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Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des „Schmähgedichts“ gegen Jan Böhmermann

Jan Böhmermann, Erdogan-Schmähkritik bei „Neo Magazin Royale“: Gericht verbietet Teile des Gedichts
Jan Böhmermann, Erdogan-Schmähkritik bei "Neo Magazin Royale": Gericht verbietet Teile des Gedichts

Nach Information des Spiegel hat die Staatsanwaltschaft Mainz Ermittlungen gegen den ZDF-Moderator Jan Böhmermann eingeleitet. Grund ist Böhmermanns vom ZDF gelöschtes Schmähgedicht auf den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan. Die Ermittlungen laufen wegen Verdachts der Beleidigung von Organen oder Vertretern ausländischer Staaten. Darauf stehen im Fall einer Verurteilung bis zu drei Jahren Haft.

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Bei der Staatsanwaltschaft seien rund 20 Strafanzeigen gegen Böhmermann eingegangen, sagte eine Sprecherin der Behörde zum Spiegel. Zur Sicherung der Beweise werde beim ZDF ein Mitschnitt der Sendung angefordert. Auch sei das Bundesjustizministerium unterrichtet worden, um zu klären, ob die Türkei bzw. Erdogan ein Strafverlangen stellen. Letzteres erscheint eher unwahrscheinlich. Am Sonntag hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel bereits mit dem türkischen Ministerpräsidenten Ahmet Davutoglu in der Sache telefoniert. Merkel hatte dabei Böhmermanns Schmähgedicht als „bewusst verletzend“ kritisiert.

Laut einem Bericht des Tagesspiegel ließ zuvor bereits das Auswärtige Amt das Böhmermann-Gedicht juristisch prüfen. Wie der Tagesspiegel mit Berufung auf Regierungskreise weiter berichtet, sei es nach dem Telefonat Merkels mit Davutoglu aber unwahrscheinlich, dass die türkische Regierung hier aktiv wird. Strafanzeigen, die von Privatpersonen kommen, sind davon aber natürlich nicht betroffen.

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Böhmermann hatte das als „Schmähkritik“ bezeichnete Gedicht, in dem Erdogan auf obszöne, absurd übertriebene Weise beleidigt wird, in der Sendung „Neo Magazin Royale“ bei ZDFneo verlesen. Kurz darauf entfernte das ZDF den Beitrag aus der Mediathek und das Gedicht wurde vor einer Wiederholung der Sendung herausgeschnitten, da es nicht den Ansprüchen des Senders an einen satirischen Beitrag genüge, wie das ZDF mitteilte.

Böhmermann hatte in seiner Sendung erklärt, er wolle mit dem Gedicht aufzeigen, was als Satire in Deutschland erlaubt und was als Schmähkritik nicht erlaubt sei. Das ist ihm offenbar gelungen.

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Alle Kommentare

  1. Hallo Kalif Storch!
    Wer sagt dir,daß ich Bö hauen möchte?Das Lesen scheint dir offensichtlich
    Schwierigkeiten zu bereiten.Du scheinst nicht gerade der Schlaueste zu sein.
    Deine Unterstellung deutet auch darauf hin.Ich wünsche dir trotzdem gute
    Besserung

  2. Hallo Kalif Storch!
    Wer sagt dir,daß ich Bö hauen möchte?Lesen bereitet dir offensichtlich
    Schwierigkeiten.Der Schlaueste scheinst du nicht zu sein.

  3. Ich vermute, das Gedicht stammt gar nicht von Böhmermann, er hat es nur abgelesen. Einiges spricht dafür, dass es in Wirklichkeit von Zini dem Wuslon aus Spaß am Dienstag verfasst wurde, das öfters in der Böhmermann-Sendung zu Gast war. Zini das Wuslon ist aber scheinbar untergetaucht.

    1. der Blumenmann
      Das Lied über Erdogan nach Nenas Schlager umgedichtet, beruht auf
      tatsächlichen Ereignissen und man kann damit einverstanden sein.
      Böhmermanns übles Gedicht spricht die Sprache der Gosse,die Sprache der Luden.Beleidigungen,unbewiesene Behauptungen,Müll.
      Ein Grimme-Preisträger?Ist dieser Preis einen Scheiß wert oder hat
      man hier die Perlen vor die Säue geworfen?Ich mag Erdogan auch nicht,aber dieses Gedicht ist unterste Stufe.Er(Bö..)sollte sich einmal
      mit erdogantreuen Türken unterhalten.Ich würde für ihn dann auch
      gerne den Schlager aus den fünfziger Jahren umdichten“Du hast so
      wunderbare blaue A ugen“

      1. Du würdest Böhmermann gerne hauen? Hat er dir denn auch eine reingehauen? Er hat doch nur ein Gedicht im TV vorgelesen. Warum wehrst du dich also nicht auch mit Poesie und Worten, oh Sohn einer Eselin.

  4. Da hofft man doch schon, dass der anvisierte Strafbefehl unangegriifen bleibt. Denn was soll gegenüber fremden Staatsoberhäupten verboten sein, während man Mitbürger im typisch deutschen politischen Disput entsprechend beleidigen darf. Da bleibt nur noch die übliche Retourkutsche der medialen Endlösung: Böhmermann wird als Nazi abgestempelt und finanziell ruiniert, damit sich bloß kein oberinstanzliches Gericht der Grenzen der Satire und der Pressefreiheit bzw. Meinungsfreiheit stellen muss. Im Übrigen wäre da ja noch Merkels Deal mit dem lupenreinen Demokraten am Bosporus. Auch wenn bereits nach einem Tag gescheitert. Man stelle sich mal vor, Erdowahn verkündet das Ende. Wohin nur mit all den Milliarden?

  5. Ob es zur Anklage oder vielleicht sogar zum Prozess kommt, das steht noch nicht fest aber selbst wenn dieser dann gut für Böhmermann ausgehen sollte:

    Alleine das ganze Theater und das Drumherum werden die (mehrheitlich ohnehin nicht gerade besonders mutigen) Satiriker abschrecken in Zukunft noch mal mit mehr als einem Fingernägel an Erdogan zu kratzen, genauso, wie die meisten ja schon lange beim Thema Islam vollkommen kuschen.

    (Sehr wenige rühmliche Ausnahmen bestätigen hier die Regel.)

    Heute ist zu lesen, das Erdogan in den Zeitungen, welche seinem Schwiegersohn gehören, die Entlassung Böhmermanns fordern lässt.

    Außerdem will er einen öffentlichen Kniefall vom ZDF, eine genauso hochoffizielle wie hochnotpeinliche Entschuldigung nämlich.

  6. jetzt beisst es die linken mit ihren anti-hate-speech begehren selber in den Arsch. Wo wird die Gessellschaft in 10 Jahren stehen wenn es so weiter geht? Polizei-Staat mit Gedanken-Polizei. Beängstigend. Aber ich sage lieber nichts mehr sonst werde ich noch verhaftet. Gruss, 1984.

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