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Übernahme von Virgin America: Alaska Air entreißt Richard Branson Teil des Lebenswerks

Multi-Unternehmer Richard Branson
Multi-Unternehmer Richard Branson

Richard Branson, der in fünf Jahrzehnten ein beachtliches Firmen-Imperium erschaffen hat, steht vor einem großen Coup – dem Verkauf seiner Fluglinie Virgin America für knapp vier Milliarden Dollar. Doch dem 65-Jährigen, der an der Übernahme fast 800 Millionen Dollar verdienen würde, ist nicht zum Jubeln zumute: Er bedauere die Übernahme der Mehrheit durch den Konkurrenten Alaska Air.

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57 Dollar je Aktie bietet Alaska Air für den kleineren Langstreckenrivalen Virgin Air. Die Wall Street glaubt, dass der Deal durchgeht: Bei 55 Dollar schlossen die Aktien von Virgin Air gestern nach einem Kursplus von 41 Prozent fast auf dem Niveau der Übernahmegebots.

Die zwälf Jahre alte US-Airline, die vom Medien-Unternehmer Richard Branson 2004 gegründet wurde und im August 2007 den Betrieb aufnahm, geht damit für einen Börsenwert von 2,6 Milliarden Dollar an den 84 Jahre alten Rivalen aus Anchorage; inklusive Schulden und Leasingverträge besitzt der Deal ein Volumen von vier Milliarden Dollar.

Richard Branson könnte am Deal knapp 800 Millionen Dollar verdienen

Multi-Milliardär Branson, der in fünf Jahrzehnten ein Firmen-Imperium bestehend aus Medien-, Telekom-, Touristik- und Finanzunternehmen mit einem Jahresumsatz von mehr als 21 Milliarden Dollar aufgebaut hat, könnte an der Übernahme knapp 800 Millionen verdienen. (Branson ist wegen einer Sperrminorität von ausländischen Investoren nur zu knapp 25 Prozent an Virgin America beteiligt.)

Glücklich ist der exzentrische Brite, der in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder durch sportliche Höchstleistungen (Heißluftballonüberquerung des Atlantiks und Pazifiks / schnellste Überquerung des Ärmelkanals mit einem Amphibienfahrzeug) aufgefallen war, über den Zahltag trotzdem nicht, wie er im begleitenden Blogeintrag kommentiert.

„Würde lügen, wenn ich nicht Trauer über Fusion empfinden würde“

„Ich würde lügen, wenn ich nicht Trauer empfinden würde, dass unsere wunderbare Airline mit einer anderen fusioniert wird“, schreibt Branson im Unternehmensblog und verweist auf die  ernüchternde Bilanz von Fusionen und Übernahmen. „Wir wissen nicht, was passieren wird, aber auch Kundensicht betrachtet, haben Übernahmen wie diese selten funktioniert“, äußert sich der fünffache Milliardär ungewöhnlich offen.

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Die Konsolidierung der Branche sei aber ein Trend, den man in der Luftfahrtindustrie kaum stoppen könne. Virgin America, das mit einer Flotte von 60 Flugzeugen zumeist Ziele zwischen der West- und Ostküste der USA anfliegt, fuhr 2015 bei Umsätzen von 1,4 Milliarden Dollar einen Vorsteuergewinn von 61 Millionen Dollar ein.  

Seit dem Börsengang im November 2014 ist Virgin America eine veritable Erfolgsstory: Binnen gerade mal 17 Monaten legte der Börsenwert vom Ausgabekurs bei 23 Dollar um 140 Prozent zu.

Richard Branson bleibt der Luftfahrtindustrie indes erhalten: Seit 1984 betreibt der Seriengründer die britische Fluggesellschaft Virgin Atlantic, an der sein Firmenkonglomerat Virgin Group zu 51 Prozent mehrheitlich beteiligt ist.

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