Fortune-Interview: Tim Cook deutet Apples Auto-Pläne an – ein bisschen

iCar-Pläne: Apple-Chef Tim Cook bleibt weiter verschlossen
iCar-Pläne: Apple-Chef Tim Cook bleibt weiter verschlossen Foto: dpa

Digital Economy Es läuft seit Monaten nicht besonders gut für Apple an der Wall Street: Die Aussicht auf ein Ende des Wachstums des Kassenschlagers iPhone hat der Apple-Aktie in den letzten Monaten zweistellige Abschläge eingebrockt – sogar die psychologisch wichtige 100 Dollar-Marke ging seit Längerem verloren. Zeit also für Tim Cook mit einem Wirtschaftsmedium zu sprechen! Doch im Exklusiv-Interview mit Fortune zelebriert der Apple-Chef erneut die Kunst des Nichtssagens – und deutet nur vage die Arbeit am Apple-Auto an.

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Es ist eine hochinteressante Konstellation: Der langjährige Fortune Magazine-Reporter Adam Lashinsky interviewt den Mann, den er in seinem 2011 veröffentlichten Bestseller „Apple Inside“ aufs Schärfste kritisiert hat: Apple-Chef Tim Cook.

Im Exklusiv-Interview mit dem amerikanischen Wirtschaftsmagazin zelebriert Tim Cook erneut die Kunst des Nichtssagens. Substanziell entlocken lässt sich Cook nur, dass der wertvollste Konzern der Welt Anfang nächsten Jahres mit dem Umzug  in den neuen, ufoförmigen Firmencampus  beginnen will.

Tim Cook bleibt Mantra treu: den Lärm ausblenden

Ansonsten: ein großes Schlingern zwischen Eventualitäten mit den bekannten Phrasen aus der hohen Schule der Apple-PR:  „Wir müssen nicht die Ersten sein, sondern die Besten / Wir müssen nicht die meisten Produkte verkaufen, sondern die besten. / Wir machen die Produkte, um das Leben von Menschen zu bereichern / Das ist unser Polarstern.“

Den jüngsten Börsencrash, der bei Apple immerhin 250 Milliarden Dollar an Börsenwert vernichtete, kommentiert Cook wie gewohnt: Er blende den Lärm einfach aus. Und überhaupt: „Auch diese Phase geht vorbei.“ Cook kann den Verwerfungen an den Kapitalmärkten sogar etwas Positives abgewinnen: alles werde schließlich billiger – Komponenten, andere Unternehmen, sogar die eigene Aktie (für Rückkäufe).

Tim Cook gibt zu: „Wir erkunden Technologien, wir erkunden Produkte“

Interessanter wird es dann, als Lashinsky versucht, Cook etwas über die Auto-Pläne zu entlocken: Der Apple-Chef dementiert nicht, an einem Auto-Projekt zu arbeiten, das Tesla-Gründer Elon Musk bekanntermaßen als „offenes Geheimnis“ bezeichnet hat.

„Das Großartige ist, dass wir neugierige Menschen sind. Wir erkunden Technologien, wir erkunden Produkte. Wir gehen dabei in nicht viele Kategorien. Wir diskutieren über einige Dinge und machen dann deutlich weniger“, windet sich Cook wie ein Politiker.

Apple-Auto weiter völlig offen

Lashinsky versucht Cook dann darauf festzunageln, ob die Tatsache, dass Apple etwas „erkundet“, auch bedeuten würde, dass das Ergebnis irgendwann auch in einem Produkt resultieren würde. Cook erklärt, dass dies nur der Fall wäre, wenn Apple „haufenweise Geld“ darauf verwetteten würde, was bei der Rekrutierung von Hunderten Mitarbeitern nicht der Fall sei.

Ergo: Apple „erkundet“ die Machbarkeit eines Elektroautos, hat offenkundig im großen Stil Ingenieure verpflichtet – ob aus den Bemühungen am Ende aber das längst mythisch verklärte „iCar“ resultiert, ist weiter völlig offen. Einen offenkundigen Rückschlag haben Apples mutmaßliche Auto-Pläne jüngst durch den Rückzug des bisherigen Projektleiters der „Titan Unit“ Steve Zadesky erhalten.

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