Vom Pennystock zum Börsen-Shootingstar: ProSiebenSat.1 steigt in den Dax auf

Umsatz und Gewinn gesteigert, aber an der Börse in Sinkflug: ProSiebenSat.1-CEO Ebeling
Umsatz und Gewinn gesteigert, aber an der Börse in Sinkflug: ProSiebenSat.1-CEO Ebeling

Es ist offiziell: Als erster Medienkonzern steigt ProSiebenSat.1 in den Dax auf. Das gab die Deutsche Börse am Abend bekannt. ProSiebenSat.1 ersetzt den Rohstoffkonzern K+S in der ersten deutschen Börsenliga. Vorausgegangen war eine der spektakulärsten Turnaroundstories in der deutschen Börsenhistorie: Vor sieben Jahren noch ein Pennystock, hat der sich der Wert der Anteilsscheine von ProSiebenSat.1 bis heute mehr als verfünfzigfacht.

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Thomas Ebeling ist im Ziel: Das Münchner Senderkonglomerat steigt am 21. März in den Dax auf. Das gab die Deutsche Börse nach Tagung des Arbeitskreises Aktienindizes am Abend bekannt. ProSiebenSat.1 ersetzt per „Fast-Exit-„Regel in der ersten deutschen Börsenliga den strauchelnden Rohstoffkonzern K+S.

Für die Münchner endet damit eine der spektakulärsten Turnaroundstories in der deutschen Börsenhistorie mit einem filmreifen Happy-End. Gegen Ende der Finanzkrise im Frühjahr 2009 waren Anteilsscheine des abgestürzten Senderkonglomerats tatsächlich auf Pennystock-Niveau zu haben – bei 0,88 Euro liegt das im Mai 2009 aufgestellte Allzeittief.

5000 Prozent in sieben Jahren

Seitdem kennt die P7S1-Aktie nur eine Richtung: steil nach oben. Der weite Weg, den die Aktie von ProSiebenSat.1 in den vergangenen knapp sieben Jahren zurückgelegt hat, ist höchst bemerkenswert: Unglaubliche 5000 Prozent Plus waren von 2009 bis zu den Allzeithochs im vergangenen November drin.

Oder in harten Euro gerechnet: Wer im Frühjahr 2009, als ProSiebenSat.1 kurzfristig unter einem Euro dümpelte, 10.000 Euro investiert hätte, säße heute auf dem kaum fassbaren Gewinn von knapp  500.000 Euro.

Schon wertvoller als fünf Dax-Mitglieder

Entsprechend hat sich auch der Börsenwert immer weiter vervielfacht. Bei exakt 10,37 Milliarden Euro ist die Marktkapitalisierung heute per Schlusskurs im Xetra-Handel stehen geblieben – ein Niveau, auf dem ProSiebenSat.1 schon an gleich fünf Dax-Mitgliedern vorbeizieht (RWE, Lufthansa, ThyssenKrupp, Commerzbank und Merck).

Banken erwarten vom Dax-Listing weiteren Auftrieb. So erneuerte in den vergangenen Tagen die Deutsche Bank, HSBC, die NordLB und Nomura ihre Kaufempfehlung. Ein Gegenargument liefert allerdings die Börsenhistorie: Oft genug ging der Aufstieg in einen Eliteindex mit einer Underperformance einher.

Der Aufstieg ist schließlich immer eine nachträgliche Belohnung für eine Kursentwicklung, die in der Vergangenheit liegt. Apple kennt das Problem: Im ersten Jahr nach der Dow Jones-Aufnahme hat sich die Aktie des iPhone-Herstellers weitaus schlechter entwickelt als der traditionsreichste Aktienindex der Welt.

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