WeWork: Flexibler Büroplatz-Anbieter ist plötzlich mehr wert als Twitter

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Freelancer kennen das Problem: Zu Hause zu arbeiten, ist nicht jedermanns Sache – sich gleich aber für einen fixierten Zeitraum ein Büro mit Mietvertrag zu suchen, auch nicht. Die Lösung für viele Freischaffende und Gründer: Sogenannte "Coworking Spaces", die monatsweise buchbar sind. Das Geschäft mit dem flexiblen Büro boomt so sehr, dass der weltgrößte Anbieter WeWork förmlich mit Risikokapital überschüttet wird. Mit 16 Milliarden Dollar ist WeWork nun schon wertvoller als Twitter – und genauso wertvoll wie Snapchat und LinkedIn.

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WeWork? Nie gehört? Ein großer Fehler: Das sechs Jahre alte New Yorker Start-up wird nach der jüngsten Finanzierungsrunde inzwischen mit 16 Milliarden Dollar bewertet.

WeWork mietet Büroflächen in angesagten Stadtteilen an und stattet sie modern und hip aus, als würde der Arbeitsplatz zu Google, Facebook oder einem anderen angesagten Internet-Unternehmen gehören – schicke Gemeinschaftsküchen inklusive.

Arbeitsplatz ab 350 Dollar im Monat

Start-ups und Freelancer zählen dann auch zu den besten Kunden: Wer schnell wächst, aber nicht genau kalkulieren kann, wie sich das Geschäft in den nächsten Monaten entwickelt, bucht möglicherweise lieber monatsweise einen Büroplatz als einen teuren langfristigen Mietvertrag in Toplage zu unterschreiben.

Room with a view. #FromWhereIHustle @weworkisrael

Ein von WeWork (@wework) gepostetes Foto am

Der Eintritt in die WeWork-Welt kostet 45 Dollar im Monat: Darin enthalten ist allerdings nur ein einziger Tag zur Büronutzung – und eine Stunde eines Konferenzraumes. Jeder weitere zugebuchte Bürotag kostet 50 Dollar.

Wer sich unbegrenzten Zugang zu einem Schreibtisch sichern will, zahlt dafür 350 Dollar im Monat; ab 450 Dollar ist ein fester Büroplatz erhältlich. Wifi- und Telefon-Nutzung sind ebenso inklusive wie Wasser, Tee und Kaffee  – und auch mit einer Bier-Flatrate wird geworben.

Schon in 21 Städten in 6 Ländern präsent

In mittlerweile 21 Städten in sechs Ländern (USA, Kanada, Großbritannien, Israel, Holland und Deutschland) ist WeWork bereits präsent. Im vergangenen Oktober wagte sich das US-Unternehmen nach Deutschland und eröffnete in Berlin gleich drei Büros mit insgesamt 2500 Arbeitsplätzen – am Potsdamer Platz, am Zoologischen Garten und in der Torstraße.

Die nächsten Ziele der strammen weltweiten Expansion sind bereits fest umrissenen: In China, Indien, Hong Kong, Südkorea, Mexiko und Australien sind weitere WeWork-Büros geplant.

Schon so wertvoll wie LinkedIn und Snapchat

Investoren sind vom globalen Erfolg der boomenden Büroflächenvermieters überzeugt: Diese Woche flossen WeWork erst in einer neuen Finanzierungsrunde, die von den chinesischen Venture Capital-Firmen Legend Holdings und Hony Capital angeführt wurde, 430 Millionen Dollar frische Mittel zu einer Bewertung von nun schon 16 Milliarden Dollar in die Kassen.

Damit wird WeWork, das es inzwischen schon auf mehr als 40.000 Mitglieder bringt, nicht nur bereits deutlich höher bewertet als Twitter, das nach seinem Börsenabsturz nur auf noch mit einem Börsenwert von 11 Milliarden Dollar gehandelt wird, sondern sogar schon so hoch wie das weltgrößte Business-Netzwerk LinkedIn und die boomende Social Media-App Snapchat.

Gleichzeitig bleibt WeWorks fremdfinanziertes Wachstum eine Wette auf die boomenden Weltwirtschaft und nicht zuletzt und auf eine Fortsetzung der Immobilienhausse. Kippt die Konjunktur in die Rezession, dürfte die Abwärtsspirale WeWork in Folge von geringerer Arbeitsplatznachfrage und sinkender Einkommen doppelt treffen – am Ende ist das Home Office für viele Freelancer dann doch schnell wieder eine Option.

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