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Die fiese Porno-Spitze gegen „Game of Thrones“-Darstellerin Sibel Kekilli bei Bild.de

Glückliche Schweizer, Chefvisite beim Abendblatt, überflüssige Zeitungen, Sibel Kekilli in „Game of Thrones“
Glückliche Schweizer, Chefvisite beim Abendblatt, überflüssige Zeitungen, Sibel Kekilli in "Game of Thrones"

Auf einer Pressekonferenz werden „Grundeinkommen“ verlost, beim Abendblatt bleibt Einigen womöglich das Lachen im Halse stecken, der deutsche Business Insider empfiehlt, Tageszeitungs-Abos zu kündigen und die Bild kann es einfach nicht lassen, Sibel Kekilli in die Porno-Ecke zu stellen. Der MEEDIA-Wochenrückblick.

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Glückliche Schweiz! Während hierzulande der Berliner Großflughafen vermutlich am Sankt Nimmerleinstag eröffnet und die Hamburger Elbphilharmonie sowie der unterirdische Bahnhof Stuttgart 21 viele Fantastilliarden mehr kosten, werden die Schweizer mit ihrem Gotthard-Tunnel nach 17 Jahren Bauzeit ein Jahr früher fertig als gedacht und geben nicht mehr Fränkli aus als geplant. Diesen Sonntag stimmen die Schweizer auch noch über ein bedingungsloses Grundeinkommen ab. Am Dienstag drauf gibt die Initiative „Mein Grundeinkommen“ dazu eine Pressekonferenz in Berlin, wo eine Umfrage zum Thema Grundeinkommen in Deutschland präsentiert wird. Und jetzt Obacht, werte Kollegen, die Ihr unter Digitalisierungsdruck und Kosten-Knechtschaft leidet: Im Rahmen der Pressekonferenz werden mindestens zwei Jahres-Grundeinkommen verlost. Hurra! Wenn man Glück hat, kann man sich also nach der PK schön dem Schlendrian hingeben, bzw. in den Dienst der Allgemeinheit treten oder *husch husch* ein Startup gründen oder wasweißdennich. Die PK zum Grundeinkommen findet statt am Dienstag, 7. Juni, von 11 bis 12 Uhr in der Forum Factory, Besselstr. 13/14 in Berlin.

Vielleicht ist das auch eine Option für den einen oder anderen freien Onliner vom Hamburger Abendblatt. Dort werden Print- und Online-Redaktion zusammengelegt, was ein paar freie Mitarbeiter ihren Job dort kosten dürfte. Einen Tag bevor MEEDIA die Story brachte, stellte die Abendblatt-Redaktion wieder eines dieser bemüht auf lustig gemachten „Chefvisite“-Videos online, in denen sich Chefredakteur Lars Haider als tapsiger Komödiant versucht. Diesmal unter dem Titel „Hilfe, die Digitalen verprassen unser schönes Geld“. Das fand der eine oder andere Abendblatt-Online-Mitarbeiter unter dem Eindruck der aktuellen Nachrichten aus seinem Hause vielleicht sogar noch weniger zum Lachen als sonst.

Erst diese Woche stolperte ich über einen Artikel des deutschen Business Insider vom Januar über „18 unnütze Dinge, für die man 2016 wirklich kein Geld mehr ausgeben sollte“. Neben Garantieverlängerungen, USB-Sticks und Fitnessclub-Mitgliedschaften empfiehlt die Redaktion auch ganz beherzt, sich von Tageszeitungs-Abos zu trennen:

Ein Abo der Tageszeitung gehörte früher in jeden Haushalt — und in vielen dürfte es aus diesen Tagen auch noch übrig sein. Dabei wird die gedruckte Tageszeitung im Zeitalter von Online-Medien kaum noch gelesen. Warum auch? Im Internet bekommt man die gleichen Informationen schneller und oft kostenlos. Und selbst wer „seiner“ Tageszeitung treu bleiben will, kommt mit einem Online-Abo oft günstiger davon und muss sich in der U-Bahn beim Umblättern nicht mehr mit dem viel zu großen Format rumschlagen.

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Jaha, warum sollte man heute noch diese doofen gedruckte Zeitungen lesen? Ist ja wirklich Blödsinn, gell? Vielleicht sollte die deutsche BI-Redaktion mal mit dem Schnur-Telefon bei ihrem Vorstandschef Döpfner durchklingeln und fragen. Eventuell fielen dem noch ein, zwei Gründe ein, eine gedruckte Zeitung zu lesen. Am Ende sogar noch eine umständlich großformatige mit großen Buchstaben und vielen Bildern drin. Aber auch nur ganz eventuell.

Dass es nur eine bedingt gute Idee ist, die alte Tante Print zu bashen, wenn der eigene Laden auch noch Gedrucktes im Angebot hat, erkannten sie zuletzt bei stern.de. Dort wurde damals der „Lebens-Tipp“ „Zeitschriften-Abos kündigen“ durch ein unverfängliches „Besonnen einkaufen“ ersetzt.

Die Fantasy-Serie „Game of Thrones“ läuft gerade in ihrer sechsten Staffel und ist bekannt dafür, dass es in Sachen Gewalt und Sex bisweilen eher robust zugeht. Diese Woche machte die Meldung die Runde, dass der „Game of Thrones“-Sender HBO mit juristischen Mitteln verhindern will, dass Porno-Websites Sex-Szenen aus der Serie als Schnipsel auf ihre Seite stellen. Bild.de hat das Thema auch aufgegriffen und nicht vergessen zu erwähnen, welche „Game of Thrones“-Damen bei den Porno-Guckern die beliebtesten sind. Neben Drachenlady Daenerys Targaryen (Emilia Clarke) sind das Margaery Tyrell (Natalie Dormer) und Shae, die bis zu ihrem Serientod von der deutschen Schauspielerin Sibel Kekilli gespielt wurde. Jetzt hat die Bild zu Sibel Kekilli eine besondere Beziehung. Bzw.: Man kennt sich und schätzt sich nicht. Die Bild walzte vor Jahren nämlich mehrfach in diffamierender Weise breit, dass Kekilli am Anfang ihrer Karriere Pornos gedreht hat, was der Zeitung Ärger vor Gericht und eine saftige Rüge des Presserats einbrachte. Und jetzt, da Sibel Kekilli in der Top-3 der auf Porno-Seiten am meisten gesuchten „Game of Thrones“-Darstellerinnen auftaucht, was sie sich bestimmt nicht ausgesucht hat, schreibt Bild.de als letzten Satz des Artikels hinter den Namen von Sibel Kekilli: „Hat da etwa jemand seine wahre Berufung verfehlt?“ So unschuldig kann man gar nicht sein, um hier nicht eine böse Absicht zu vermuten.

Schönes Wochenende!

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Alle Kommentare

  1. Sebil Kekilli ist eine absolut attraktive Frau, die sich für Ihre Pornofilme nicht schämen braucht. Gerade deswegen hat Sie vielleicht mehr gelernt und ist aus diesem Grund so wie sie ist. Einfach fantastisch.

  2. Wo ist das Problem? Ich fand den Bild Artikel völlig in Ordnung (Was ich die Bild im Normalfall nicht halte).

    Sibel Kekill hat ihre Rolle perfekt gespielt. Ihre Pornos gefallen mir nicht so.

    Jeder wie er meint. Aber man sollte zu seiner Porno Vergangenheit stehen und diese nicht verleugnen.

    Ich bin froh das sie nun schauspielert 🙂

  3. Also ich meine dazu einfach mal:

    Wer nun einmal jung war und das Geld brauchte und statt sich an die Aldi-Kasse zu setzen lieber harte Pornos gedreht hat: Mir persönlich ziemlich egal.

    Wer dann auch heute noch, wenn auch keine Pornos mehr, so doch aber viel nackte Haut und Erotik in seinen Filmen zeigt: Mir persönlich zum zweiten Mal egal.

    Problem an der Sache ist aber:

    Die Welt – oder, um es eine Nummer kleiner zu machen: das deutsche Publikum – besteht nun mal nicht nur aus mir. 🙂

    Es gibt eben auch Leute, die das nun mal ganz anders sehen als ich, Herrgott, na und?

    Wer in seinen Filmen (auch) viel nackte Haut zeigt, der sollte sowas vorher wissen und es im Zweifelsfall eben nicht machen, wenn er mit der (erwartbaren) Kritik daran nicht umgehen kann.

    Oder mit dem ebenfalls erwartbaren „Lob“ nicht umgehen will.

    So ist das nun mal, du wirst mit dem identifiziert, was du tust und du erntest dafür Lob, Kritik, Anerkennung, Neid, Bewunderung und auch mal Häme, wie eben in dem Fall hier von der Bild.

    Davon geht die Welt nicht unter. Man sollte nicht immer so ein Riesendrama daraus machen.

    1. @ Holger

      Es ist nur etwas anrüchig, wenn diese Tagesjournaille 15 Jahre alte Kamellen ausgräbt, Pispers hatte schon recht, als er mal sagte, das man toten Fisch beleidigt, wenn man ihn in diese Zeitung einwickelt.

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