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Mediacom berappelt sich nach VW-Etatverlust: GroupM-Tochter holt Großauftrag von Air China

Muss den Totalverlust des Topkunden Volkswagen kompensieren: Mediacom-COO Dirk Fromm
Muss den Totalverlust des Topkunden Volkswagen kompensieren: Mediacom-COO Dirk Fromm

Es ist ein schwerer Schlag für Mediacom: Die GroupM-Agentur hat jüngst nach 18 Jahren den weltweiten Mediaetat des Wolfsburger Autobauers Volkswagen verloren. Jetzt versucht die Mediaagentur neue Etats an Land zu ziehen. Erste Erfolge zeichnen sich ab. So gewann Mediacom Air China als Großkunden. Erst vor Kurzem hatte sich American Airline für Mediacom entschieden, die für die Airline in Deutschland jetzt eine Digital-Kampagne startete.

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Es war einer der längsten Agentur-Kunden-Beziehungen der Media-Branche. 18 Jahre lang besaß Mediacom den globalen Mediaetat von Volkswagen, der wohl über mehr als 2,5 Milliarden Euro schwer war. Jetzt geht der Mediaetat zum 1. Januar 2017 an das zu Omnicom gehörende Netzwerk PHD. Omnicom ist die Nummer zwei unter den internationalen Werbeholdings. Mediacom hingegen ist eine Agentur-Tochter der GroupM und gehört zur weltweit größten Agenturholding WPP.

Nun hat Mediacom ein halbes Jahr Zeit, um den Etatverlust von Volkswagen wenigstens zum Teil zu verkraften und wettzumachen – offenbar mit einem weiteren Teil-Erfolg. Denn nach MEEDIA-Informationen hat die Agentur jetzt den Etat der staatlichen Fluggesellschaft Air China gewonnen – und dies für die Märkte China, USA, Kanada sowie Deutschland. In Branchenkreisen wird das globale Etatvolumen auf einen mehrstelligen Betrag in Millionenhöhe geschätzt. Verbunden mit dem Auftrag der Fluggesellschaft ist auch eine Brand-Kampagne für Deutschland. Daran beschäftigt sind Burson Marsteller, JWT, TNS sowie Mediacom. Dies erfuhr MEEDIA aus Branchenkreisen.

Mediacom-COO Dirk Fromm konnte erst jüngst American Airline auf seine Kundenliste setzen. Hier bewegt sich das Etatvolumen im „mittleren sechsstelligen Euro-Betrag“ – dem Vernehmen nach zwischen 500.000 bis 700.000 Euro. Die Etate von Air China und American Airlines repräsentieren zusammen ein Volumen in der Höhe eines dreistelligen Millionenbetrags. Die Agentur bringt seit dieser Woche die Airline in Deutschland mit einer breit angelegten Digital-Kampagne medial auf Flughöhe. Weitere Zugewinne sollen Mediacom nun rasch helfen, den milliardenschweren Verlust des Wolfsburger Autobauers abzufedern. Doch dies dürfte nicht ganz leicht werden, da Etate in der Größenordnung von Volkswagen nicht jeden Tag vergeben werden.

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Dass Mediacom den Mammut-Pitch um alle acht VW-Konzernmarken – unter anderem VW, Audi, Porsche, Seat, Skoda sowie die Nutzfahrzeuge verloren hat, hat offenbar diverse Gründe. Dem Vernehmen nach war der Pitch vor allem konditionengetrieben, da die Wolfsburger wegen der milliardenschweren Folgen durch Dieselgate verstärkt auf ihre Kosten achten müssen. Zudem soll der börsennotierte Autokonzern in Bezug auf die Mediaschalt-Kosten sogar eine Art Real-Time-Bidding-Verfahren in Form einer E-Auktion gedrängt haben, heißt es in Branchenkreisen.

Für Volkswagen geht es mit der neuen Etatvergabe um viel. Denn der Autobauer muss sich nach der Dieselaffäre, medial neu positionieren. Damit kommen auf PHD große Herausforderungen. Für die Agentur bedeutet dies nicht nur einen gewaltigen Wachstumssprung. Der Etat-Zugewinn könnte auch dazu führen, dass sich die Agenturgruppe personell verstärken muss. PHD, eine Schwester der OMD, hatte noch bis vor einigen Jahren den Mediaetat von Daimler betreut, doch 2009 das Mandat überraschend verloren.

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