IVW-News-Top-50: Januar bringt Rekorde für Focus, Welt, FAZ und viele andere

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Der erste Monat des neuen Jahres hat den deutschen Nachrichten-Websites deutliche Traffic-Zuwächse beschert. 1,66 Mrd. Visits erzielten die rund 230 von MEEDIA als Nachrichten-Angebot klassifizierten Online-Marken - so viele wie nie zuvor. Rekorde stellten u.a. Focus Online, Die Welt, FAZ.net, die Huffington Post, RP Online und DerWesten auf.

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Fast 20% über den Dezember-Zahlen lag die Online-News-Branche nach unseren Berechnungen – aus 1,39 Mrd. Visits wurden 1,66 Mrd. Ein großer Traffic-Bringer waren für viele der Anbieter die vielen Berichte und wilde Diskussionen zu den Geschehnissen der Kölner Silvester-Nacht und den Folgen daraus. Insbesondere in den sozialen Netzwerken war dies das Thema Nummer 1 im Januar. Bei Focus Online haben z.B. die drei stärksten Artikel des Monats laut SimilarWeb mit Köln zu tun, ebenso bei der Welt, bei Spiegel Online waren es die beiden stärksten.

Die klare Nummer 1 der News-Branche bleibt weiterhin Bild. Wie der Verfolger Spiegel Online entwickelte man sich aber unterdurchschnittlich stark: Bild wuchs bei den Visits um 15,7%, Spiegel online um 13,5%. Beide verfehlten damit auch ihre Alltime-Rekorde aus dem März (Bild) bzw. November 2015 (SpOn). So stark wie nie war hingegen Focus Online, das sich um 26% auf 170,8 Mio. Visits steigerte. Sogar 29,9% besser als im Dezember sahen die Zahlen der Welt aus, die ebenfalls einen Rekord aufstellte.

Innerhalb der Top 20 verzeichnet die IVW acht neue Rekorde: Neben Focus und Welt waren auch FAZ.net, die Huffington Post, RP Online, DerWesten, die tz und das Duo Stuttgarter Zeitung und Stuttgarter Nachrichten so erfolgreich wie nie. Nicht ganz an den eigenen Rekord heran gekommen ist der Express, der in Köln natürlich besonders viel Aufmerksamkeit durch die Silvesternacht erfahren hat. Er wuchs aber mit 38,0% am drittstärksten in der Top 25. Noch deutlicher ging es prozentual gesehen für die Huffington Post nach oben, am stärksten aber für die Nummer 2 in Köln: den Stadt-Anzeiger, der über 50% bei den Visits zulegte.

IVW Januar 2016: Top 50 Nachrichtenangebote
    Visits (Online+Mobile) Marktanteile
Januar 2016 vs. Dezember Januar 2016 vs. Dezember
1 Bild.de 330.704.989 15,7 19,90 -0,70
2 Spiegel Online 234.202.109 13,5 14,09 -0,78
3 Focus Online 170.824.337 26,0 10,28 0,50
4 n-tv.de 116.968.144 13,0 7,04 -0,43
5 Die Welt 95.505.766 29,9 5,75 0,45
6 Zeit Online 57.959.980 15,3 3,49 -0,14
7 Süddeutsche.de 55.504.276 18,7 3,34 -0,03
8 FAZ.net 54.141.060 25,8 3,26 0,16
9 stern.de 39.771.778 18,5 2,39 -0,03
10 N24 Online 29.479.542 17,1 1,77 -0,04
11 Huffington Post 24.234.799 41,1 1,46 0,22
12 Handelsblatt.com 21.952.671 25,6 1,32 0,06
13 RP Online 21.906.993 37,6 1,32 0,17
14 DerWesten 19.727.427 21,7 1,19 0,02
15 Express Online 18.773.256 38,0 1,13 0,15
16 Tagesspiegel.de 14.288.304 14,1 0,86 -0,04
17 Hamburger Morgenpost Online 11.828.418 28,1 0,71 0,05
18 tz 11.617.263 25,6 0,70 0,03
19 Stuttgarter Zeitung online & Stuttgarter Nachrichten online 9.796.032 25,6 0,59 0,03
20 Hamburger Abendblatt Online 8.947.550 18,5 0,54 -0,01
21 Kölner Stadt-Anzeiger Online 8.739.359 50,1 0,53 0,11
22 Merkur.de 8.232.943 21,5 0,50 0,01
23 Augsburger Allgemeine Online 8.034.971 23,2 0,48 0,01
24 manager magazin online 7.509.127 13,5 0,45 -0,03
25 Neue OZ online 6.835.977 23,1 0,41 0,01
Rohdaten-Quelle: IVW / Berechnung + Tabelle: MEEDIA

Interessant ist auch die Entwicklung der Marktanteile. Die errechnet MEEDIA exklusiv aus den IVW-Zahlen sämtlicher von uns als News-Angebot klassifizierten Marken. Der Vorteil der Marktanteile: Sie zeigen besser als die nackten Visits-Zahlen, wie sich die Kontrahenten entwickeln. Bild und Spiegel verlieren hier im Vergleich zum Dezember durch das unterdurchschnittliche Wachstum 0,70 bzw. 0,50 Punkte, für n-tv ging es um 0,43 Zähler herab. Gewinner auch hier: Focus, Welt und Huffington Post.

In der zweiten Hälfte der News-Top-50 ging es vor allem für Mopo24 steil nach oben. Um 48,0% bzw. 0,07 Marktanteilspunkte. Ebenfalls mit extremen Wachstum: die Neue Westfälische und das Lieblingsmedium der Pegida-Bewegung: Epoch Times Deutschland. Die Website profitiert regelmäßig von Shares auf der Pegida-Facebook-Seite. Weniger als 10% hinzu gewonnen haben in der Top 50 einzig shz.de und die Mediengruppe Thüringen.

IVW Januar 2016: Top 50 Nachrichtenangebote
    Visits (Online+Mobile) Marktanteile
Januar 2016 vs. Dezember Januar 2016 vs. Dezember
26 HNA online 6.509.012 12,3 0,39 -0,03
27 Berliner Morgenpost 6.463.904 32,1 0,39 0,04
28 Mopo24 6.427.325 48,0 0,39 0,07
29 BZ-Berlin 6.385.456 30,6 0,38 0,03
30 News.de 6.140.476 24,8 0,37 0,01
31 taz.de 6.137.594 32,8 0,37 0,04
32 Abendzeitung München 6.109.820 20,8 0,37 0,00
33 Badische Zeitung Online 6.025.992 17,0 0,36 -0,01
34 WirtschaftsWoche 5.906.199 25,8 0,36 0,02
35 Frankfurter Rundschau online 5.839.326 17,9 0,35 -0,01
36 OVB24 5.826.016 15,7 0,35 -0,01
37 Nordbayern.de 5.595.873 13,1 0,34 -0,02
38 Mitteldeutsche Zeitung 5.272.249 17,4 0,32 -0,01
39 Passauer Neue Presse 4.928.924 14,1 0,30 -0,01
40 shz.de 4.665.908 6,3 0,28 -0,04
41 Mediengruppe Thüringen Online (TA, OTZ, TLZ) 4.657.050 9,8 0,28 -0,03
42 LVZ-Online 4.615.586 15,6 0,28 -0,01
43 Hannoversche Allgemeine Zeitung 4.574.560 20,4 0,28 0,00
44 Medienhaus Lensing / Ruhr Nachrichten 4.273.091 25,3 0,26 0,01
45 NW.de (Neue Westfälische) 4.191.155 44,0 0,25 0,04
46 Südwest Presse Online 4.178.524 18,0 0,25 0,00
47 Berliner Zeitung Online 4.168.193 22,8 0,25 0,01
48 News Republic 4.091.990 38,1 0,25 0,03
49 Epoch Times Deutschland 3.999.309 71,5 0,24 0,07
50 SZ-Online 3.919.965 13,9 0,24 -0,01
Rohdaten-Quelle: IVW / Berechnung + Tabelle: MEEDIA

Der Blick auf die Einzel-Rankings nach Online- und Mobile-Visits zeigt keine fundamentalen Unterschiede. Bei den mobilen Visits ging es für 12 der Top-20-Anbieter um mehr als 20% nach oben, bei den Online-Visits für neun.

Die stärksten Gewinner bei den mobilen Websites und Apps heißen prozentual gesehen RP Online, Handelsblatt und Huffington Post. Sie verbesserten sich jeweils um mehr als 50%. Am wenigsten zulegen konnten n-tv.de, Spiegel Online und Bild mit weniger als 15%.

IVW Januar 2016: Top 20 Nachrichtenangebote (nur Mobile)
Visits Januar vs. Dezember
1 Bild.de 155.025.678 19.696.871 14,6%
2 Spiegel Online 114.926.911 14.392.463 14,3%
3 Focus Online 87.543.250 17.539.181 25,1%
4 n-tv.de 76.113.919 8.430.338 12,5%
5 Die Welt 40.715.346 10.498.945 34,7%
6 Zeit Online 22.476.353 3.154.769 16,3%
7 Süddeutsche.de 21.986.597 4.352.952 24,7%
8 FAZ.net 21.011.607 5.273.990 33,5%
9 stern.de 20.329.801 3.196.544 18,7%
10 N24 Online 18.250.961 2.436.187 15,4%
11 Huffington Post 11.501.972 3.871.471 50,7%
12 Express Online 10.006.583 2.547.634 34,2%
13 RP Online 9.424.973 3.445.201 57,6%
14 DerWesten 8.067.345 1.117.799 16,1%
15 tz 5.863.551 1.286.201 28,1%
16 Handelsblatt.com 5.071.250 1.761.970 53,2%
17 Stuttgarter Zeitung online & Stuttgarter Nachrichten online 4.672.077 1.087.703 30,3%
18 Hamburger Morgenpost Online 4.454.650 724.401 19,4%
19 Tagesspiegel.de 4.189.825 858.170 25,8%
20 News Republic 4.091.990 1.128.253 38,1%
Daten-Quelle: IVW / Tabelle: MEEDIA

Bei den Zahlen der herkömmlichen Websites für stationäre Rechner entwickelten sich Mopo24, der Express und die Huffington Post am besten. Mopo24 aus Sachsen sprang durch das 48%-Plus sogar in die Top 20, verdrängte die tz. Weniger als 10% legte hingegen der Tagesspiegel zu, etwa 13% Spiegel Online und das manager magazin.

IVW Januar 2016: Top 20 Nachrichtenangebote (nur Online)
Visits Januar vs. Dezember
1 Bild.de 175.679.311 25.290.853 16,8%
2 Spiegel Online 119.275.198 13.502.774 12,8%
3 Focus Online 83.271.399 17.710.289 27,0%
4 Die Welt 54.790.420 11.497.827 26,6%
5 n-tv.de 40.854.225 5.036.906 14,1%
6 Zeit Online 35.483.627 4.520.949 14,6%
7 Süddeutsche.de 33.517.679 4.410.716 15,2%
8 FAZ.net 33.129.453 5.843.267 21,4%
9 stern.de 19.441.977 3.014.209 18,3%
10 Handelsblatt.com 16.881.421 2.715.162 19,2%
11 Huffington Post 12.732.827 3.191.077 33,4%
12 RP Online 12.482.020 2.539.230 25,5%
13 DerWesten 11.660.082 2.406.061 26,0%
14 N24 Online 11.228.581 1.860.489 19,9%
15 Tagesspiegel.de 10.098.479 902.933 9,8%
16 Express Online 8.766.673 2.617.663 42,6%
17 Hamburger Morgenpost Online 7.373.768 1.868.933 34,0%
18 Mopo24 6.427.325 2.083.631 48,0%
19 Hamburger Abendblatt Online 6.300.680 871.080 16,0%
20 manager magazin online 6.028.103 707.352 13,3%
Daten-Quelle: IVW / Tabelle: MEEDIA
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Alle Kommentare

  1. An alle Zyniker und Besserwisser aus der Pegida- und AfD-Ecke: Hier könnt ihr mal sehen, wo die Aufmerksamkeit der Medien-Konsumenten hingeht – eben nicht generell weg von der ach so verschmähten „Lügen- und Systempresse“, sondern hin zu deren eigenen Online-Portalen. Nun müssen die Verlagshäuser nur noch beweisen, dass sie damit vernünftiges Geld verdienen können und sich nicht nur selbst kanibalisieren.

    1. Was hat das Eine mit dem Anderen zu tun? Ich kann selbstverständlich einen reißerischen Hetzartikel gegen die AfD auf einem Online Portal der MSM lesen, ohne das das meine Zustimmung signalisieren würde.

    2. Du musst aber auch die Leserkommentare anschauen, sofern man sich noch traut welche zu schalten. Bei Focus z.B. gibt es sie noch die Kommentare und schnell ist man bei 99% Zustimmung für Pegida oder AfD.bei den Lesermeinungen. Sieht man doch wie die Masse der „Allgemeinwissenden“ die sich jeden Tag mit Politik und Wirtschaft beschäftigen denkt. Ganz klar pro AfD und Pegida. Und wenn T-online sich mal traut eine Wahlumfrage zu machen ist auch die AfD Meilenweit vorne 70-80%.

  2. Wenns nix kost. Und Adblocker ist selbstverständlich an.
    Dat bemitleidenswerte Gejammer der Medien, dass sie keiner versteht und sich keiner mehr ihrer Meinung anschließt hat ja mittlerweile einen eigenen Unterhaltungswert.

  3. Die Filmchen bei Focus sind einfach die Besten. Da braucht man gar nicht bei youtube suchen. Und erst die Berichte von Huffington Post: “ Wenn Sie diesen Reissack umfallen sehen, dann können Sie nicht mehr schlafen.“
    Deutscher Qualitätsjournalismus pur!

  4. Man ist ja tagtäglich wieder gespannt, wer ein Rechtsradikaler sein soll. Welche Fakten verschleiert wurden. Wer wieder mit welcher Lapalie Volksverhetzung begangen haben soll. Was der Justizminister wieder verbieten will. Welche Straftaten schon wieder nichts mit Zuwanderung zu tun haben sollen. Welche Haarfarbe denn diesmal bei Straftätern en Vogue ist oder welche Sprache dort gerade in ist. Worüber die Grünen mal wieder empört sind. Oder hinterwem alles der Putin steckt. Wer mal wieder von Merkel und… -Name vergessen- Geld bekommen soll und das aber zum 10. Mal zum letzten Mal. Oder wie Gabriel heute weiß, was er gestern ganz anders gemeint haben will. Oder ob auf dem Nachbarspielplatz eine menschenwürdige Zeltstadt zur Unterbringung der syrischen Flüchtlingsfamilien aufgebaut wird.
    In Deutschland kann man gar nicht soviel konsumieren, wie man kotzen möchte.

  5. Dann geht’s der Presse doch super. Scheinbar ließt der rechtsradikale Bürger doch gehorsam alles was vorgesetzt wird. Warum jammert man dann ständig über den Untertanen?

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