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Laura Wontorra „heißeste Sportmoderatorin“: Sexismus-Streit im Journalistenverband VDS

Verbandsboss Erich Laaser und Moderatorin Laura Wontorra
Verbandsboss Erich Laaser und Moderatorin Laura Wontorra

Jetzt haben auch die Sport-Reporter und -Moderatoren so etwas wie eine Aufschrei-Debatte: Der Sportjournalist, das Mitgliedermagazin des Verbandes deutscher Sportjournalisten (VDS) druckte eine Meldung, dass Laura Wontorra die "heißeste Sportmoderatorin" in Deutschland sei. Aus Empörung darüber, dass "heiß" für die Macher ein Qualitätsmerkmal für Berichterstatterinnen zu sein scheint, kündigte die erste Journalistin nun ihre Mitgliedschaft.

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Ins Rollen brachte die Debatte die Sportjournalistin Andrea Schültke. Sie kündigte ihre Mitgliedschaft und postete den entsprechenden Brief öffentlichkeitswirksam via Twitter. Für sie ist die Umfrage „sexistisch“ und sollte nicht mal „ignoriert werden“. Der unkommentierte Abdruck sei „ein Rückfall in längst vergessene Zeiten“.

Im Deutschlandfunk äußerte sich der bekannte Sport-Reporter und Verbandspräsident, Erich Laaser, zu der Debatte. Dabei machte er jedoch nicht gerade die glücklichste Figur. So sagte er: „Es ist nichts verwerfliches daran, wenn Menschen – egal ob Frauen oder Männer – aus ihrer Optik etwas machen“, sagt Laaser. „Wenn man sie dann darauf reduziert, werden sie wahrscheinlich nicht lange in dem Beruf bleiben.“ Bei Laura Wontorra, so Laaser, „steckt mehr dahinter als ‚heiß'“.

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Zudem verteidigt Laaser die Meldung in der Verbandszeitschrift, die an die rund 3600 Mitglieder der VDS verschickt wird. So findet er an der Meldung nichts Anstößiges. „Der eine oder die andere interessieren sich dafür. Wir haben diese Kategorie nicht erfunden und auch nicht die Umfrage in die Welt gesetzt.“

Die Kurzmeldung als Provokation zu verstehen sei schlicht „Unsinn!“. Für Laaser spiele die Optik von Menschen bei der Bewertung ihrer Arbeit „nicht die geringste Rolle“.

Sport1 selbst berichtet mit großer Begeisterung über die Wahl. Dort heißt es unter der Überschrift: „Große Ehre für Laura Wontorra“: „Die Sport1-Moderatorin wird mit großem Abstand zur heißesten Sportjournalistin Deutschlands gewählt. Auch bei den Blondinen ist Sport1 ganz vorn vertreten“.

Wie schwierig das Verhältnis von Sportlern und Journalistinnen noch immer ist, zeigt aktuell ein Vorfall in einer Pressekonferenz in Spanien. Dort entgegnete der ehemalige Profi von Real Madrid, Luis Figo, auf die Frage einer weiblichen Reporterin aus Barcelona: „Eigentlich spreche ich mit katalanischen Medien nicht, aber ich mache eine Ausnahme, weil sie hübsch sind…“.

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Alle Kommentare

  1. „Heiß“ ist in diesem Fall sexistisch, weil es eben immer wieder nur für die Beschreibung von Sportjournalistinnen verwendet wird. Und weil es immer wieder Sportjournalistinnen sind, die sich nicht nur aufgrund ihrer Qualifikationen, sondern (vor allem!) aufgrund ihres Äußeres bewerten lassen müssen. Das zeigen doch auch die Kommentare hier ganz gut, von denen viele überhaupt nicht auf den Inhalt von Schültkes Brief eingehen, sondern ihr Aussehen mit dem von Wontorra vergleichen und ihr dann unterstellen, sie sei neidisch – obwohl sie genau das Gegenteil ist. Schültkes Verhalten ist einfach solidarisch mit allen Sportjournalistinnen des Verbands.

    Und: selbstverständlich „darf“ man über das Aussehen von Sportjournalistinnen oder Sportjournalisten (oder jedes anderen Menschen) sprechen. Die Frage ist doch aber: Sollte man? Ist das für ein Mitgliedermagazin, wie „Der Sportjournalist“, überhaupt wichtig? Oder kann man sich dann nicht ganz bewusst dagegen positionieren?

  2. Die meisten Sportreporter im Fernsehen labbern sowie nur dummes Zeug. Ist doch gut, wenn man wenigstens was fürs Auge hat… 🙂

  3. Da merkt man doch erst mal, wie überbewertet & überflüssig diese ganze aufgeblasene sogenannte „Sportberichterstattung“ ist… Da geht’s doch überhaupt nur um Oberflächlickeiten, vornehmlich wenn’s um Fussball geht. Alles so ein Quatsch! Denn eigentlich hat Frau Schültke ja Recht, dass „heiß“ nun wirklich kein Kriterium für journalistische Qualität ist – aber Sportberichterstattung ist ja auch kein Journalismus mehr, sondern allerhöchstens „Entertainment“…

    1. Wo ist der Sack Reis, der da in China umfällt ?
      Was für eine sinnlose Diskussion. Laura Wontorra ist eine Sportmoderatorin. Ob „Heiß“ oder nicht- Geschmacksache. Ob kompetent oder nicht – Geschmacksache. Deswegen einen kompletten Verband und sein monatliches Organ in den Senkel zu stellen ist einfach nur überflüssig.

  4. Frauen sind dann aufeinander besonders eifersüchtig, wenn es ganz direkt um Schönheitskonkurrenz geht. Wie im Fall der „heißen“ Wontorra. Davon leben nicht nur die hippe #Aufschrei-Manie, sondern auch alle „Frauen-Zeitungen“ und die Modeindustrie, deren Millionen KäuferInnen einem unerklärlichen, heißen Schönheitswettkampf gehorchen. Niemand kann für sein nacktes Äußeres. Gegen diesen „Rassismus“ wäre ein #Aufschrei gerechtfertigt – nicht gegen die angehimmelte Wontorra.

  5. Wenn man mit nach Frau Schültke googelt, sich die Fotos der Dame ansieht und mit den Bildern von Frau Wontorra vergleicht, wird die Sache klar und es erübrigt sich jeder weitere Kommentar…

  6. Ich habe selten so einen Quatsch gehört. Jetzt darf man eine Moderatorin schon nicht mehr als heiß bezeichnen? Wie verklemmt kann man denn sein? Gut, dass die Frau aus dem Verband ausgetreten ist. Wenn sie jetzt auch noch den Journalismus verlässt, wäre alles gut.

  7. Deutschland wird immer spießiger und miefiger. 🙁

    Was mischt die sich ein, es geht doch garnicht um sie?

    Die Dame passt meiner Meinung nach wirklich hervoragend ins Justizministerium, jedenfalls bis 2017, solange der Maas dort noch Chef ist.

    Der eine will zurück ins 18. Jahrhundert und Werbung mit etwas Halb-Nackigem verbieten, die andere will möglichst viel Aufmerksamkeit, denn kennen tut die eh kaum einer, und ihren Beitrag für einen Verband sparen, wo sie vermutlich sowieso austreten wollte.

    Denn das dieser Quark wirklich der Grund für ihren Austritt ist, das glaube ich persönlich jedenfalls nicht. aber öffentlichkeitswirksam ist er leider wohl wenigstens ein bisschen.

    Und was macht die Person, um die es vorgeblich gehen soll, Frau Wontorra? – Das Vernüftigste, was man tun kann, sie nimmt sich nämlich die Freiheit zu diesem Blödsinn ganz zu schweigen.

  8. O M G!! Jetzt ist also das Wort „heiß“ schon sexistisch?!?

    Unbegreiflich, über was sich manche Menschen aufregen und aus einer Fliege einen Elefanten machen.

    Dann soll Frau Schültke jetzt 2 Tage lang ihren Twitter-, Facebook- und was auch immer Ruhm haben, sich über die 12 Likes freuen und sich als Heldin in ihrer Frauengruppe feiern (lassen).
    Vielleicht gibt’s ja auch einen „Daumen hoch“ von Alice Schwarzer…

    In 3 Tagen redet (zum Glück) ein Mensch mehr darüber.

    Ein Kleinkind ist nichts dagegen!

  9. Stutenbissigkeit?! Ihr seid doch alle schön, jung und sexy.
    Heißt halt nicht Wontorra.
    In Zukunft nur noch Vollkörperschleier. Dann provoziert man niemanden und Ymerkel gefällt es sich auch.

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