets zum verbrecherischen Sozialismus bekannt.

    Die etwas verspäteten Stasi-Eleven von der „Kölner Journalisten-Schule“ – der Kursus sollte wohl „Wie betreibe ich Desinformation beim Klassenfeind?“ heißen – sind bekannt. So lässt sich immerhin gewährleisten, dass kein Verlag sie demnächst aus Versehen als Jung-Redakteure einstellt und so dafür sorgt, dass der „Lügenpresse“ die Reservisten nicht ausgehen.

    Denn nach Geschichte und Anmutung dessen, was die jugendlichen Kölner Polit-Eiferer (trägt man Blauhemd?) nun zur „Verteidigung“ ihrer unprofessionellen Desinformation zum Besten geben, ist der Verdacht begründet, an der „Mission“ der 1968 (!) begonnenen geheimen Stasi-Dependance habe sich allenfalls der Geldfluss aus Ost-Berlin geändert. Vielleicht spendiert die mit der SED identische „Links“-Partei eine „Karl-Eduard von Schnitzler-Gedächtnis-Professur“ – dann können sie weitermachen „Vorwärts immer, rückwärts nimmer“.

    1. Danke für die Hintergrundinformationen, die für mich neu war. Aber wahrscheinlich kennt sie ausnahmslos jeder hier, außer mir, als Nicht-Journalisten.

      Es muss so sein, denn anderenfalls hätte Meedia diesen wichtigen Punkt doch sicher in seinen Artikeln erwähnt …

      Nun, Wikipedia hat mir jedenfalls weitergeholfen:

      https://de.m.wikipedia.org/wiki/Heinz_D._Stuckmann

  5. Das Projekt ist deshalb so wichtig, damit auch die zukünftigen Journalisten frühzeitig lernen, gegen die AfD zu schreiben.

  6. Ich muß vermuten, daß es garnicht darum ging ein objektives Bild zu zeichnen, sondern die Ergebnisse schon von Anbeginn an festgestanden haben.

  7. Wenn selbst dem journalistischen Nachwuchs nichts besseres einfällt, als reflexartig das politische Establishment zu stützen, anstatt die Finger in die Wunden problematischen Regierungshandelns zu legen, dann gute Nacht Deutschland.

  8. „Das Ergebnis, das unsere Schüler zutage fördern, gefällt nicht jedem, auch deshalb hagelte es Kritik. “

    HALLO? Ihr seid zu blöd, einfachste Fakten nachzuprüfen, wendet ein obskures System zum Ausschluß von Aussagen an, veröffentlicht falsche Ergebnisse und seib beleidigt, wenn es Kritik hagelt?

    Es geht nicht darum, ob es gefällt. Es geht darum, dass das Ergebnis Scheisse war.

    Und jetzt kommt ein selbstgefälliger Artikel, der vor Selbstbeweihräucherung strotzt und keinerlei Einsicht zeigt.

    Danke – auf so gründlich ausgebildete „Journalisten“ oder eher „Journaille“ verzichte ich in Zukunft dankend.

  9. „Mit Faktenzoom haben unsere Studenten ein mutiges Projekt gestartet….“

    Haha, selten so gelacht. Mutig ist hier niemand sondern nur feige. Es war ein Projekt der „Trittbrettfahrer“. Unbekannte Nachwuchsjournalisten wollen sich einen Namen machen indem sie auch nur auf den Zug auspringen der von den Mainstreammedien gelenkt wird. „Bashing“ heißt der Zug und auf den sind die jungen Journalisten aufgesprungen.
    Hätten sie mit ihrer ‚Studie‘ der Meinung des Mainstreams widersprochen wären sie ‚mutig‘ gewesen. Aber um Karriere zu machen ist dies nicht hilfreich. So geht man eben den Weg des geringsten Widerstandes und schließt sich der Meinung des Systems an. Sie wollen ja schließlich alle einen Job im System. So wie damals.

  10. Das Projekt hat in den Kommentaren ausreichend Feedback zur fehlerhaften Recherche bekommen, aber bis heute bleiben die falschen Prozentzahlen in der Überschrift stehen. Selbst dann, wenn die Projektmacher in der Kommentarfunktion Fehler eingestanden haben, wurden die falschen Prozentzahlen nicht geändert.

    1. Die Zahlen werden genau dann berichtigt werden, wenn das Thema in den Medien durch ist und garantiert kein Massenmedium sich noch einmal mit diesem Projekt befassen wird.

      Das Ziel ist es, die falschen Ergebnisse in die Köpfe der Leute zu hämmern, nicht etwa die Wahrheit.

  11. Kritik entgegnet man keine Gegen-Kritik. „Bei dir in der Küche sind sicher viel mehr Bakterien“ ist kein sinnvolles Argument eines Profi-Koches gegen eine negative Amateur-Online-Rezension.

    Früher hat man also Politikern pauschal geglaubt und nix kontrolliert ??? Seit Nixon sollte sich das geändert haben…

    Gesagt ist gesagt. Gesagte Worte kann man buchstabengetreu aufschreiben. Danach extrahiert man die Einzel-Aussagen und hat natürlich immer die GESAGTE Aussage daneben stehen. Wofür gibts Tabellen und Felder in Excel.
    Und wenn man schlau ist, lässt man das Volk Feedback geben und erkennt Mehrdeutigkeiten durch die Crowd und DANACH erst fängt man an, + und – oder Wahr oder Falsch dranzuschreiben und ganz zum Schluss erst wenn so ziemlich alles klar ist, zählt man die Punkte zusammen. Wasch- und Spülmaschinen haben auch mehrere Waschgänge.
    Das ist kein Print-Text der zum Termin fertig sein muss und ein mehrstufiges Projekt wird vom Grundgesetz nicht verboten nur weil das bisher noch nie jemand gemacht hat.
    Und in Foren gibts oft genug Streit, weil eine Formulierung eines News-Textes mehrdeutig ist. Genau sowas sollte man also kennen.
    Man würde also beide Auslegungen aufschreiben und man muss nicht immer ein + oder – dranschreiben.
    Ein „Die Landgrenze sind 2600, die See+Landgrenze sind 10.000“ und weil man online ist und nicht platzbegrenztes Print sogar noch die reine Seegrenze und Insel-Grenz-Linien auflisten, erfordert kein glasklares + oder – sondern kann als Kommentar neben der wort-wörtlichen Aussage stehen.

    Seit vielen Jahren will ich schon Transkripte aller Politiker-Aussagen was leider zu hohe Rechtskosten erfordert hätte während eine Journalisten-Schule das natürlich darf und das mit GEZ eigentlich schon bezahlt wurde. +/- und Ergänzungen an den Aussagen wären also inzwischen ganz normal und alle Aussagen aller Politiker, Boni-Manager und Neuer-Markt-Interviews bei Google-Archive und der US-Congress-Bibliothek auf ewig hinterlegt.

    Bei Börsenmeldungen wird oft z.B. dazugesagt wenn es Sonder-Effekte sind und dann oft auch das Quartal eben nicht haarklein verglichen während die IT-Presse bisher keine Apple-Handy-Zahlen und iWatch-Zahlen verkündet obwohl deren Web-Server die Zahlen genau statistisch belastbar kennen und das zu jedem Quartalsbericht dazugehört.
    Hier wird ja auch gerne Mail statt Postbrief bzw. Email geschrieben oder Speicher statt RAM bzw. FLASH oder auch Ertrag und Erlös statt GEWINN bzw. UMSATZ. Lernt man das bei der Journalistenschule ? In Japan gibts Nachschulungen für Eisenbahn-Fahrer. Für Journalisten sollte man das auch einführen also Schüler-Projekt wo man Unklarheiten in Leistungs-Qualitäts-Medien-Texten aufdeckt (auflistet weil das Google-Alerts-Suchen schnell finden würden). Dann lernen die das hoffentlich endlich wenn man vorgefertigte Postbrief-PDFs auflistet welche man als Abonnent dem Herausgeber schicken kann damit bestimmte unklare (oder neulich beispielsweise verpönte) Worte nicht mehr genutzt werden. Google-Alerts findet verpönte Worte für Kleinwüchsige oder andere Gruppen sofort. Der deutsche Presse-Rat oder deutsche Presse-Schule nicht ?

    Der Trick mancher Politiker ist ja auch, wahre oder unscharfe Aussagen für seine Zwecke zu nehmen welche mit dem weggelassenen Gesamtkontext aber einen anderen Eindruck erwecken würden. Seinen Personalausweis nicht verlängern ist vielleicht Ordnungswidrigkeit, nicht stundenlang beim wenig digitalisierten Ausländeramt sein Visa oder Aufenthaltsgenehmigung verlängern ist vielleicht gleich eine Straftat. So kommen dann Zahlen zusammen welche man einseitig auslegen kann.

    Illegal eingewanderte Mexikaner in USA werden überwiegend schauen nicht von der Polizei erwischt zu werden und sich sehr unauffällig verhalten also vielleicht weniger kriminell sein als normale Amerikaner. Hummer-Besitzer hingegen fallen wohl durch erhöhte Strafzettel-Anzahl auf.
    Ronald Reagan wird als Wirtschafts-Hero gefeiert. Vielleicht hatte er nur (wie auch Clinton) Glück und die Hausse/Wirtschafts-Konjunktur-Flut/Ebbe war synchron zu seiner Regierung während W. Bush Obama die Lehman-Krise hinterlassen hat und Trump die nächste Rezession auch bekommen wird. D.h. viele Aussagen sollte man gar nicht als wahr oder unwahr bewerten sondern eine +/–Liste daneben und nach Votes sortiert eine Spalte wieso Reagan gut war und eine Spalte wieso nicht und auf eine Gesamtbewertung verzichten. Bei Schrödingers Katze sagt ja auch keiner das Ergebnis. Genau weil man es nicht weiss…
    Gute Online-Presse liefert das bis heute nicht weil keiner die Tradition des platzbeschränkten Print zugunsten vollständiger 360-Artikel (welches dummerweise mit Videobrillen und Panorama-Fotos/Videos verknüpft werden wird aber halt nicht nur Augen-360 sondern auch inhaltlich-360=vollwertig) verlassen hat.

    Vielleicht sollte ich mir einen Milliardär oder Autokraten als Beschützer (Geld braucht man dafür nicht) suchen und die Wahrheit besser verkünden als die meisten Diplom-Journalisten welche uns schon vor dem neuen Markt und der nächsten Rezession nicht beschützt haben und weder Flash noch RAM oder Gewinn und Umsatz unterscheiden. Wird man immer noch nach Buchstaben bezahlt und nutzt daher „Speicher“ statt RAM bzw. Flash aber verzichtet zugunsten GB auf „GigaByte“ oder z.b. MegaBit/sek weil man platzbegrenzte Kurzberichte gelernt hat ?

    Davon abgesehen sollte man als Diplom-Journalist natürlich sofort nachfragen worin sich eine wissenschaftliche Studie vom Schüler-Projekt unterscheiden würde.
    Wenn da so viele beteiligt sind, stellt sich die Frage wer überhaupt seine Meinung nennen darf oder ob es wirklich keinem aufgefallen ist oder man die Aufgaben so klein gemacht hat, das keiner den Überblick hatte. Per wissenschaftlicher Definition ist ja klar das der durchschnittliche IQ mindestens 100 sein muss wenn es keine Aufgabe für Bart Simpson und Nachsitzer war.
    Zu jedem offensichtlichen Kritik-Punkt sollte jeder in der Gruppe ein paar Worte sagen und auch was man besser machen muss und die anderen parallel Daumen hoch/runter und dann der nächste evtl mit einem Token (Münze, Bierdeckel,…) welcher herumgeht wer grade reden darf bzw. weil man effizient ist wer als nächstes reden will bis der aktuelle Redner abwinkt. Aber solchen trivialen Team-Meinungs-Erfassungs-Techniken kennt wohl keiner weil vielleicht schulmäßiger Frontalismus und Top-Down-Absegnen und bejubeln von Hinterzimmer-Entscheidungen vielleicht wichtiger ist. Heutzutage macht man sowas übrigens als erfolgreicher Teamleiter online am Handy und jeder sieht am SmarTV wo es noch Redebedarf/Kritik/Zustimmung/Ablehnung in der Teambesprechung gibt und kann sogar Punkte einbuchen.
    Ausser Fußball-WM fallen mir leider keine erfolgreichen deutschen Projekte ein.

    Wegen dem anderen Artikel: Ich sehe immer noch keine offizielle klare Unterscheidung zwischen platzbegrenztem Print und vollwertigem Online-Journalismus: FastFood in kleinen genormten Einheits-Boxen vs. Chinesisches Drehteller-Menü wo die Familie satt wird und nach 3 Minuten das erste Essen verfügbar drin dreht und jeder sich herauspickt (oder online halt aufklappt wo der unterschied bei USB3.1 jetzt ist oder USB-C-Stecker oder was der aktuelle Preis für DSL25.000 sind) was er will oder halt a-la-carte statt genormte Schalen und Rechtecke wie in der Kantine oder Militär.

  12. Es geht nicht nur um die Kategorisierung in wahr/falsch, sondern auch um die Anzahl der Aussagen, bei Petry 36 und Söder 32. Wie soll man nach so wenigen Aussagen eine repräsentatives Ergebnis für die Argumentation dieser Politiker erhalten? Das wurde dann auch noch mit Laschet/Oppermann verglichen, die 74 oder mehr Aussagen hatten, also mindestens doppelt so viele. Das ist dann nicht mehr die gleiche Repräsentativität also kann man dies im Prinzip nicht vergleichen. Wenn jetzt alle Politiker einen zusammenhängenden 15-20 minütigen Vortrag hielten, dann machen solche Faktenchecks vielleicht Sinn, aber bei diesem chaotischen Talk-Show(!!!) Gelaber macht es wohl nur in einigen strittigen Punkten Sinn.
    Meinetwegen kann man ruhig ein paar Aussagen darin haben, die sachlich vielleicht nicht 100% richtig sind, wenn man daneben dann aber auch viele richtig gute Argumente bringt. Denn allein, dass eine Aussage formal wahr ist, macht immer noch kein gutes Argument.

  13. Sorry, aber wenn derlei Nullperformer eine „Journalistenschule“ leiten, wird einem manches klar. Die AfD sagt danke- Petrys allzu treffende Wortschöpfung „Gesinnungsstreber“ wird sein, was von solcherart Unfug bleibt. Manchmal kommen einem da unweigerlich aluhütige Verschwörungstheorien über informelle rechte Wahlhelfer in den Kopf.

  14. Das Selbstlob „ein mutiges Projekt“ stimmt nicht, denn die Kernaussage „Petry-Afd lügt am meisten!“ ist keine „mutige Opposition“ sondern stützt die Regierung. Die „Mit mir wird es keine Maut geben“-Kanzlerin Merkel, die ja zwei Minister*innen wegen Betrug entlassen mußte und andere Politiker werden als seriöser und glaubwürdiger als Petry bewertet. Was ist daran richtig und mutig?
    Und die „mehr Aufmerksamkeit als erwartet“ ist deswegen zustande gekommen, da das Statement von der „Lügenbaronin Petry“ in großer Aufmachung von den Qualitätsmedien überall als Statement abgedruckt wurde.

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