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Böhmermanns Schmähgedicht nach dem Gerichtsentscheid: Welche Zeilen erlaubt und welche verboten sind

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Mit der Entscheidung des Landgerichts Hamburg wird Moderator Jan Böhmermann untersagt gewisse Passagen seines Schmähgedichts zu wiederholen. – beziehungsweise fast alles. Wie das Gericht im Anhang der Pressemitteilung deutlich macht, ist der "Teilerfolg" Erdogans eigentlich ein Sieg (in erster Instanz) auf ganzer Linie. Denn nur sechs Zeilen sind stehen geblieben, die zweieinhalb Reime bedeuten.

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So darf Böhmermann noch „Sackdoof, feige und verklemmt – ist Erdogan, der Präsident“ reimen genauso wie „Er ist der Mann, der Mädchen schlägt – und dabei Gummimasken trägt“ und den Teilsatz „und Minderheiten unterdrücken, – Kurden treten, Christen hauen“ wiederholen.

Äußerungen über nach Döner riechende Geschlechtsorgane, Konsum von Kinderpornografie, Sex mit Tieren oder Begriffe wie „Schrumpelklöten“ sind fortan tabu.

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Die Pressestelle des Landgerichts Hamburg das hat das Gedicht vollumfänglich veröffentlicht und die verbotenen Passagen farblich markiert.

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Alle Kommentare

  1. Wichtiger ist, dass, so ich recht verstehe, das Landgericht die Äußerung in Gänze als straffreie Satire wertet und Böhmermann nur verbietet, einzelne Passagen aus dem Text zu wiederholen.
    Ich sehe das NICHT als (Teil)Sieg für Erdogan sondern als Sieg für die Kunstfreiheit. Denn B. hatte ja nie die Absicht, Teile aus dem Gedicht isoliert zu ‚behaupten‘. er hatte überhaupt nie di absicht ernsthaft diese aussagen zu machen, sie waren immer nur Demonstrationen in einem Kontext.

    D.h. wenn ich sage „Es liegt mir fern, Sie ein Arschloch zu nennen“, kann ja auch keiner sagen Sie haben mich A. genannt…

  2. Damit sind – vorläufig – die Grenzen von Satire in Deutschland gezogen. Bis zum Ende der nächsten Instanz muss sich Herr Böhmermann mit einer abgespeckten Version seines Schmähgedichts begnügen. Dies wäre mein Vorschlag, der mit dem Urteilsspruch des Landgerichts konform geht:

    Dies ist gemäß des Landgerichts –
    der Rest des skandalösen Schmähgedichts.
    So weiß die Welt nun ganz genau –
    wie Recep umgeht, mit Tier und Frau.
    Sein juristisch legitimes Psychogramm –
    macht ihn nicht mehr zum Opferlamm.
    Nun ist Erdogan, der Präsident –
    nur noch sackdoof, feige und verklemmt.
    Er ist der Mann, der Mädchen schlägt –
    und dabei Gummimasken trägt.
    So hat das Landgericht gesprochen –
    darauf kann Erdogan nun pochen.
    Kann mit seinen Fans zusammenrücken –
    und Minderheiten unterdrücken.
    Darauf wird sein Reich er bauen –
    Kurden treten, Christen hauen.
    So mag er Sultan werden, nicht mehr fern –
    nur die Ziegen hat er nicht mehr gern.

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