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Angriff im Radiogeschäft: Ex-Rennfahrer will mit neuem Multiplex mehr DAB+-Frequenzen schaffen  

Steffen Göpel will ein zweites nationales DAB+ Multiplex aus der Taufe heben
Steffen Göpel will ein zweites nationales DAB+ Multiplex aus der Taufe heben

Vom Rennfahrer in der früheren DDR zum Immobilienmanager - Steffen Göpel gilt in Leipzig einer der umtriebigsten Geschäftsmänner. Jetzt plant er, im bundesweiten Radiogeschäft kräftig mitzumischen. Er will ein zweites nationales DAB+ Multiplex aus der Taufe heben und hat hierfür einen entsprechenden Antrag bei den Landesmedienanstalten eingereicht. Namhafte Größen aus der Radiobranche unterstützen ihn. 

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Steffen Göpel hat es als Leipziger Immobilienkönig (Bild) weit gebracht. Nach seiner Karriere als Rennfahrer in der DDR baute der gelernte Bautischler die Immobiliengruppe GRK-Holding auf. Das Unternehmen hat sich auf die Sanierung von Altbauten spezialisiert. Vergangenes Jahr verkaufte der Geschäftsmann die Mehrheit an seinem Firmenreich an die ehemals zu Hochtief gehörende Formart-Gruppe, die heute Teil des internationalen Immobilienkonzerns ActivumSG des bekannten Fondsmanagers Saul Goldstein ist.

Jetzt will Göpel geschäftlich neue Wege einschlagen und im Radiogeschäft kräftig mitmischen. Er plant, einen zweiten nationalen DAB+ Multiplex aufzubauen, um mit Digitalradio kräftig Geschäfte zu machen. Denn die Branche gilt als Markt der Zukunft. Mehrere Millionen Autofahrer und Haushalte nutzen hierzulande bereits Digitalradios, die über den Übertragungsstandard DAB+ verfügen. Und die Nutzerzahlen wachsen stetig. Jedes Jahr gehen mehrere hunderttausend DAB+ fähige Geräten im Handel über den Ladentisch. Bislang gibt es jedoch nur ein nationales DAB+ Multiplex. Hierüber verbreiten diverse private und öffentlich-rechtliche Sender ihr Programm. Dazu gehören Sender wie Absolut relax, Deutschlandfunk, Deutschlandradio Kultur, DRadio Wissen, Energy, ERF Plus, Klassik Radio, Radio BOB!, Radio Schlagerparadies, Radio Horeb und sunshine live. Dabei schreitet der Ausbau der Sendestandorte für den nationalen Digitalradio-Multiplex weiter voran. So soll die Zahl bis Ende 2016 von 61 auf 110 steigen. Damit könnten 82 Prozent der Einwohner innerhalb von Gebäuden sowie 92 Prozent in der Fläche Digitalradio empfangen. Auch auf den Bundesautobahnen könnten Autofahrer zu 98 Prozent Radios mit DAB+-Technologie einsetzen.

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Doch die Sendefrequenzen von DAB+ sind ausgereizt. Dies will Göpel jetzt ändern, in dem er mit einem zweiten nationalen DAB+ Multiplex mehr Kapazitäten schafft. „Der Antrag auf Ausschreibung eines zweiten nationalen DAB+ Multiplex stellt für mich ein langfristig angelegtes Projekt dar, auf welches ich mich freue“, sagt der Geschäftsmann. Nähere Angaben will er hierzu nicht machen. Er betont aber, dass der Markt „voller Möglichkeiten“ stecke. Denn sollte Göpels Projekt gelingen, könnten schnell weitere private Sender hinzukommen, die ihr Programm bundesweit ausstrahlen. So will der Geschäftsmann nicht ausschießen, dass er selber Radiostationen gründet. Diese wären vor allem für die Vermarktung interessant. Denn Radiosender sind meist auf lokale Räume begrenzt. Mit einem 2. DAB + Multiplex können die Stationen aber bundesweite Kampagnen ausstrahlen. Dies käme vor allem Werbetreibenden gelegen.

Um das Vorhaben abzuwickeln, hat Göpel die Digital Audio DAB+ GmbH gegründet. Dahinter steht Florian Schuck, ehemals Geschäftsführer der Radio Saarbrücken GmbH. Zudem sollen weitere namhafte Größen aus dem Radiobranche an dem Vorhaben mitmischen. Noch hat die zuständige Kommission für Zulassung und Aufsicht (ZAK) für Göpels Vorhaben kein grünes Licht gegeben. Dies könnte aber auf der nächsten Sitzung am 26. April in Halle erfolgen. Die Landesmedienanstalten halten sich zu dem Leipziger Vorhaben bedeckt. „Den Medienanstalten liegt ein Antrag vor, in dem eine GmbH eine Interessensbekundung an Übertragungskapazitäten für einen zweiten bundesweiten privaten Digitalradio-Multiplex formuliert hat“, betont eine Sprecherin. Es sei kein Antrag auf Zuweisung von Kapazitäten – denn einen solchen Antrag könne es erst im Rahmen einer Ausschreibung durch die ZAK geben, heißt es. „Damit es zu einer Ausschreibung kommen kann, müssen die Medienanstalten einen entsprechenden Zuweisungsantrag bei den Ministerpräsidenten der Länder stellen“, erklärt die Sprecherin der Landesmedienanstalt das Procedere.

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Alle Kommentare

  1. Sehr gut, allerdings ist das Hauptproblem für DAB+ leider die mangelnde Präsens privater Sender, welche die Kosten für den Umstieg von UKW auf DAB+ scheuen – und das schon seit vielen Jahren.

    Erst eine Abschaltung von UKW (wie bei MW, KW und Langwelle ja schon geschehen) wird sie dazu bewegen, wohl oder übel die Geldbörse dafür zu öffnen.

    DAB+ ist die bessere Technik, man hört entweder exzellente Sprachqualität oder man hört garnichts aber jedenfalls kein Rauschen,
    und Jaulen, kein mal Laut und mal leise wie bei UKW.

    DAB+ Empfangsgeräte sind in ausreichender Menge, Vielfalt und zu wirklich erschwinglichen Preisen mittlerweile vorhanden, die Netzabdeckung ist auch gut vorangekommen, es gibt kaum noch weisse Flecken in Deutschland.

    Der Wille zu Umstieg aber fehlt leider, es sind fast nur die ÖR über DAB+ zu empfangen. 🙁

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