Anzeige

Debatte um News-Manipulationen: Facebook verschärft Regeln für Trend-Nachrichten

Verfügt über Informationen, die auch deutsche Sicherheitsbehörden interessieren: Facebook-CEO Mark Zuckerberg
Verfügt über Informationen, die auch deutsche Sicherheitsbehörden interessieren: Facebook-CEO Mark Zuckerberg

Facebook ändert nach Vorwürfen, beim Online-Netzwerk seien Nachrichten über konservative Politiker und Themen unterdrückt worden, die internen Richtlinien für seine News-Trends. Zum einen sollen Mitarbeiter künftig weniger Spielraum haben, ihre Ansichten bei der Nachrichten-Auswahl einzubringen.

Anzeige
Anzeige

Zum anderen werden Nachrichten-Websites etwa von BBC, CNN oder der New York Times nicht mehr als Orientierungshilfe für die Wichtigkeit der Themen ausgewertet, erklärte Facebook in einem Brief an den US-Senator John Thune.

Namentlich nicht genannte frühere Facebook-Mitarbeiter hatten dem Technologie-Blog Gizmodo erzählt, sie seien angewiesen worden, in den News-Trends Nachrichten mit konservativem Anstrich zu unterdrücken. Im anziehenden US-Wahlkampf stieß das trotz Dementis des Online-Netzwerks eine Debatte über den Einfluss von Facebook als Nachrichtenmedium an. Das Unternehmen legte die internen Richtlinien für die News-Trends vor, die es bislang nicht in Deutschland gibt. Der republikanische Senator Thune forderte zusätzliche Informationen.

Anzeige

Facebook erklärte nun, die Untersuchung nach den Vorwürfen habe keine systematische Parteilichkeit zu Tage gefördert. Zugleich könnten aber auch nicht ein Fehlverhalten einzelner Mitarbeiter oder unbewusste Befangenheit einzelner Mitarbeiter ausgeschlossen werden. Deshalb solle es künftig mehr Kontrollmechanismen und zusätzliche Schulungen geben. Facebook habe bei der Überprüfung der Vorwürfe 600 Entscheidungen zu einzelnen Nachrichten-Themen untersucht, hieß es in dem Brief von Montag. Dabei seien unter anderem keine Belege für den Vorwurf entdeckt worden, dass Mitarbeiter künstlich Nachrichten mit liberaler Ausrichtung in die News-Trends eingefügt hätten.

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige

Alle Kommentare

  1. Na ja, in den USA darf wenigstens noch über sowas berichtet werden – über Meinungsmanipulation nämlich.

    Und – jetzt halt dich fest – das hat dann sogar Konsequenzen. Facebook ändert seine Regeln und gelobt Besserung – ganz ohne Drohungen durch einen Justitzminister.

    Und diese Konsequenzen werden auch noch gezogen *bevor*(!) das Volk dort auf die Straße geht und sich sogar neue Parteien bilden.

    Tja, da kommt man nicht drum herum es mal auszusprechen:

    Man merkt schon den Unterschied zwischen denen, die sich ihre Pressefreiheit selber irgendwann mal erkämpft haben und denen, die sie geschenkt bekommen haben aber heute noch nach der Bedienungsanleitung dafür suchen.

    Bis die gefunden ist, verwendet man halt eine ähnliche, buchstäblich aus Kaisers Zeiten – und so ist dann eben auch das Ergebnis, wie man am furchtbaren Zustand unserer Presse (Hofberichterstattung, Schönschreiberei und politische Meinung, statt statt sachlich-neutraler Information) ja erkennen kann.

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*