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10 Millionen iPhones weniger verkauft: Apples Erfolgsserie geht krachend zu Ende

Jetzt bloß nichts falsch machen: CEO Tim Cook kann so manchen Großkonzern aus der Portokasse kaufen – aber welcher passt strategisch am besten zu Apple?
Jetzt bloß nichts falsch machen: CEO Tim Cook kann so manchen Großkonzern aus der Portokasse kaufen – aber welcher passt strategisch am besten zu Apple?

Es ist vorbei: Erstmals seit dem Launch des iPhones 2007 muss Apple rückläufige Verkäufe bei seinem Kassenschlager vermelden. Der Einbruch ist bemerkenswert groß: Gleich 10 Millionen weniger iPhones setzte Apple im März-Quartal 2016 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ab. Auch die Absätze der iPad- und Mac-Sparte schrumpften. Einziger Lichtblick für Aktionäre: Eine Anhebung der Dividende um 10 Prozent und weitere 35 Milliarden Dollar für Aktienrückkäufe. Die Apple-Aktie bricht nachbörslich massiv ein.

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Es war die Multimilliarden-Dollar-Frage, die Aktionäre und Analysten seit dem ernüchternden  Ausblick im Januar beschäftigte: Wie hart wird der Aufprall in Apples März-Quartal? Die Antwort nach Handelsschluss fiel aus wie von der Wall Street erwartet – Apple ist in seiner vierzigjährigen Unternehmenshistorie in eine neue Ära eingetreten. Der Techpionier wächst nicht mehr – er schrumpft erstmals seit 13 Jahren wieder.

Was Anleger jedoch verstörte, war das Ausmaß des Einbruchs, der tatsächlich einer regelrechten Implosion gleicht: Nach 58 Milliarden Dollar im zweiten Fiskalquartal 2015 erlöste Apple zwischen Anfang Januar und Ende März nun nur noch 50,5 Milliarden Dollar – ein sattes Minus von 13 Prozent. Damit unterbot das Dow Jones-Mitglied sogar noch die bereits erheblich reduzierten Analystenerwartungen deutlich, die bei 52 Milliarden gelegen hatten.

iPhone-Absatz bricht um 15 Prozent ein

Unterm Strich verdiente Apple weitaus weniger als noch im Vorjahr, als der iKonzern im zweiten Quartal noch 13,6 Milliarden Dollar eingefahren hatte – diesmal blieben nach einem Minus von 23 Prozent in den Geldspeichern Cupertinos „nur“ noch 10,5 Milliarden Dollar hängen. Das entsprach einem Gewinn je Aktie von 1,90 Dollar nach 2,33 Dollar im Vorjahr. Analysten hatten allerdings mit 2,02 Dollar je Anteilsschein gerechnet.

Verantwortlich für den zweistelligen Gewinneinbruch war erwartungsgemäß das iPhone. Apples langjähriger Kassenschlager musste 8,5 Jahre nach seinem Debüt erstmals rückläufige Verkäufe vermelden: Nach 61 Millionen Einheiten im vergangenen Jahr setzte Apple diesmal zwischen Januar und März nur noch 51 Millionen Einheiten ab. Analysten hatten mit einem Minus von 16 Prozent oder 10 Millionen weniger verkauften iPhones gerechnet.

Auch iPad und Mac-Sparte geben zweistellig nach

Damit nicht genug: Komplettiert wurde der Rückgang in Apples Kerngeschäft von den beiden bislang nächstgrößeren Konzernsparten. Die iPad-Unit hatte erwartungsgemäß erneut zweistellige Einbrüche zu beklagen: Nach 12,3 Millionen Apple-Tablets im Vorjahreszeitraum setzte der iKonzern nun nur noch 10,2 Millionen Stück ab – ein Minus von 19 Prozent. Es war bereits das neunte Quartal in Folge, in dem Apple nachlassende iPad-Absätze bekannt geben musste.

Auch die älteste Konzernsparte befindet sich inzwischen deutlich unter Druck: Nach 4,6 Millionen Macs im Vorjahr setzte Apple nun zwischen Januar und März nur noch 4 Millionen Computer mit Apfel-Logo ab. Das Minus von 12 Prozent fiel weitaus größer aus als von Analysten erwartet.

iTunes-Sparte legt um 20 Prozent zu
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Einziger Lichtblick in der enttäuschenden Quartalsbilanz blieb die Online Service-Sparte iTunes, die um 20 Prozent auf 6 Milliarden Dollar zulegte und damit nach Umsätzen zum zweitgrößten Konzernbereich avancierte.

Zur Entwicklung der Apple Watch machte Apple-Chef Tim Cook erneut keine konkreten Angaben und versteckt die Apple-Smartwatch weiter in der Sparte „Andere Produkte“, die 2,2 Milliarden Dollar erlöste. Ladekabel, Beats-Kopfhörer, Apple TV-Set-Boxen und iPods herausgerechnet, dürfte die Apple Watch kaum mehr als zwei bis maximal drei Millionen Einheiten verkauft haben und damit deutlich hinter vergangenen Quartalen zurückgeblieben sein.

Kapitalrückführungsprogramm um 50 Milliarden Dollar angehoben

Apple-CEO Tim Cook verlängerte erwartungsgemäß Apples Kapitalrückführungsprogramm um ein weiteres Jahr um 50 Milliarden Dollar. Die Dividende wurde um 10 Prozent auf nunmehr 0,57 Dollar je Anteilsschein pro Quartal angehoben, während weitere 35 Milliarden Dollar für Aktienrückkäufe zur Verfügung stehen sollen. Das liegt auf dem gegenwärtigen Niveau.

Anleger reagierten geschockt auf den unerwartet großen Einbruch der Geschäftsentwicklung, der sich auch im laufenden Quartal fortsetzt. Apples Ausblick legt einen Umsatzrückgang von bis zu 17 Prozent nahe,  der in diesen Dimensionen nicht erwartet worden war.

Die Apple-Aktie kam nachbörslich mit einem Minus von 8 Prozent auf 96 Dollar unter die Räder und vernichtete dabei weitere 45 Milliarden Dollar an Börsenwert.

Apple befindet sich an der Wall Street seit Längerem in Turbulenzen: Seit Anfang des Jahres hat die Aktie 9 Prozent an Wert eingebüßt – binnen des vergangenen 52 Wochen ist das Minus bereits auf 29 Prozent angeschwollen.

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Alle Kommentare

  1. Wen, mit halbwegs klarem Kopf, wundert das?
    Das iPhone hinkt mit seinen Fähigkeiten seit Jahren der Androit Konkurrenz hinterher, kostet dafür aber umso mehr und Apple ändert daran nichts sondern verlässt sich komplett auf die Stärke seiner Marketing Abteilung und die blinde Treue seiner Anhängerschaft.
    Vielleicht haben jetzt ja doch ein paar Leute die Augen geöffnet und voller Neid das Samsung, Sony, LG oder sogar Huawei Smartphone des Nachbarn erblickt …
    Was den Mac Bereich angeht frage ich mich seit ca. 5 Jahren wann endlich mal etwas kommt, was eine echte Verbesserung der Geräte darstellt. Z.B. ein echter Geschwindigkeit Schub.
    Ich besitze 3 Mac Rechner, die professionell genutzt werden – selbst das älteste Book von 2011 ist immer noch fast genau so schnell wie die heutigen und hat zudem ein DVD Laufwerk und einen Audio Eingang integriert. Es ist also grundsätzlich sogar erheblich umfangreicher Ausgestattet als neue Modelle UND ich kann da selbst noch Speicher und HD erweitern, austauschen etc.
    Tja, woran könnte der Umsatzrückgang wohl liegen?
    Ach ja, hatte ich schon erwähnt, dass das 12″ Macbook tatsächlich ca. so schnell ist wie mein 11″ Macbook Air von 2012 und tatsächlich auch noch einen (1) ganzen Anschluss hat! Wenn das nicht echt innovativ ist und uns weiter bringt!

    1. Was für eine Behauptung! Noch nicht mal ein Beispiel wird hier genannt wo Apple hinterher hinken soll. Viele Features die z.b. bei Samsung groß angekündigt werden sind doch in der Praxis fast nie benutzbar gewesen. Kein Mensch benutzt die sinnlosen Features aber toll ist es wenn man sagen kann das man es hat.

      Ein Amolet Display hat keine natürlichen Farben. Wer will sowas dauerhaft anschauen? Wer benutzt bei einem Edge die Seitenleiste? Das Menü ist überfrachtet mit Optionen so das kein normal Sterblicher sich damit auskennt.

      Viele sehen nur den Preis wenn man aber ins Detail geht wird es ganz schnell eng für Android. Mal schnell ein Androide wieder hergestellt? War nach der Wiederherstellung wieder alles drauf? Wieviele Apps laufen nicht richtig und stürzen ab oder starten erst garnicht? Wie lange bekommt man Updates auf neue Betriebssystem Versionen? Wenn man sie überhaupt bekommt.

      Das iPad 2 hat iOS 9 bekommen. Es ist mittlerweile 5 Jahre alt!

      In welchen Ordner speichert man seine Dateien? Wo kann man seine Gekaufte Musik und Filme aus dem Playstore finden und auf den Computer übertragen? Wer tauscht ein 15 Monate gebrauchtes Smartphone in ein neues um? Bei Apple bekommt man so einen Service.

      Ein Android Gerät ist was für Bastler und für Leute die zu viel Zeit haben sich mit dem System auseinander zu setzen. Wer Technik einfach nur benutzen will ist nach wie vor bei Aplle besser aufgehoben. Auch wenn nicht immer alles rund läuft ist iOS immer noch deutlich besser als Android! Mich nerven bei Android die vielen kleinen Mängel die den einem im Alltag die Laune vermiesen.

      1. Manche sagen ja, Apple wäre eigentlich eine Religion und der Begriff „Apple-Jünger“ wäre auch nur halb im Scherz gemeint.

        Wenn ich deine Beiträge hier lese, dann weiß ich auch warum.

        Und was deine Antwort auf mein Beispiel mit dem iPhone angeht:

        Ich denke, ich habe fair berichtet und auch den guten Service nicht verschwiegen aber der erfolgte eben aus reiner *Kulanz*, das war der springende Punkt.

        Es kann doch nicht sein, dass ein 600 Euro teures Gerät nach gerade einmal 14 Monaten ohne ersichtlichen Grund den Geist aufgibt und der Kunde dann allein auf die Großzügigkeit Apples angewiesen ist.

        Und dann noch die Behauptung von ihrem Vorposter, auf den sich mein Kommentar ja bezog:

        „Kein Wunder, dass der iPhone- und iPad-Umsatz einbricht: Wer eins dieser Geräte hat, hat sich eben Qualität gekauft, die viele Jahre hält – ohne die geringsten Gebrauchsspuren.“

        Nee, das war mir denn doch ein bissel zu dicke aufgetragen, also wirklich.

      2. Also, ich als Apple user bin schon lange auf Android (erst auf Samsung – jetzt Sony Z3 compact) umgestiegen weil:
        Speicher erweiterbar, viel einfachere Datenhandhabung (einfach usb anschließen und kopieren, austauschen, etc.), Wasser dicht, super Akku Laufzeit und dazu auch noch erheblich günstiger.
        Wohl gemerkt, wir sprechen bei dem Z3 sogar über ein veraltetes Gerät mit dem ich noch nie Probleme hatte – keine Abstürze, alle Apps öffnen sich und funktionieren. Ich benutze es für alles wie Termine (auch sync mit meinen Macs), Navi, Fotos, Musik, usw. Es ist auf der Chip-Rangliste immer noch auf Rang 10 zu finden … das neueste und beste iPhone 6S Plus für ca. 800,-€ auf Rang 31 (6S auf Rang 41).
        Ich würde selbst mein veraltetes Gerät nicht gegen ein neues iPhone tauschen wollen (was ich sofort könnte, wenn ich wollte).
        Die neueste Gerätegeneration der bekannten Hersteller hat natürlich noch mehr zu bieten – kann ich aber nicht persönlich beurteilen.
        Langt das soweit an Beispielen?

      3. Sorry, Korrektur:
        Das Z3 compact ist z.Z, bei Chip auf Rang 15 und das iPhone 6s auf Rang 42.
        Noch Anmerkungen zum Thema 1) Basteln:
        Habe nie gebastelt sondern Play Store aufgerufen, installiert, angemacht … fertig und funzt.
        2) Wo finde ich was:
        Na, immer in dem Ordner wo es halt hingehört. Wenn ich es aber anders haben will … neuen Ordner erstellen und/oder einfach z.B. auf die Speicherkarte schieben. Wenn die aus allen Nähten platzt, einfach ne größere nehmen.
        3) System:
        Keine Ahnung womit ich mich da auseinander setzen müsste – das funktioniert halt so vor sich hin. Bei meinem Z3 compact konnte ich noch keine Mängel entdecken.
        Aber eines weiß ich … wenn ich tatsächlich wollte, dann könnte und dürfte ich mich auch damit auseinander setzen, rooten, anpassen, verbessern usw.

        Wie sieht es in diesen Dingen den so beim iPhone aus?

  2. Kein Wunder, dass der iPhone- und iPad-Umsatz einbricht: Wer eins dieser Geräte hat, hat sich eben Qualität gekauft, die viele Jahre hält – ohne die geringsten Gebrauchsspuren. Schauen Sie sich mal ein Samsung nach einem Jahr an…

    1. Meine Schwester könnte dazu folgendes erzählen:

      Funkelnagelneues iPhone gekauft, 14 Monate später kaputt, startete nicht mehr, schwarzer Bildschirm. – Nicht heruntergefallen und immer sorgsam behandelt – sehr sorgsam sogar, bei dem Preis.

      Anruf bei der Apple-Hotline, kurze Wartezeit und Agent sehr freundlich.

      Aber: Standard-Garantie von 12 Monaten ist vorbei, keine Garantieverlängerung abgeschlossen, bist im zweiten Jahr und damit also nur noch in der Gewährleistung, wo KUNDE (!) in der Beweispflicht.

      Artete halb in Bettelei aus aber meine Schwester der Agent lagen zum Glück auf derselben Wellenlänge und sie erwähnte außerdem, daß sie während ihres Studiums auch im CallCenter gearbeitet hatte (was stimmte).

      Das Gerät wurde schließlich (ohne vorheriges Einschicken und Überprüfen) kostenfrei umgetauscht aber es war reine Kulanz und hätte auch anders ausgehen können.

      Soviel also mal zur unverwüstlichen Qualität der iPhones aber auch zum freundlichen Service, das soll auch nicht verschwiegen werden.

      1. Hallo geht’s noch? Deine Schwester bekommt ein neues Gerät und du beschwerst dich hier? Kennst du noch einen Hersteller der das machen würde? Bei mir das selbe ich habe nach 15 Monaten ein Austauschgerät bekommen was nagelneu war.

        Bei mir war die Kamera verschoben und die Leisetaste hatte keine Druckpunkt mehr. Das Gerät funktionierte noch einwandfrei. Apple hat auf Kulanz getauscht. Es kam lediglich der Hinweis das sich das Gerät in der Gesetzlichen Gewährleistung befinden. Apple hätte nicht tauschen müssen. Der Hinweis muss bei einigen Kunden kommen weil viele ein reges Tausch verhalten pflegen.

        Übrigens war es bei mir das erste Apple Gerät was getauscht werden musste und ich hatte schon einige. Bei mir war der Mitarbeiter äußerst freundlich und ich musste zu keiner Zeit betteln.

        Der Irrglaube Apple könnte Millionen Geräte ausliefern ohne das es irgendwo einen Mangel gibt ist doch ein Mythos. Es gab bei iPhones schon immer irgendwo einen Mangel. Bisher bei fast allen Serien. Nur auf die Ausbesserung und dem Verhalten des Herstellers kommt es an. Es gibt nichts was perfekt ist. Apple bietet allerdings im Vergleich gesehen wohl das beste an Qualität. Mal ein Samsung Gerät nach zwei Jahren Benutzung gesehen? Dann weist du was ich meine. Früher musste ich bei Samsung das erste Gerät immer erst mal tauschen weil es erst garnicht an ging.

        Deine Schwester soll das mal bei anderen Herstellern versuchen. Ich habe schon viel erlebt, Apple hat immer noch den besten Service. Sony war bei mir bisher die größte negativ Erfahrung. Da bekommt man bei einem Defekt ein versifftes und mit deutlichen Gebrauchspuren übersätes Gerät zurück. Nach einem Jahr kannst du deinen Anwalt anrufen der macht aber nicht wegen zu geringem Streitwert.

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