„Skandalös“: Kritik an Festnahme von Fotografen bei Protesten gegen AfD

Demonstrationsteilnehmer und Presse am 1. Mai in Stuttgart
Demonstrationsteilnehmer und Presse am 1. Mai in Stuttgart

Vorläufige Festnahmen von Pressefotografen bei Protestaktionen gegen die AfD in Stuttgart haben Kritik an der Polizei ausgelöst. Die Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju) nannte das Vorgehen am Sonntag "skandalös". Sie prüfe rechtliche Schritte gegen die Polizei. Ein Sprecher der Polizei sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Wir sehen das Vorgehen als gerechtfertigt an."

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Drei Pressefotografen wurden laut dju während der Proteste am Samstag an der Messe in Gewahrsam genommen. Zwei von ihnen seien elf Stunden festgesetzt worden, der dritte habe wahrscheinlich einen Kreislaufzusammenbruch erlitten – er sei ins Krankenhaus gekommen. Die dju kritisierte, die Fotografen, die sich als Journalisten ausweisen konnten, seien unverhältnismäßig lange festgehalten und auch mit Kabelbindern gefesselt worden.

Ein Sprecher der Polizei Reutlingen sagte, den Fotografen werde ein gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr vorgeworfen. Sie hätten sich in einer «unfriedlichen Versammlung» aufgehalten und die Straße trotz mehrfacher Aufforderung nicht geräumt. Es ging dabei laut Polizeisprecher unter anderem um eine Aktion auf der A8 – dort seien auch Autoreifen angezündet worden. Insgesamt wurden am Samstag bei den Protesten gegen die AfD um die 500 Menschen von der Polizei festgesetzt.

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Alle Kommentare

  1. Muss man die dju überhaupt noch ernst nehmen? Wenn man sich mal anschaut was da für Gestalten herumlaufen, fällt man vom (restlichen) Glauben ab.

  2. Frage an die Meedia-Redaktion. Ich lese die Seite hier nur sporadisch, aber gern. Ist es normal, dass solche Artikel mit Kommentaren geflutet werden, die aggressiv Stimmung machen? Erinnert mich an die russischen Troll-Kommentierer.

    1. Es gab keine „russischen Troll-Kommentierer“!!!

      Das haben sich gewisse „Damen und Herren“ ausgedacht damit sie Kritik an den USA/EU bzgl. der Vorkommnisse in der Ukrainkrise (da fand ja immerhin ein Putsch mit Hilfe von Faschisten statt) unglaubwürdig machen konnten.

      Die Kritiker waren doch sowieso alle „Putin-Trolle aus St. Petersburg“ – Punkt – Diskussion sofort abgewürgt – das sollte damit erreicht werden.

      Besonders traurig macht mich allerdings, dass das scheinbar doch zahlreiche User, wie Sie, für bare Münze gehalten haben.

  3. „Sie hätten sich in einer «unfriedlichen Versammlung» aufgehalten und die Straße trotz mehrfacher Aufforderung nicht geräumt.“
    Was an der Ansage von der Polizei, die auch mehrmals wiederholt wurde, haben die Vollpfosten-Knipser der dju nicht verstanden? Wer sich unter eine gewaltätige, landfriedensbrecherische Menge mischt und dann der Aufforderung der Polizei nicht nachkommt den Platz zu verlassen, kann noch froh sein nicht auch wegen Landfriedensbruch belangt zu werden.

  4. Ich finde, dass die Polizei rechtmäßig gehandelt an. Wenn die hier erläuterten Aussagen stimmen, und man die Journalisten mehrmals aufgefordert habe, aus einer … nennen wir es „Krisensituation“ zu verschwinden, ihnen diese Ansage aber offensichtlich egal war, dann ist die Festsetzung absolut nachvollziehbar. Interessant ist, dass die DJU nur über die festgesetzten Journalisten berichtet. Dem Bericht nach wurden ca. 500 Menschen festgesetzt. Warum sollten die Journalisten andere Rechte haben, als die restlichen 497 Kravallmacher?

    1. Wahrscheinlich sollte man als Journalist immer direkt gehen wenn die Polizei eine Strassensperre räumt? Dokumentation ist auch gar nicht Aufgabe von Fotografen?? Ziemlicher Schwachsinn hier die Fotografen für ihr Verhalten zu kritisieren. Es ist klar dass die Fotografen eine Räumung dokumentieren und wenn die Polizei dies verhindern möchte ist das ein Eingriff in die Pressefreiheit. Und selbst wenn die Blockierer gewalttätig sind ist es die Aufgabe der Presse da mit dabei zu sein.

  5. Dieses „Pack“ glaubt auch es könne sich alles erlauben.
    Jeder Idiot mit schwarzem Halstuch und Sonnenbrille rennt mittlerweile mit nem Presseausweis rum. Und die dju ist sich mal wieder nicht seriös genug, sich zurück zu halten. Populisten!

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