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Hyperlokal-Offensive beim Tagesspiegel: Checkpoint-Letter bekommt zwölf Stadtteil-Ableger

Tagesspiegel-Chefredakteur Lorenz Maroldt
Tagesspiegel-Chefredakteur Lorenz Maroldt

Der Tagesspiegel erweitert sein Newsletter-Angebot und wird künftig noch lokaler. So starten die Berliner am heutigen Mittwoch zwölf Stadtteil-Letter, die einmal pro Woche alles wichtige aus einem Bezirk zusammenfassen sollen. Dabei kannibalisiert sich die Hauptstadtzeitung ein Stück weit selbst, ärgert gleichzeitig aber auch die Regional-Konkurrenten und gewinnt möglicherweise neue – nicht mehr Print-affine – Leser.

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„Jeweils einmal in der Woche bringt Ihnen ‚Tagesspiegel Leute‚ per Mail ganz nah, wer und was um Sie herum wichtig ist – pointiert, unterhaltsam, anregend und informativ“, kündigt Chefredakteur Lorenz Maroldt die Mail-Offensive in seinem heutigen Checkpoint an.

Zum Start gibt es Post aus Friedrichshain-Kreuzberg (von Stephan Wiehler) und aus Reinickendorf (von Gerd Appenzeller). In den nächsten Tagen folgen dann noch Steglitz-Zehlendorf, Pankow und Neukölln (immer donnerstags), freitags sind Mitte und Charlottenburg-Wilmersdorf dran, montags Treptow-Köpenick und Lichtenberg und dienstags Marzahn-Hellersdorf und Spandau.

Die Idee, mit hyperlokalen Online-Nachrichten, die Menschen digital und direkt über das Geschehen in ihrer Nachbarschaft zu informieren, ist nicht neu. Immer wieder versuchen engagierte Journalismus-Projekte, aber auch viele Lokal-Redaktionen mit speziellen Blogprojekten über einzelne Stadtteile zu berichten. Doch die wenigsten Projekte schafften es bislang, sich langfristig zu tragen.

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Mit seinem neue „Leute“-Newsletter, der allerdings nur einmal pro Woche verschickt wird, könnte der Tagesspiegel einen Weg gefunden haben, mit dem sich Aufwand und Ertrag der digitalen Lokal-Berichterstattung auch lohnen.

Die Tagesspiegel-Chefs machen sich keine Sorgen, dass sie sich mit ihren Newslettern selbst kannibalisiert könnten. So ist Chefredakteur Lorenz Maroldt davon überzeugt, dass sein Checkpoint-Letter, trotz der Länge und Informationsdichte, nicht die Zeitung ersetzen, sondern nur „ergänzen“ und auch „neugierig“ machen würde. „Wenn jemand sein Abo wegen des Checkpoints kündigen würde, dann hätten wir nicht ein Problem mit dem Letter, sondern mit der Zeitung. Die Mail liefert nur einen Überblick. Wer sich für die Hintergründe eines Themas interessiert, ist mit der Zeitung, gedruckt oder digitalisiert, immer noch bestens bedient.“

Interessant wird nun sein zu beobachten, ob diese Sichtweise auch im Hyperlokalen funktioniert.

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