„Helmut Schmidt City, Digga“: Das Zeit Magazin gibt es jetzt auch für Hamburg

Zeit Magazin-Chef Christoph Amend macht auch das Hamburg-Heft
Zeit Magazin-Chef Christoph Amend macht auch das Hamburg-Heft

Publishing Die Expansion des Zeit Magazins geht weiter. Nach der englischen Ausgabe kommt jetzt zwei Mal pro Jahr auch ein Heft für Hamburg. Im MEEDIA-Interview verrät Chefredakteur Christoph Amend, dass er ein "Stadtmagazin mit dem Sinn für das Lebensgefühl einer Stadt" machen will. Dieses Feeling filtert die Reaktion in die Titelzeile: "Helmut Schmidt City, Digga“.

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Warum ein Zeit Magazin für Hamburg?
Das Zeit Magazin wurde 1970 in Hamburg gegründet, es ist hier groß geworden. Deswegen ist die Hamburg-Ausgabe für uns wie ein Coming Home. Außerdem haben wir in den vergangenen Jahren gemerkt, dass es für viele Leserinnen und Leser immer besonders berührend war, wenn wir uns mit Städten und Bundesländern beschäftigt haben.

Sie meinen die Hefte über München, Hessen oder Baden-Württemberg?
Ja. Einerseits haben wir uns darüber gefreut, dass in den jeweiligen Gebieten die Auflage der Zeit spürbar gestiegen ist. Andererseits, und das hat uns anfangs überrascht, gab es auch viele positive Reaktionen von Lesern, die gar nicht von dort kamen. Als wir bei einigen nachgefragt haben, haben wir oft den Satz gehört, wie schön es sei, dass wir regionale Themen genauso ernst nehmen wie die nationalen und internationalen.

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Wie kam es dann zum Zeit Magazin Hamburg?
Wir haben uns gefragt: Wie wäre es eigentlich, wenn wir ein Magazin nicht über, sondern für eine Stadt machen würden, eine neue Form von Stadtmagazin, nicht mit einem Veranstaltungskalender, sondern mit einem Sinn für das Lebensgefühl einer Stadt? Wie wäre es, wenn wir Kolumnen und Serien aus dem großen Zeit Magazin nehmen und sie auf Hamburg beziehen: also beispielsweise keine Deutschlandkarte, sondern eine Hamburgkarte, einen Hamburger Traum oder Harald Martenstein über Hamburg? Und plötzlich hatten wir das Konzept für das Zeit Magazin Hamburg, die kleine Schwester des großen Zeit Magazins.

Die Titelzeile lautet: „Helmut Schmidt City, Digga“. So langsam lässt sich der Helmut Schmidt-Fetisch der Zeit nicht mehr toppen, oder? Der erste Gedanke beim Blick auf das Cover: Nicht schon wieder Helmut Schmidt. Dann schlägt man das Heft auf und was sieht man? Die Lieblingsplätze von Helmut Schmidt.
Das Zeit Magazin hat eine besondere Verbindung zu Helmut Schmidt. Zum Neustart des Magazins 2007 hat sich Giovanni di Lorenzo jede Woche „Auf eine Zigarette mit Helmut Schmidt“ getroffen. Die Gespräche waren mal persönlich, mal politisch. Für viele Leser war die letzte Seite im Magazin das erste, was sie in der Zeit gelesen haben. Deshalb war für uns immer klar, dass wir Helmut Schmidt in unserem Hamburg-Heft einen Gruß schicken wollen. Dann haben wir Matthias Naß, mit dem wir damals die Zigaretten-Idee entwickelt haben, gefragt, ob er nicht in jeder Ausgabe einen Hamburger Lieblingsort von Helmut Schmidt vorstellen will, als kleine Erinnerung an einen großen Mann. In der ersten Folge geht es um Willkomm-Höft an der Elbe, dort hat sich Helmut Schmidt oft Sonntagnachmittags die einfahrende Schiffen angesehen.

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Man fragt sich trotzdem, was die maximal gelangweilten Teenager auf dem Cover mit Helmut Schmidt zu tun haben.
Vielleicht ist das eher der Blick von uns älteren Herren, nach dem Motto: Die könnten doch mal lächeln? 1980 hat die damalige Zeit Magazin-Redaktion auf den Hamburger Schulhöfen einen neuen Jugend-Trend entdeckt: den Popper. Das haben wir jetzt zum Anlass genommen, um herauszufinden, wie der Stil der Hamburger Jugend von heute ist.

Was muss passieren, damit Sie sagen, es hat sich gelohnt, ein Zeit Magazin für Hamburg zu machen?
Der erste Lohn ist, dass wir dieses Experiment machen können. Unseres Wissens nach hat es so etwas noch nicht gegeben: eine lokale Ausgabe eines überregionalen Magazins. Und finden Sie nicht auch, dass unsere Branche nichts mehr gebrauchen als neue Konzepte?

Ist ein solches Zeit Magazin auch für andere Städte und Regionen geplant?
Sie bringen einen ja auf Ideen!

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