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Nick Denton fordert Peter Thiel im offenen Brief heraus – und stellt Gawker zum Verkauf

Gawker-Boss Nick Denton (li.), Hulk Hogan und Peter Thiel (re.)
Gawker-Boss Nick Denton (li.), Hulk Hogan und Peter Thiel (re.)

Nach der rechtlichen Auseinandersetzung folgt nun der verbale Infight zwischen Gawker-Gründer Nick Denton und Silicon Valley-Milliardär Peter Thiel. In einem offenen Brief bezeichnete Denton Thiel als "comichaften Bösewicht". Zuvor hat das Klatsch-Blogkonglomerat, das im Hulk Hogan-Prozess zu einer Schmerzensgeldzahlung von 140 Millionen Dollar verurteilt wurde, nach Angaben des Wall Street Journals einen Investmentbanker angeheuert, um die Möglichkeiten eines Verkaufs zu erwägen.

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Popcorn, bitte: Nach der gerichtlichen Auseinandersetzung zwischen Gawker und Hulk Hogan, die in der Pleite des Klatschportals enden könnte, wird es nun persönlich. Nicht allerdings zwischen Gawker und dem Ex-Wrestler, sondern zwischen dem Gründer des Blogkonglomerats, Nick Denton, und Silicon Valley-Milliardär Peter Thiel, der Hogans Klage mit 10 Millionen Dollar unterstützte.

Für Denton ist es ein Rachefeldzug, weil Gawker den ersten Facebook-Investor, der inzwischen mehrfacher Milliardär ist, 2007 als homosexuell outete. „Du hast Dich professionell, eiskalt und anonym gerächt“, schreibt Denton nun an Thiel in einem offenen Brief, der natürlich auf Gawker veröffentlich wurde. „Du hast zugegeben, die Bestrafung von Gawker und seinen Autoren seit Jahren geplant zu haben.“

„Peter, es ist kompliziert“

Denton hält Thiel erneut vor, sich mit seinen Aussagen und Handlungen (Thiel ist u.a. als Unterstützer von Donald Trump aufgefallen) nicht besonders beliebt gemacht zu haben, wird dann aber schnell persönlich.

„Peter, es ist kompliziert“, holt Denton aus. „Selbst wenn es Dir gelingt, Gawker, die Autoren, die Du nicht leiden kannst und mich zu ruinieren, überleg mal, was das bedeutet“, packt Denton plötzlich die Moralkeule aus und führt Thiel sein Image und das Verhältnis von Silicon Valley und den Medien vor Augen. „In den Scheinwerfern der Medien zu stehen, ist für das Silicon Valley ein relativ neues Phänomen“, schreibt Denton und folgert, dass Investoren und Internet-Unternehmen die umfassende Berichterstattung wenig behagt.

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Also bediene sich Thiel seiner finanziellen Mittel, um Gawker mundtot zu machen, folgert Denton: „Ich sehe wie verlockend es ist, dass das Silicon Valley seine mächtigste Waffe – das Geld – gegen die harten Worte eines kleinen New Yorker Medienunternehmens einsetzt“, schießt sich der Gawker-Gründer ein, der Thiel schließlich zum öffentlichen Rede-Duell auffordert.

Denton engagiert Investmentbanker für Verkauf von Gawker

Denton ist mit seiner Kritik nicht allein: „Peter Thiel hat anderen Milliardären gerade eine gefährliche Blaupause geliefert, wie man Philanthropie pervertiert“, schlagzeilt das Meinungsportal fusion.net. Das Techportal Pando Daily von Sarah Lacy ist der gleichen Meinung: „Wir können nicht in einem Land leben, in dem Milliardäre einfach Attacken auf Medienunternehmen unterstützen, ohne offen zu legen, dass sie beteiligt sind“, ereifert sich Paul Carr.

Nick Denton hat unterdessen Maßnahmen für die entstandenen Zahlungsforderungen getroffen und nach Angaben des Wall Street Journals und der New York Post einen Investmentbanker beauftragt, der Verkaufsoptionen prüfen soll.

Bis es soweit ist, rantet Denton weiter: „Mit dem diabolischen jahrzehntelangen Racheplan redefiniert Du Dich als comichafter Bösewicht“, holt der Gawker-Gründer zum finalen Punch gegen seinen neuen, alten Lieblingsgegner aus.

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Alle Kommentare

  1. Ist Gerechtigkeit schlecht ? Hängt sie im besten Land aller Zeiten („greatest nation of all“ oder so ähnlich) etwa von Geld ab ? Es gibt doch noch Revision. Hätte Hulk Hogan gar nicht klagen sollen ? Er hat doch Recht bekommen…

    Und das kleine Programmierer oft genug nichts mehr selber entwickeln zu können, ohne das man viel Geld für Patente abgeben soll oder (zugunsten der schlechten Konkurrenz) durch Prozesse jahrelang von der Arbeit abgehalten wird und viel Geld verliert, hat er vielleicht noch nicht mitbekommen. Es gibt genug Beispiele wie dadurch Technologien verhindert und bessere Angebote geschädigt wurden. Inzwischen kauft man Disruptoren oft genug wohl indirekt über Dritte so das die Disruption dann doch nicht stattfindet und man auf Macher wie Tesla warten muss der die Batterie-Fabrik dann halt einfach selber mal baut und als Power-Packs auch noch separat von den Autos vermarktet bekommt.

    Klare Regeln für Prominenten-Berichterstattung braucht man halt.

    Hat Wallraff nicht einen Rechtshilfefonds ? Oder z.b. auch Gewerkschaften ? Soll man sich Gerechtigkeit etwa leisten können müssen statt das sie einen wie saubere Luft und gesundes Grundwasser in der wahren Demokratie überall umgibt ?

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