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Nach Böhmermann-Scoop: Landesmedienanstalt beschäftigt sich mit „Schwiegertochter gesucht“

Vera Int-Veen ist Moderatorin des RTL-Formats „Schwiegertochter gesucht“
Vera Int-Veen ist Moderatorin des RTL-Formats "Schwiegertochter gesucht"

Nachdem Jan Böhmermann beim RTL-Format "Schwiegertochter gesucht" zwei Schauspieler einschleuste und das Vorgehen im Hintergrund der Produktion aufdeckte, prüft nun die Landesmedienanstalt Niedersachsen den Fall. Wie Direktor Andreas Fischer gegenüber MEEDIA und weiteren Medien erklärte, habe man den Sender aufgefordert, die Vertragsunterlagen offenzulegen. Ob die Landesmedienanstalt aber tatsächlich zuständig ist, ist noch fraglich.

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In einer ersten Untersuchung des Falls will sich die Landesmedienanstalt zunächst mit dem Vertragswerk auseinandersetzen. Wie der Beitrag des „Neo Magazin Royale“ erkennen lasse, werde hier sehr nachsichtig umgegangen, erklärt Fischer. „Die Teilnehmer der Sendung haben in diesem Fall überhaupt keine Zeit bekommen, sich die Unterlagen in Ruhe durchzulesen. Die gesamte Abwicklung erinnert eher an Haustürgeschäfte als an seriöses Geschäftsgebaren.“

Ob Fischer und seine Institution wirklich etwas gegen dieses fragwürdige Verhalten machen können, ist allerdings unklar. Insgesamt hat der Fall wohl keine „direkte rundfunkrechtliche Anknüpfung“.

Was allerdings in Fischers Macht steht: „Wir wollen die Unterlagen zunächst darauf prüfen, ob sie juristisch haltbar sind. Eine Versicherung des Teilnehmers, dass er geistig unbeeinträchtigt ist, kann unter Umständen nicht ausreichend sein. Wichtig wäre hier die Frage, ob jemand unter gesetzlicher Betreuung steht. Das betrifft in Deutschland immerhin rund 1,3 Millionen Bundesbürger.“

Darüber hinaus will die Landesmedienanstalt wissen, inwieweit der Sender seinen Dienstleister überhaupt kontrolliert. Richtig einschreiten können die Medienwächter dann, wenn eine Verletzung der Menschenwürde deutlich wird. Dies ist allerdings bislang von noch keiner Landesmedienanstalt festgestellt worden.

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Im Zweifel ist die zuständige Institution ein Zivilgericht. Damit sich eines damit befasst, ist allerdings vorausgesetzt, dass einer der Betroffnenen entsprechend juristische Schritte einleitet.

RTL habe Fischer signalisiert, die Unterlagen zeitnah zur Verfügung zu stellen. Bislang hat der Sender aber weder gegenüber der Anstalt noch gegenüber der Öffentlichkeit irgendeine Stellungnahme abgegeben.

Ob es zu Ermittlungen der Landesmedienanstalt kommt, ist also noch unklar. 2011, als mit „Mietprellern auf der Spur“ ebenfalls ein Format mit Moderatorin Vera Int-Veen für Schlagzeilen sorgte, war die Sachlage einfacher. Damals wurde nachweislich das Filmmaterial manipuliert. Die Landesmedienanstalt ermittelte wegen des Anfangverdachts in Bezug auf die Verletzung rundfunkrechtlicher Bestimmungen.

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