Keine Erotik aus dem Briefkasten mehr: Beate Uhse verschickt zum Valentinstag letzten Katalog

Entblättert: Beate Uhse wird zukünftig keine Kataloge mehr verschicken
Entblättert: Beate Uhse wird zukünftig keine Kataloge mehr verschicken

Beate Uhse macht Schluss mit einer Jahrzehnte währenden Tradition und trennt sich vom Papier. An diesem Wochenende wird der letzte gedruckte Katalog des Erotikhändlers verschickt – ausgerechnet zum Tag der Liebe, dem Valentinstag. Die Entscheidung ist ein logischer Schritt angesichts der voranschreitenden Digitalisierung der Lust-Branche. Das Kataloggeschäft ist längst nicht mehr profitabel.

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Die Entscheidung gab das Unternehmen in einer Pressemitteilung bekannt, in der es auch erklärt, dass das Geschäft mit der Erotik aus dem Briefkasten – wie auch ein Teil des Filialgeschäfts – nicht mehr so gut laufe und Umsätze schneller fielen als erwartet. Die sinkenden Erlöse würden im abgelaufenen Geschäftsjahr zu einem Jahresumsatz von 128 Millionen Euro führen. Vor Steuern und Zinsen (Ebit) erwartet der Konzern einen Verlust von 13 bis 15 Millionen Euro. Der Konzern befindet sich seit Jahren auf Talfahrt

Zu schaffen macht Beate Uhse vor allem die voranschreitende Digitalisierung des Geschäfts und damit aufgekommende Konkurrenz von E-Commerce-Anbietern wie Eis.de oder Amorelie. Vor diesem Hintergrund hat der Konzern 2013 einen Markenrelaunch umgesetzt, um sich aus der Schmuddelecke zu bewegen. Seitdem tritt die Marke wesentlich heller und freundlicher auf und fokussiert ein vor allem weibliches Publikum sowie Paare. Doch auch die Umsetzung der neuen Strategie im B2C-Geschäft laufe schleppender als erwartet, so das Unternehmen. 

Deshalb wird Beate Uhse weiter rationalisieren und innerhalb des ersten Quartals insgesamt 16 Filialen dicht machen (13 in den Niederlanden, drei in Deutschland, die bereits geschlossen worden sind). „Daneben wird die Anzahl der Beschäftigten in einzelnen Funktionsbereichen, wie zum Beispiel der Logistik und Administration reduziert, um die Kosten weiter zu senken. Insgesamt sinkt die Anzahl der rund 595 Mitarbeiter im Konzern hierdurch um 150 Beschäftigte.“

Die frei werdenden Mittel sollen in Marketing- und Vertriebsaktivitäten und eine neue Website fließen, um im umkämpfen Online-Markt stärker zu punkten und „die Umsetzung der Neuausrichtung der Marke konsequent voranzubringen“. Zugleich sollen die Shops optisch aufgewertet werden. Für dieses Jahr kündigt der Erotik-Händler auch wieder vermehrt Werbung im TV an. So sollen Spots nicht nur im deutschen, sondern auch im belgischen und französischen Fernsehen zu sehen sein.

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