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Der Spiegel-Spar-Report: weniger Kündigungen als befürchtet, aber der frische O-Saft wird gestrichen

Spiegel-Geschäftsführer Thomas Hass
Spiegel-Geschäftsführer Thomas Hass

Wie die taz berichtet, hat Spiegel-Geschäftsführer Thomas Hass im Intranet des Hauses einen Zwischenbericht zu den Spar-Bemühungen des Verlags veröffentlicht. Von den 150 Stellen, die gestrichen werden sollen, seien bereits 111 über freiwillige Lösungen abgebaut. Darum müssten weniger Kündigungen ausgesprochen werden, als befürchtet.

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Insgesamt hat sich der Spiegel auferlegt, bis 2018 15 Mio. Euro zu sparen und 150 Stellen abzubauen. Die teils sehr großzügigen Angebote zu Vorruhestandsregelungen werden nun offenbar besser angenommen als erwartet. Die taz schreibt von 111 Stellen, die auf diese Weise bereits freiwillig abgebaut werden können. Da durch die Vorruhestandsregelungen auch dort Stellen wegfallen, wo dies gar nicht geplant war, werden sogar 25 Neubesetzungen notwendig. Diese Stellen sollen möglichst mit Mitarbeitern besetzt werden, denen ansonsten eine Kündigung droht. Denn trotz der Erfolge beim freiwilligen Abbau, würden einige Kündigungen notwendig, so Hass, die ersten im Juni.

Über drei Mio. Euro seien bereits an Sachkosten eingespart worden, so Hass weiter. Also etwa dadurch, dass weniger Aufträge an Freie vergeben werden oder das Hauptstadtbüro in billigere Räume umzieht. Und auch der Organgensaft wird im Spiegel-Haus nicht mehr selbst gepresst, sondern frisch gepresst eingekauft. Letzteres dürfte verschmerzbar sein.

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Alle Kommentare

  1. Dann wird das Hauptstadt-Büro wohl nicht mehr am Pariser Platz residieren. Sehr bezeichnend für den Abstieg des „Spiegel“. Das Merkwürdigste ist aber, daß diese Leute einfach nicht auf die Idee kommen, daß sie journalistisch etwas fundamental falsch machen.

    Sie haben einfach nicht begriffen, daß die unabhängigen Blogs im Internet durchaus gute Alternativen und Ergänzungen zum etablierten Journalismus sind. In den Augen der „Spiegel“-Leute sind die unabhängigen Blogger alles Paranoiker, Putin-Freunde und Islam-Hasser. Oder Frauenfeinde, die ihre „traditionelle Männlichkeit“ bedroht sehen.

    Schlimm ist es ja, was der „Spiegel“ für ein unsagbar peinliches feministisches Blatt ist.

  2. Es ist nun mal so:
    Der Spiegel hat nicht mehr die Qualität, die er mal hatte. Köpfe wie Gerhard Mauz, Hellmuth Karasek, Jürgen Leinemann und Peter Brügge konnten nicht auf vergleichbarem Niveau ersetzt werden. Ein Fleischhauer wurde früher den Lesern nicht zugemutet. Oder diese eine Redakteurin, die den Mollath tunken wollte, iiih!

    Wäre ich SPIEGEL-Sanierer, würde ich
    >>das Magazin auf seine früheren Qualitäten als Rückschau betreibende Wochenpublikation zurückführen und
    >>das SPON mit seiner dahinhuschenden Online-Aktualität ganz vom SPIEGEL abkoppeln. SPON mit seinen Schülerzeitungsredakteuren hat dem SPIEGEL Ansehen gekostet.

    1. Ich glaube, in ihrem letzten Satz ist viel Wahrheit. SPON wirft ein ganz schlechtes Licht auf den Spiegel.

    2. Gerade Fleischhauer zählt doch zu den wenigen, die den „Spiegel“ noch lesbar machen bzw. „Spiegel Online“. Ich bin nicht konservativ und finde manches von ihm auch zynisch bzw. krankhaft konservativ. Nichtsdestotrotz ist er der einzige, der linke Ideologie offensiv hinterfragt. An ihm zeigt sich aber eben auch, daß Linke lieber linke Ideologie hinterfragen sollten. 🙂 Denn Konservative tendieren schnell zu einer gewissen Plumpheit und Zynismus.

      Auch Matussek und Broder waren Leute, die Vielfalt brachten. Der heutige Journalismus besteht überwiegend aus linken Milchbubis, Refugees-Welcome-Freunden und Feminismus-Hörigen.

  3. Die Massenkündigungen beim Spiegel werden so oder so kommen denn wie zu hören ist, brechen die Verkaufs- und Abozahlen immer weiter ein.

    Da muss man kein Adam Riese sein um eins und eins zusammen zu rechnen.

    Wie das so beim Spiegel läuft, kann sich jeder hier mal anhören!
    https://www.youtube.com/watch?v=auOXu95BDJw

    Kein Wunder, dass denen die Leser weglaufen

    1. Naja. Die Leserinnen und Leser laufen dem Spiegel-Verlag ganz sicher nicht weg. Im Vergleich zum gedruckten Spiegel allein vor zwanzig oder dreißig Jahren erreichen Spiegel Online, Spiegel TV etc. eine gewaltig größere Leserschaft.

      Nur zahlen mögen viele nicht dafür, so ist es heute halt. Und die Werbetreibenden orientieren sich ebenfalls um in immer neue elektronische Werbeformen und Direktwerbung.

      Der Spiegel-Verlag hatte es sich offensichtlich allzu bequem gemacht in seinen zwischenzeitlichen Erfolgen. Aber im Großen und Ganzen spiegelt sich hier die allgemeine Medienfinanzierungskrise, da geht es fast allen anderen auch nicht besser.

  4. „Von den 150 Stellen, die gestrichen werden sollen, seien bereits 111 über freiwillige Lösungen erreicht.“

    —–

    Na ja, mit der Freiwilligkeit wird es da wohl nicht weit her gewesen sein, sondern vermutlich so wie überall:

    „Entweder du gehst jetzt „freiwillig“ und sogar mit einer kleinen Abfindung oder du gehst in ein paar Wochen/Monaten eben unfreiwillig und ohne Abfindung.

    Wie lautet nun deine ach so freie Entscheidung?“

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