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Trennung von freien Mitarbeitern: Hamburger Abendblatt legt Print- und Online-Redaktion zusammen

Abendblatt-Chefredakteur Lars Haider fusioniert Print-  und Online-Redaktion
Abendblatt-Chefredakteur Lars Haider fusioniert Print- und Online-Redaktion

Das Hamburger Abendblatt, seit 2013 zur Funke Mediengruppe gehörend, stellt sich neu auf und will die Print- und Online-Redaktionen fusionieren. Das erklärte ein Sprecher auf Nachfrage. Ein Konzept oder Fahrplan für die Neuausrichtung gibt es nach MEEDIA-Infos allerdings noch nicht. Klar ist: Die Zusammenführung kostet in der bisherigen Online-Redaktion Stellen freier Mitarbeiter.

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Bislang besteht die Online-Redaktion aus etwa 22 Mitarbeitern, von denen zehn Leute fest angestellt sind. Künftig wird das Kernteam Online wohl schrumpfen. Man werde sich zum 30. Juni 2016 von sechs freien Mitarbeitern trennen, bestätigte ein Funke-Sprecher gegenüber MEEDIA und verwies auf einen „ganz normalen Vorgang“ sowie die normale Fluktuation. „Wir haben online eine jährliche Fluktuation von fünf bis zehn Personen.“ Dem Wegfall der Mitarbeiter – aus Redaktionskreisen ist zu Vernehmen, dass es sich dabei um neun statt um sechs handelt –, die nicht Vollzeit für Abendblatt.de arbeiten, stellt er zwei festen Redakteurskolleginnen gegenüber, die aus der Elternzeit zurückkehrten.

Dass die Redaktion damit kleiner ist als zuvor, sieht man bei Funke nicht. Insgesamt werde Abendblatt.de künftig auf 35 Mitarbeiter im Lokalen zugreifen können, so das Unternehmen weiter. Das hänge mit der Integration von Print- und Online-Redaktion zusammen, die vor etwa zwei Wochen in einer Mitarbeiterversammlung verkündet worden ist. Einen genauen Zeitplan oder ein Konzept gibt es allerdings nicht, wie aus Redaktionskreisen zu vernehmen ist. Dies werde in den kommenden Wochen von einem kleinen Projektteam, bestehend aus den Lokal- sowie Online-Chefs, entwickelt, heißt es.

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Die Trennung von den Freien rührt nach Angaben des Unternehmens daher, dass man „wie in allen wichtigen Ressorts“ zukünftig „überwiegend mit festen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern“ arbeiten wolle. Hintergrund dürften auch bei der Funke Mediengruppe Rechtssicherheiten bezüglich Scheinselbstständigkeiten sein. Anfang des Jahres habe man freie Mitarbeiter übernommen und jene, die weiterhin frei bleiben, mit neuen Rahmenverträgen ausgestattet sowie u.a. ihre Stunden reduziert. Funke muss vorausschauend, wie viele andere Verlage auch, mögliche Scheinselbstständigkeiten reduzieren beziehungsweise vermeiden, da Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) eine Verschärfung des Arbeitsgesetztes angekündigt hat.

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Alle Kommentare

  1. Zwei Vollzeit-Kräfte sollen neun Teilzeitkräfte ersetzen.

    Sowas kann nur zu Lasten der Qualität gehen, da kann mir einer erzählen, was er will.

    Und trotzdem werden diese zwei vor Arbeit nicht aus der Wäsche gucken können, die sind nicht zu beneiden.

    Na ja, früher gab es immerhin noch so etwas wie Gewerkschaften, heute gibt es viele Verbände, die viel reden und nix tun – aber dafür ein fürstliches Gehalt einstreichen.

    Und regelmäßig lassen sie dann auch noch verlauten, sie hätten doch viel erreicht – für sich selber nämlich.

    1. Die beiden (Frauen nach der Elternzeit) werden nicht nur „vor Arbeit nicht aus der Wäsche gucken können“, sondern erfahrungsgemäß viel häufiger als ihre Kollegen ausfallen, so daß deren Arbeit zu einem guten Teil an diesen „hängenbleiben“ wird.

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