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Axel Springer setzt Einkaufstour auf US-Markt fort: Konzern übernimmt Business-Analyst eMarketer

Setzt strategisch auf Internationalisierung und englischsprachige Märkte: Springer-Vorstandschef Mathias Döpfner
Setzt strategisch auf Internationalisierung und englischsprachige Märkte: Springer-Vorstandschef Mathias Döpfner

Der Nächste, bitte: Axel Springer erwirbt 93 Prozent der Anteile an eMarketer Inc., einem führenden Anbieter von hochwertigen Analysen, Studien und digitalen Marktdaten für Unternehmen und Institutionen mit Sitz in New York. Das gab das Medienhaus am Freitag bekannt. Die Transaktion sei ein weiterer Meilenstein in der Strategie, mit digitalen Aktivitäten im englischsprachigen Raum zu wachsen.

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Zugleich wolle der Konzern damit sein Portfolio „innovativer Bezahlangebote“ ausbauen seine Position bei Wirtschaftsnachrichten und -informationen stärken. Laut Verlagsmitteilung sei eMarketer die „erste Adresse für exzellent recherchierte, zuverlässige Geschäftsinformationen in den Bereichen digitales Marketing, digitaler Vertrieb und digitale Trends“. Die Studien, Datenbanken, Statistiken, Infografiken und Prognosen des Unternehmens hätten sich in zahlreichen Branchen als Standardressource etabliert und würden nach eigenen Angaben jährlich über 65.000 Mal von führenden internationalen Medien zitiert. Über 1.000 Firmen haben Abonnementverträge mit eMarketer abgeschlossen, darunter auch die meisten der 500 umsatzstärksten Unternehmen der Welt („Fortune 500“). Die Abo-Angebote tragen rund 81 Prozent zu den Erlösen von eMarketer bei. Der übrige Anteil stammt von der Website des Unternehmens, die umfangreiche frei zugängliche Informationen bietet, sowie den Newslettern, die von hunderttausenden Marketingexperten gelesen werden.

Mathias Döpfner, Vorstandsvorsitzender der Axel Springer SE, kommentiert den Deal so: „Da sich mehr und mehr Branchen der Herausforderung der Digitalisierung stellen, wird es immer wichtiger, relevante Marktinformationen auf intelligente Weise zu generieren, zu verarbeiten und zu präsentieren. eMarketer ist ein seit Jahren etablierter, erfolgreicher und profitabler Anbieter hochwertiger digitaler Marktdaten und ist bestens aufgestellt, um von diesen Marktentwicklungen zu profitieren. Mit der Übernahme von eMarketer folgen wir unserer Strategie, die Aktivitäten auf dem US-Markt auszubauen und unsere Bezahlmodelle zu stärken. Gleichzeitig passt eMarketer perfekt zu unseren Fachdiensten BI Intelligence und Politico Pro in Europa, von denen wir die Attraktivität starker Abonnementmodelle gut kennen.“

Terry Chabrowe, Mitgründer und CEO von eMarketer, lobt seinerseits den Mehrheitsanteil-Käufer: „Wir freuen uns sehr, Teil der Axel-Springer-Familie zu werden. Mit ihrer digitalen und strategischen Vision ist die Axel Springer SE der ideale Partner für die nächste Wachstumsstufe von eMarketer. Genauso wichtig: Die kulturelle Übereinstimmung zwischen den beiden Unternehmen entspricht dem, wovon wir geträumt haben, als wir uns auf die Suche nach der richtigen Heimat für unser Unternehmen gemacht haben.“

Die Transaktion erfolgt auf der Grundlage einer Unternehmensbewertung von eMarketer von rund 250 Mio. US-Dollar (ca. 220 Mio. Euro). Unter Berücksichtigung der liquiden Mittel und Verbindlichkeiten zahlt Axel Springer für 93 Prozent der Anteile einen Betrag von rund USD 242 Mio. (ca. EUR 213 Mio.). Die beiden Mitgründer Terry Chabrowe, Chief Executive Officer, und Geoff Ramsey, Chief Innovation Officer, werden mit zusammen rund sieben Prozent der Anteile beteiligt bleiben. Sie werden dem Unternehmen langfristig verbunden sein und ihre Funktionen weiterhin ausüben.

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2015 erzielte eMarketer einen Umsatz von rund 40,0 Mio. Euro bei einem  und einen Vorsteuergewinn von etwa 11,9 Mio. Euro. Für 2016 erwartet eMarketer einen Umsatz von rund 47 Mio. und ein EBITDA von rund 16,3 Mio. Euro, d. h. eine Umsatzrendite von rund 35 Prozent. Das Unternehmen wurde 1996 gegründet und beschäftigt mehr als 180 Mitarbeiter. Für seine Studien, Datenbanken und Prognosen betreibt es umfangreiche eigene Forschung und ergänzt diese durch die Aggregation externer Daten. Die Informationsangebote von eMarketer sind in vielen Unternehmen zu einer gefragten Entscheidungsgrundlage geworden, insbesondere in der Werbeindustrie. Zusätzlich zu seinem New Yorker Hauptsitz betreibt das Unternehmen ein Büro in London zur Betreuung des europäischen Marktes. Axel Springer finanziert die Akquisition mit Mitteln aus bestehenden Kreditlinien. Die Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt der Freigabe durch die zuständigen Kartellbehörden.

Das Medienhaus mit Hauptsitz in Berlin ist mit Tochtergesellschaften, Joint Ventures und Lizenzen in mehr als 40 Ländern aktiv. Axel Springer hat dabei in den letzten Jahren schrittweise ein breites Portfolio an US-amerikanischen Beteiligungen aufgebaut. Das Unternehmen besitzt Mehrheitsbeteiligungen an Business Insider und der mobilen Einkaufsplattform Retale und hält zum Beispiel Anteile am Wohnungsmarktplatz Airbnb, dem Virtual-Reality-Start-up Jaunt, der Nachrichtenplattform Mic.com, dem Social-Video-Nachrichtenunternehmen NowThis Media und dem Lifestyle-Portal Thrillist.com.

 

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Alle Kommentare

  1. „Axel Springer“ intellektuell blind, aber verstehen es nicht heute ist. Heuterliches Profit brachte die „Axel Springer“, um den Verlust von Logik und Perspektiven. „Axel Springer“ sehen nicht den „Wald für die Bäume.“ Sonst wäre es „Axel Springer“ getrennt, die Bäume aus dem Wald, und realisiert, wo der Garten und wo auf den Wald. Er würde auch es wahre Unterschied verstanden haben. Und er versuchtet, nicht auf einen Garten in den Wald zu verhängen. Mit freundlichen Grüßen, Aleksandr Solodilov (LinkedIn).

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