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Zweites DAB+: Leipziger Immobilienkönig Göpel nimmt die erste Hürde

Steffen Göpel will ein zweites nationales DAB+ Multiplex aus der Taufe heben
Steffen Göpel will ein zweites nationales DAB+ Multiplex aus der Taufe heben

Der Immobilienmanager Steffen Göpel aus Leipzig will im Digitalradio kräftig mitmischen und ein zweites nationales DAB+ Multiplex aufbauen. Jetzt hat der Geschäftsmann am Dienstag für sein Projekt eine erste Hürde genommen. Damit erhöhen sich die Chancen, dass das Digitalradio in Deutschland ausgebaut wird.

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ARD-Vorsitzende Karola Wille, Willi Steul, Intendant des Deutschlandfunks, sowie BR-Intendant Ulrich Wilhelm sind sich einig. „Die Vorteile von Digitalradio liegen auf der Hand: DAB+ ist deutlich kostengünstiger, ist bei erheblich geringerem Stromverbrauch ökologischer und ohne jedes Rauschen glasklar zu genießen“, hielten Wille, Steul und Wilhelm in einem F.A.Z-Beitrag vor wenigen Tagen ein flammendes Plädoyer für das digitale Radio. Damit verwiesen vor allem Gegner wie Marc-Jan Eumann, Staatssekretär für Europa und Medien in der Staatskanzlei Nordrhein-Westfalen sowie den LfM-Chef Jürgen Brautmeier in die Schranken, die DAB+ eher als Auslaufmodell sehen.

Jetzt könnten Eumann und Brautmeier zunehmend ins Abseits geraten. Denn die Chancen erhöhen sich, dass der Immobilienmanager Göpel mit seinem Vorhaben durchkommt, ein zweites nationalen DAB+ in Deutschland aufzubauen. Am Dienstag hatte die zuständige Kommission für Zulassung und Aufsicht (ZAK) auf ihrer Sitzung in Halle entschieden, eine entsprechende Beschlussvorlage vorzubereiten. Sie dient den betroffenen Bundesländern als Grundlage, um zusätzliche Frequenzen zuzulassen. Branchenexperten werten dies als ein Zeichen, dass die Landesmedienanstalten das Thema DAB+ vorantreiben wollen. Eine Sprecherin der Medienanstalten hält sich hierzu bedeckt. „Voraussichtlich wird die ZAK in ihrer Juni-Sitzung am 21.06. in Leipzig die Einleitung eines Frequenzzuordnungsverfahrens über die Länder beschließen“, erklärt eine Sprecherin auf MEEDIA-Anfrage kurz und knapp.

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Dass die Landesmedienanstalten das Thema nicht abwiegeln, ist verständlich. Denn die Finanzierung des Vorhabens gewährleistet der ostdeutsche Immobilienmanager Göpel. Fraglich ist jetzt, welche Frequenzen die Länder bereit sind, für das zweite DAB+ zur Verfügung zu stellen. Hierzu dürften sich die betroffenen Bundesländer in den nächsten Monaten absprechen.

Göpel könnte mit seinem DAB+-Vorhaben im Radiogeschäft eine neue Größe werden. Der Geschäftsmann verfügt durch den Verkauf der Mehrheit an der Immobiliengruppe GRK-Holding über eine gut gefüllte Kriegskasse. Diese könnte er einsetzen, um mit Partnern eine Kette an privaten Radiostationen aufzuziehen, die vor allem für die nationale Vermarktung interessant sind. Erfahrene Branchenmanager wie Florian Schuck, ehemals Geschäftsführer der Radio Saarbrücken GmbH, hat er hierfür jedenfalls bereits an Bord geholt.

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Alle Kommentare

  1. Bei genauer Lektüre der in der FAZ veröffentlichten Position, die Herr Eumann und ich vertreten, könnte man schnell feststellen, das ein zweiter bundesweiter Multiplex als Möglichkeit explizit genannt wird.
    Was im Übrigen unbeantwortet bleibt, ist die Frage: Wer soll das bezahlen? Der Verweis auf die KEF ist mir ein bisschen wenig..

    Jürgen Brautmeier

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