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Bauer stellt Society-Magazin People ein, Chefredakteur Tom Junkersdorf muss gehen

Schafften es nicht, People dauerhaft am Markt zu platzieren: Chefredakteur Tom Junkersdorf und Konzerngeschäftsführer Jörg Hausendorf
Schafften es nicht, People dauerhaft am Markt zu platzieren: Chefredakteur Tom Junkersdorf und Konzerngeschäftsführer Jörg Hausendorf

Aus nach fast eineinhalb Jahren: Nach MEEDIA-Informationen wird die Bauer Media Group das Celebrity-Magazin People am 23. Juni zum letzten Mal an den Kiosk bringen. Nach einem erfolgreichen Start habe sich das Heft in einem "deutlich veränderten Markt" nicht mehr weiterentwickelt, heißt es in einer internen Mail an die Mitarbeiter. Bauer hatte People im März 2015 aus den USA nach Deutschland importiert. Wie der Verlag auf Nachfrage mitteilte, wird Chefredakteur Tom Junkersdorf das Haus verlassen.

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In einer Mail an die Mitarbeiter, die MEEDIA vorliegt, erklärt Konzerngeschäftsleiter Jörg Hausendorf:

Sowohl im Anzeigen- als auch im Vertriebsmarkt ist People respektabel gestartet. In der Vermarktung lag der Titel 2015 über Plan. Mit der ersten IVW-geprüften Auflage im April 2016 befanden wir uns mit 119.018 Exemplaren im Erwartungskorridor. Leider hat der Titel auf Grund eines sich deutlich veränderten Marktes nicht mehr die Entwicklungsperspektive, die er bräuchte, um unserem eigenen hohen Anspruch an die Wirtschaftlichkeit unserer starken Marken gerecht zu werden.

Wir wollten mit People Deutschland im hochpreisigen Peoplesegment Impulse setzen und Marktwachstum schaffen. Das hat leider nicht funktioniert. Stattdessen hat sich gezeigt, dass einzelne Titel ausschließlich durch Verdrängung in einem rückläufigen Markt zulegen.

Ebenso rückläufig sei das Interesse an Hollywood-Stars:

Wir haben die Berichterstattung von People an die Leserinteressen angepasst, die mehr und mehr bei deutschen Stars und den Royals liegen. Damit entfernten wir uns von der ursprünglichen Idee des Magazins und kommen näher an die Inhalte anderer Titel unseres Hauses heran

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Der Weggang von Junkersdorf kommt überraschend, war er in den vergangenen Jahren doch so etwas die der Erste Journalist im Hause Bauer. Bevor er People aufgebaut und versucht hat, es am Markt zu etablieren, entwickelte er das Celebrity-Magazin Closer, das er von 2012 bis 2014 verantwortete. Gleichzeitig war war „Chefredakteur für besondere Aufgaben“. Insgesamt stand Junkersdorf nun elf Jahre im Dienst des Hamburger Verlagshauses, für das er auch das Jugendmagazin Bravo als Chefredakteur betreute. In den Jahren zuvor arbeitete er die Boulevardmedien von Axel Springer sowie für Gruner + Jahrs Gala.

Jörg Hausendorf zur Trennung: „Wir danken Tom Junkersdorf für seine leidenschaftliche Arbeit als Chefredakteur von People, ebenso für seine Leistungen als Chefredakteur von Closer, bei Bravo sowie für besondere Aufgaben. Er hat in diesen Positionen wichtige Titel der Bauer Media Group über Jahre erfolgreich entwickelt, gestaltet und geprägt.“

Auflagentechnisch sah es für People in der Tat gar nicht so gut aus, wie behauptet. Wie die MEEDIA-Auflagenanalyse zeigt, erzielte People gerade mal 57.698 Kiosk-Käufe und gewann 1.363 Abonnenten (IVW I/2016). Der Rest der Auflage wurde verschleudert.

Mit Bauers US-Import ist in dieser Woche die zweite mit Großaufgebot gestartete Wochenzeitschrift gescheitert. Am gestrigen Donnerstag wurde bekannt, dass Gruner  + Jahr das erst vor 18 Wochen gestartete Woman’s Weekly frei! nicht fortsetzen wird.

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Alle Kommentare

  1. Ich bin auch sehr traurig über die Einstellung, von der ich erst jetzt gelesen habe. Ich habe seit Wochen nach People gesucht, nachdem sie zu meiner Lieblingszeitschrift geworden ist und ich sie in meinem Geschäft nicht mehr gefunden habe. Und jetzt diese Information! Es gibt zig Zeitschriften, die weniger interessante Inhalte haben und die seit Jahren existieren. Manchmal verstehe ich die Welt nicht mehr!

  2. Herr Hausendorf setzt seinen Feldzug gegen die besten journalistischen Mitarbeiter im Hause Bauer also fort…

    Erst der Kahlschlag bei TV Movie und nun also People.

    Wann merkt die Verlegerin endlich, dassZeitschriften etwas anderes sind als Marmelade. Hausendorf kam von „Schwartau“. Die Probleme sind hausgemacht. Die Redaktionen machen gute Arbeit, die von allen anderen Abteilungen des Hauses bombardiert, schlecht vermarktet, schlecht verkauft und kaputt gespart wird.

    Zeitschriften verkaufen sich eben doch über Inhalte, die mit Herzblut produziert sind und nicht über markterforschte, gleichgeschaltete Inhalte. TV Movie besteht ein viertel Jahr nach der Angliederung bei Chefredakteur Uwe Bokelmann ausschließlich nur noch aus kopierten Geschichten aus diversen internationalen Magazinen. Komplett herzlos und belanglos. Geplant und durchgeführt von Herrn Hausendorf. Der, der von „Schwartau“ kam.

    Der Leser wird es danken. Auslagenverluste hausgemacht!

    1. dito !!
      -und möchte gleich noch hinzufügen;

      Im Hause Bauer Verlag scheint so einiges im argen zu liegen.

      Kundenservice und Kundenzufriedenheit sind wohl eher zweitrangige Argumente für eine Zeitung/Zeitschrift oder dagegen.

      Interessante Zeitschriften, so z. B. auch tvwissen (in deren Bekanntheitsgrad nicht gross investiert wurde!) werden mal eben eingestellt..scheinbar liegt auch hier die Priorität nicht in der Zufriedenheit der Kunden sondern bei der Gier Einzelner oder gar eines einzigen….

      „Armes Deutschland“

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