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Hamburgs Digitalprojekt eculture: TV- und Radiounternehmer Frank Otto bietet für Großauftrag

Medienunternehmer Frank Otto (li.) und Olaf Scholz
Medienunternehmer Frank Otto (li.) und Olaf Scholz

Es ist einer der größten Digitalprojekte Hamburgs: eculture. Die Hansestadt plant eine Webplattform, um alle kulturellen Einrichtungen der Stadt miteinander zu vernetzen. Um den Großauftrag buhlen mehrere Anbieter. Einer davon ist der Hamburger Medienunternehmer Frank Otto.

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Wer die alte Marmortreppe – flankiert von bunten Pilastern, geschnitzten Dekors und vergoldeten Stuckornamenten –  betritt, fühlt sich in ein anderes Jahrhundert versetzt. Mehr als 20.000 Menschen strömten am Wochenende in die komplett modernisierte Hamburger Kunsthalle. Sie hatte ihren alten Eingang wiederbelebt, der fast 100 Jahre nicht mehr benutzt wurde.

Doch die Schönheitskur für die Kunsthalle ist nur eines von vielen Projekten, mit denen Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz die Kultur in der Hansestadt erlebbarer machen will. Denn kaum bemerkt von der Öffentlichkeit arbeitet die Hansestadt an einem digitalen Großprojekt, um die kulturelle Sehenswürdigkeiten der norddeutschen Metropole besser zu vermitteln und zu vermarkten. Der Projektname: eculture.

Um das millionenschwere Digital-Vorhaben buhlen derzeit mehrere Anbieter. Darunter befindet sich nach MEEDIA-Informationen auch ein Konsortium um den Hamburger Medienunternehmer Frank Otto, der auch am norddeutschen Lokalsender Hamburg 1 beteiligt ist. Weiterer Partner in der Bietergemeinschaft ist Ottos rechte Hand: Christopher Franzen. Er ist Geschäftsführer der beiden Firmen Frank Otto Medien und NWZ Funk und Fernsehen, zwei der führenden privaten Radioholdings in Deutschlands.

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Frank Otto ist Kunst nicht fremd. Der zweitälteste Sohn von Werner Otto, dem Gründer des gleichnamigen Versandhauskonzerns Otto, machte eine Ausbildung zum Restaurator für Papier und Grafik am Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe und studierte anschließend Bildende Kunst an der Muthesius Kunsthochschule in Kiel. Erst danach wurde er als Musiker und Musikproduzent aktiv. So gründete er OK Radio, den zweiten Hamburger Privatradiosender (heute Hamburg Zwei) und hob den Fernsehsender VIVA aus der Taufe. Otto und Franzen bestätigen auf MEEDIA-Anfrage, dass sie sich um die Ausschreibung um das E-Culture Public Private Partnership-Projekt beworben haben. Mehr wollen sie zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen. Denn Otto ist nicht der einzige Anbieter im Rennen um den Großauftrag. Dem Vernehmen sollen sich zwei andere Konsortien aus dem Medienbereich gebildet haben, die sich um den Auftrag bemühen. Die Kulturbehörde will sich auf MEEDIA-Anfrage zu den Namen der Bewerber nicht äußern.

Denn bei dem eculture-Vorhaben geht es um viel: So plant die Hansestadt, alle kulturellen Institutionen digital miteinander zu vernetzen. Dazu soll eine sogenannte eCulture Cloud entwickelt werden, die die gesamten kulturellen Inhalte der Stadt bündelt. Dadurch sollen die Bürger und Touristen einen besseren Zugang zu allen Sehenswürdigkeiten der Stadt bekommen. Vorgesehen ist auch ein virtuelles Bildarchiv, über das Fotos aus den verschiedenen Institutionen digital abrufbar sind. Teil des Projekts ist ferner ein App, die sämtliche Kulturorte, Baudenkmäler oder Kunstobjekte zeigt. An der Entwicklung dieser App sollen sich die diversen Bieterkonsortien besonders interessieren.

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