Mascolo über Fehlerkultur im Journalismus: „Echte Fehlleistungen räumt kaum jemand ein“

Georg Mascolo
Georg Mascolo

Die Glaubwürdigkeit des Journalismus hat gelitten. Davon ist der ehemalige Chefredakteur des Spiegel und Leiter des Rechercheverbunds NDR, WDR und Süddeutsche Zeitung, Georg Mascolo, überzeugt. In einem Gastbeitrag für MEEDIA prangert er die mangelhafte Fehlerkultur im deutschen Journalismus an und nennt Amerika als Vorbild.

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Von Georg Mascolo

Der Fall Germanwings

Beginnen wir mit einer Geschichte, die tatsächlich eine Tragödie ist. Sie beginnt am 24. März diesen Jahres (gemeint ist 2015, Anm.d.Red.), nicht weit von hier, in Düsseldorf. Ein 27 jähriger Co-Pilot von Germanwings ist an diesem Tag für den Flug Düsseldorf-Barcelona-Düsseldorf eingeteilt. Es ist ein Tag, der mit einer Katastrophe endet, mit dem Tod von 150 Menschen und der Trauer ihrer Familien.

Es ist eine Geschichte, die sie alle kennen. Richtiger muss man sagen: Die sie zu kennen glauben. Denn vieles von dem was sie gelesen, im Radio gehört oder im Fernsehen gesehen haben, war falsch.

Kein Arzt hatte bei Andreas Lubitz eine bipolare Störung diagnostiziert. Er litt nicht unter Liebeskummer, seine Lebensgefährtin war auch nicht schwanger. Grosse Schlagzeilen machte die Geschichte seiner angeblichen Freundin, der er angekündigt haben soll, eines Tages werde man noch von ihm hören. „Eines Tages werde ich etwas tun, was das gesamte System verändern wird, und alle werden dann meinen Namen kennen und in Erinnerung behalten.“

Von der Freundin jedenfalls hat man nie wieder gehört.

Grosse Verbreitung fanden auch Meldungen, nach denen Lubitz unter dem Pseudonym „Skydevil“ im Netz surfte. Oder dass man in seiner Wohnung Artikel und Bücher über Flugzeugabstürze fand.

Oder der Ort des Absturzes: Nur 40 Kilometer von jenem französischen Ort entfernt, in dem Lubitz mit seiner Eltern Ferien machte und sein Segelflugverein trainierte.

Der Segelflugverein war da. Aber Lubitz nicht. Seine Familie hat dort nie Ferien gemacht. Lubitz Familie war übrigens auch später nicht am Absturzort, wie immer wieder gemeldet wurde. Der Benutzername „Skydevil“ existierte offenbar nicht. Und bei Andreas L. wurde auch nicht jede Menge Literatur über Flugzeugabstürze gefunden, wie es hieß. Sondern ein Artikel über das Überleben eines Buschpiloten in Kanada.

Woher weiss ich das jetzt alles? Woher wissen Sie, dass was ich Ihnen hier über damals falsche Meldungen erzähle, nicht ebenfalls wieder falsch ist?

Sie müssen sich was die Germanwings-Katastrophe angeht jetzt nicht auf den Journalisten Mascolo verlassen. All dies sind Erkenntnisse der Sonderkommission der NRW-Polizei und der Staatsanwaltschaft Düsseldorf, die die Ereignisse sorgsam untersucht haben.

Wenn wir über Glaubwürdigkeit von Journalismus sprechen, dann geht es zu aller erst darum, ob unser Publikum uns vertrauen kann. Vertrauen ist die entscheidende Währung für den Journalisten. Es gibt nur eine einzige Form der schriftlichen Äusserung deren Genauigkeit man nicht in Frage stellen kann: Das ist die Fiktion. Im Journalismus müssen die Fakten, die Tatsachen zutreffend sein. Darauf baut unser Publikum. Darauf will es sich verlassen können. Ohne Glaubwürdigkeit sind wir ein Teil der Unterhaltungsindustrie. Liest sich schön – schaut man gern an: Aber wer weiss, ob es stimmt.

Wie mit Fehlern umgehen

Mir wird es um genau diese Fehler gehen. Bei aller Akribie: Wir werden immer welche machen. Aber schauen wir, warum wir sie machen und wie sich vermeiden lassen. Und vor allem: Wie wir mit ihnen umgehen sollten. Ich bin davon überzeugt, dass wir dies tun müssen. Aus Verpflichtung gegenüber unserem Publikum. Zur Verteidigung unserer Glaubwürdigkeit. Und aus Liebe und Respekt gegenüber unserem Beruf.

Ein Wort zur Glaubwürdigkeit: Sie hat gelitten, man muss blind sein, um es nicht zu sehen. Der Ansehens- und Vertrauensverlust findet seit Jahren statt, wir Journalisten rangieren in Umfragen noch knapp vor den Politikern. Für einen Teil unseres Publikums wird aus Verdrossenheit inzwischen Verachtung. Ebenso wahr ist, dass vieles von dem, was es heute an Kritik gibt ist überzogen und ungerecht, der Ausdruck der Lügenpresse ist eine Unverschämtheit und dass Kolleginnen und Kollegen die über den Ukraine-Konflikt berichten von regelrechten Bedrohungen erzählen, ist beschämend. Es wird viel Ungerechtes und Ungezogenes behauptet. Das macht die Diskussion so schwer. Ich glaube aber auch daran, dass unser Publikum ein gutes Gespür dafür hat, welche Redaktion um die bestmögliche Berichterstattung ringt. Sie wollen uns vertrauen. Aber sie sind kritischer geworden. Sie wollen überzeugt werden, dass wir ihr Vertrauen verdienen.

Zurück zu Germanwings: Nun wissen wir, was alles Falsch war. Fehler zu korrigieren ist zumindest für Zeitungen und Zeitschriften eine Pflicht – und dass seit Jahrzehnten: Es steht in den Publizistischen Grundsätzen des Deutschen Presserates, in Ziffer 3:

„Veröffentlichte Nachrichten oder Behauptungen, insbesondere personenbezogener Art, die sich nachträglich als falsch erweisen, hat das Publikationsorgan, das sie gebracht hat, unverzüglich von sich aus in angemessner Weise richtig zu stellen.“

Ich habe nicht viel gelesen.

Unsere Kritiker haben also einen guten Punkt. Es ist unser wunder Punkt. Wir legen zu oft uns an selbst andere Mässtäbe an, als an diejenigen, über die wir berichten. Oder wie der Presserechts-Anwalt Christian Schertz sagte: Chefredakteure sind ähnlich uneinsichtig wie Chefärzte.

Chefarzt war ich nie, Chefredakteur allerdings einige Zeit. Für die Inkonsequenz von Journalisten mit Fehlern umzugehen, bin ich Experte. Weil ich alle Fehler mindestens schon einmal selbst gemacht habe. Einer von ihnen geschah hier in Bonn, im Jahr 1993. Ich schrieb mit einem Kollegen eine Geschichte über den SPD-Vorsitzenden Björn Engholm, es ging darum, dass sich der Verfassungsschutz angeblich jahrelang für ihn interessiert habe. Der Sprecher des Verfassungsschutzes nannte es „das Unseriöseste, was ich je gelesen habe.“

Wenn alles falsch gewesen wäre, wäre kaum der Staatssekretär im Bundes-Innenministerium nach Erscheinen zurückgetreten. Das gab es nicht so häufig in den Kohl-Jahren. Aber genauso wahr ist, dass vieles in der Geschichte überzogen – oder schlicht faktisch falsch war. Das wurde nach Erscheinen der Geschichte klar. Habe ich beim Spiegel darauf gedrängt, dass die Fehler korrigiert werden, wie es die Pflicht des Blattes – und meine eigene gewesen wäre? Das habe ich nicht. Ich habe nur gehofft, dass es nicht herauskommt. Ich war gerade erst von Spiegel-TV zum Spiegel gewechselt. Ich hatte Angst. Das ist lange her. Aber für diese, meine Inkonsequenz, gibt es dennoch keine Entschuldigung.

Echte Fehlleistungen räumt kaum jemand ein.

Als Chefredakteur habe ich eine Korrektur-Spalte für Fehler eingeführt, so wie sie viele Blätter heute haben. Aber sie sind bis heute nicht gut genug, meist finden sich da nur Korrekturen von falsch geschriebenen Namen oder Daten. Echte Fehlleistungen räumt kaum jemand ein.

Schön wäre es, wenn ich sagen könnte, dass dies nur daran liegt, dass es keine gibt. Aber habe ich nicht gelesen, dass die Staatsanwaltschaft München – so gut wie sicher – einen Deal für Hoeness anstrebt? Bewährung statt Knast. Dass der BND bei der Jagd auf Osama Bin Laden eine entscheidende Rolle spielte? Dass ein amerikanischer Geheimdienstbericht nahelegt, dass Verfassungsschützer bei einem der NSU-Morde ganz in der Nähe waren? Im Juli 2015 berichteten Online-Dienste über eine angebliche Kriegsdrohung Nordkoreas gegen die USA – wegen angeblicher Urheberrechtsverletzungen beim Programm Microsoft Windows 10. Der Bildblog ging der Sache nach und fand keinerlei Bestätigung – zudem hatte kein einziges US-Medium berichtet. Warum also hat diese Meldung überhaupt erst Verbreitung finden können?

Nachdem der Bildblog darüber berichtete, verschwanden die Meldungen aus dem Netz. Wäre das auch passiert, wenn es die Meldungen über die offensichtliche Falschmeldung nicht gegeben hätte? Ich fürchte, wir sind nicht ausreichend ehrlich mit uns und schlimmer noch, nicht mit unserem Publikum. Über unser störrisches Verhalten gibt es sogar wissenschaftliche Untersuchungen. Journalisten haben zu viel Angst davor, von Presseräten oder Medien-Journalisten an den Pranger gestellt zu werden. Und weil alle Medienverantwortlichen wüssten, was sie Politikern, Wirtschaftsführern und Prominenten antun, wenn sie diese medial skandalisieren, möchten sie auf keinen Fall selbst zum Opfer werden. Zweite Schlussfolgerung der Wissenschaftler: Die freiwillige Fehlerkorrektur scheitere zu oft am Gefangenendilemma. Kein Journalist lasse sich gern öffentlich vorführen, schon gar nicht, wenn sich andere Journalisten um die Korrektur ihrer Fehler drücken.

Heute ist alles ewig

Selbst wenn es man es weiter wollte: Die Zeit, in der man sich vor seinen Fehlern drücken kann, ist ohnehin vorbei. Sätze wie „Nichts ist älter als die Zeitung von gestern“ oder „das versendet sich“ sind falsch. Sie sind auch gefährlich. Heute ist alles ewig, selbst wenn es aus der Mediathek herausgenommen wird. Wo Journalisten sich nicht untereinander kritisieren übernehmen Blogs diese Rolle. Der kluge Medienwissenschafter Bernhard Pörksen hat dazu das Wesentliche gesagt: Neben die vierte Gewalt ist eine fünfte getreten, die der vernetzten Vielen, die uns beobachten und kritisieren. Das ist gut. Noch besser wäre es, wenn dies durchgängig in einem angemessenen Ton und ohne Hang zu Verschwörungstheorien geschehen würde. Die Debatte die im Netz eingefordert wird, wird leider durch den Ton oft erschwert – oder sogar unmöglich.

Amerika ist uns übrigens was die sogenannte „Media Accountability“ angeht weit voraus. Die Korrektur-Spalte der New York Times zu lesen ist an vielen Tagen ein Genuss. Lange Einträge wie genau sich nun Präsident Obamas Einstellung zu gleichgeschlechtlichen Ehen entwickelt hat. Wie es sich mit kostenlosem Bier und Wein bei Flügen von United Airlines tatsächlich verhält. Ist ein Zusammenhang falsch oder unvollständig, wird nachgetragen und korrigiert. Im amerikanischen Rolling-Stone machte eine Geschichte über eine erfundene Campus-Vergewaltigung Schlagzeilen. Die Chefredaktion ließ das Versagen der eigenen Redaktion durch die angesehene Columbia School of Journalism geradezu wissenschaftlich aufarbeiten. In vielen amerikanischen Redaktionen arbeiten Ombudsleute. Einige habe ich kennengelernt. Glänzende Journalisten, die Fehlern in der eigenen Redaktion mit der gleichen Härte nachspüren, die die Journalisten sonst gegenüber Politikern oder Wirtschaftsbossen zeigen. Das Motto der Ombudsleute lautet: „Wir machen Journalisten für ihr Handeln verantwortlich, ganz so wie es Journalisten mit allen anderen tun.“

Die New York Times führte ihren ersten Ombudsmann 2003 ein – nach einem publizistischen Debakel. Ihr Reporter Jayson Blair hatte Plagiate verfasst und Informationen erfunden. Fast zwanzig Jahre vorher druckte der Stern die Hitler-Tagebücher.

Eigentlich hätte die Idee der Ombudsleute aus Deutschland kommen können.

In vielen amerikanischen Redaktionen herrscht heute diese Haltung: Wir korrigieren unsere Fehler, nicht weil wir befürchten erwischt zu werden. Wir tun es aus Respekt vor unserem Publikum. Und aus Liebe zu unserem Beruf.

Dieser Gastbeitrag von Georg Mascolo ist der leicht bearbeitete Text einer Rede, die er am 15. September 2015 an der Bonner Akademie für Forschung und Lehre praktischer Politik hielt. Thema war „Der Journalismus in der Glaubwürdigkeitskrise“. Georg Mascolo ist Leiter des Rechercheverbunds NDR, WDR und Süddeutsche Zeitung. Von 2008 bis 2013 war er Chefredakteur des Spiegel. 

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Alle Kommentare

  1. Toll eine Rede vom „Wir schaffen das“-September, da standen noch die Bahnhofsjubler rum und es war stets von „vor allem Familien mit Kindern“ die Rede.

    Nu is aber „Nach-Köln“, Schorsch!!

    Ipsen Sie das mal!

  2. Die Fehlleistungen des etablierten Journalismus in der Flüchtlingssituation sind für mich ein wirklicher Schock gewesen. Jubelbilder, Fokussierung auf Kinder und Frauen, fehlende Differenzierung zwischen Migranten und hilfsbedürftigen Flüchtligen, aktives Verschweigen von schweren Gewalttaten. Wochen- bis monatelang ist der Öffentlichkeit aus gutgemeinter Selbstzensur eine Friede-, Freude-, Eierkuchenwelt ohne Probleme vorgebetet wurden, die man nur als Propaganda bezeichnen kann. Alles mit dem Begründung, dass man „den Rechten keine Argumente bieten möchte“. Sich über die wirklichen Flüchtlingszahlen in den gängigen Medien zu informieren, war ebenso wenig möglich wie zu erfahren, wo die Flüchtlinge nun wirklich herkommen. Der Versuch, Fakten journalistisch so genau wir möglich zu recherchieren, wurde ersetzt durch unzählige Rührstücke über Einzelschicksale, Gesinnungsjournalismus und den moralischen Zeigefinger.

    Die etablierten Medien haben ZU RECHT einen erheblichen Glaubwürdigkeitsverlust erlitten – weil das was sie berichtet haben, nicht glaubwürdig war und nicht der Realität entsprach. Ich finde es erschreckend, wie schnell eine komplette Medienmaschinerie auf den eigenen Anspruch einer objektiven Berichterstattung verzichten kann und sich selbst in den Dienst einer Sache stellt – und es sei es mit noch so „guten Absichten“.

    Diese Selbstzensur hat leider das völlige Gegenteil von dem erreicht, was damit beachsichtigt war. Wenn Ängste, Sorgen, Schwierigkeiten in den Öffentlichkeit nicht mehr thematisiert weden können; wenn offensichtliche und für jeden im Alltag erlebbare Probleme in den Medien nicht mehr auftauchen, wenn eine Information über elementare Fakten in den Medien nicht mehr möglich ist, wenden sich die Menschen anderen Kanälen zu. Leider auch den Nazigruppierungen aller Schattierung, die sich plötzlich aus den Löchern trauen. Leider hat die deutsche Mainstream-Medienwelt erheblich am Auftrieb der rechten Gruppierungen mitgewirkt, indem sie auf möglichst fakenorientierte, objektive Berichterstattung verzichtet, sich damit selber als vertrauenswürdige Informationsquelle neutralisiert und das Feld mehr oder weniger vollständig linken und rechten Dogmatikern überlassen hat.

    1. Danke, Herr Meier, für diese ebenso treffende wie entlarvende wie erschreckend nachvollziehbare Analyse. Der Schock sitzt. Tief.

    2. Sie sprechen mir aus dem Herzen. Ich bin im vergangenen Herbst als langjähriger ehemaliger Nachrichtenredakteur fast verzweifelt über die manipulative Auswahl von Nachrichten angesichts des weitgehend unkontrollierbaren Zustroms von Einwanderern. Berücksichtigt wurde nur, was in das vorgegebenen Meinungsbild der journalistischen Willkommensjubler passte. So veröffentlichte mein süddeutsches „Hausblatt“ einen ausführlichen Beitrag zur (selbstrecherchierten) Nachricht, dass dem Innenminsterium keinerlei Erkenntnisse über Passfälschungen in größerem Umfang vorlägen – und gegenteilige Behauptungen demzufolge aus der Luft gegriffen seien. Zu diesem Zeitpunkt wurden an Kiosken in Athen solche Pässe massenweise angeboten und im Internet ausführlich darüber berichtet.
      Zu Mascolos zutreffender Beschreibung der mangelnden Bereitschaft zur Fehlerkorrektur in unseren Medien noch ein kleiner Hinweis: Die (Selbst)-Verpflichtung des Deutschen Presserats bezieht sich nach meinem Verständnis auf Nachrichten und (Tatsachen)-Behauptungen. Doch wie verhält es sich mit Kommentaren? Auch Leitartikler können irren. Doch würden sie es jemals öffentlich einräumen?
      Ihrer Reputation würde es nicht schaden und der Glaubwürdigkeit ihres Blattes oder Senders dienen.
      Ist jedenfalls meine Meinung. Kann sich natürlich erweisen, dass ich an diesem Punkt falsch liege…

      1. Herr Gerhard Lenz: Der Presserat rügt es auch, wenn in Kommentaren mit falschen Fakten argumentiert wird. Meinungen freilich, die wird er selten rügen.

  3. „Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer“.
    Wenn man sieht, wie mißliebige Parteien (Linkspopulisten, Rechtspopulisten – Titel die zu Zeiten von Gysi, Lafontaine, Haider u.a. als Vorverurteilung gerne vergeben worden sind) werden zur Verunglimpfung wieder benutzt, obwohl gerade diesen „Bösen“ heute laufend die Autos angebrannt werden, die Leute beschossen und deren Parteibüros angegriffen werden. Hier finden sich kaum Journalisten, die das kritisieren. Die Verdrehung der Wahrheit bei Petry ist schon bezeichnend. Ich prognostiziere: Der Schießbefehl läßt sich eines Tages nicht vermeiden oder Europa geht unter …
    Aber dies ist wohl der „geheiligte“ Zweck dieser „menschenfreundlichen“ Einstellung.
    Es gibt Politiker, die friedliche Demonstranten, die nur ihr Recht auf freie Meinungsäußerung nutzen, als „Nazi’s“, „Dreck“ und „Pack“ beschimpfen und dann nach der Methode „Haltet den Dieb“ anderen „Nazisprache“ unterstellen, obwohl sie sie selbst benutzen. Es hat wohl den Geruch des Eigennutzes.
    Den Pegida-Anhängern werden die Autos abgefackelt, trotzdem versucht man zu suggerieren, die würden das tun. Ist das nicht eine perfide Strategie. Ich weiß, ich kämpfe hier gegen Windmühlen. Das habe ich vor Jahren schon prognostiziert …
    Es ist ein Anzeichen der Verkommenheit eines Systems. Unrecht wird zu Recht gemacht.
    Persönlich wird uns seit Jahren das Recht verweigert („Die Welt“ vom 04. 11.15: „Einwanderungsrecht geht über Eigentumsrecht“). Diese Erfahrung machen wir seit Jahren. Keines der Medien (ARD, ZDF, Zeitungen u.s.w.) veröffentlicht unseren Fall. Mordversuch, Morddrohung, Erpressungen, Einbrüche werden trotz bester Beweise verschwiegen und bleiben unverfolgt im „Rechtsstaat“. Freiwild und Bevorzugte!
    Da gibt es keine Korrektur … Dieses System ist am Ende und versinkt im Unrecht … !

  4. Kommentar schu:
    Mascolos Hinweis auf die eigenen Fehler ist aller Ehren wert. Aber sie ist wie Leyendeckers einst späte Einlassung, hätte er zur Zeit der Veröffentlichung der Kohl-Papiere gewusst, was er später wusste, hätte er keine Zeile geschrieben. Insofern ist Mascolos Selbstbekenntnis nichts anderes als der Versuch, mit dem Eingeständnis von Fehlern eine falsche Loyalität einzuheimsen.
    Ein Zweites: Vielleicht nimmt sich die Schar der Journalisten, die bei bestimmten Medien um die Vokabel Leitmedium nicht herum zu kommen scheint, dies einmal zu Herzen. Es sind Leidmedien.

  5. Chapeau Meedia ! Das zum Text gehörige Photo sagt sehr viel: es zeigt einen Mann voll eitler Selbstgerechtigkeit, ein Gesicht voll vom Ausdruck des Herrischen. „Liebe und Respekt“ seinem Beruf entgegenzubringen verlangt der Mann, von Beruf ein investigativer Journalist.
    Weiß Mascolo eigentlich, was er da sagt ? Der investigative Journalismus lebt von Denunziation und Intrige, von Mandanten- und Parteienverrat, von (strafbarer) Anstiftung zum Verrat von Dienstgeheimnissen, von Beamtenbestechung, von Akten- und Datendiebstählen. So, so, diesem windigen Handwerk der Aufklärung sollen also „Liebe und Respekt“ entgegengebracht werden. Da plustert sich einer aber auf. Es lohnte tatsächlich, in einer wissenschaftlichen Arbeit akribisch die durch investigativen Journalismus in Deutschland hervorgebrachten Pseudonachrichten ins Verhältnis zu setzen zu (nicht hervorgebrachter) demokratiefördernder Wirkung. Ist der Rücktritt eines Staatssekretärs etwa ein Maßstab ? Oder geht es eher um den Abschußprotz einer sich zum Heiligtum verklärenden Kaste ? Was sollen die Krokodilstränchen um nicht vorhandene Fehlerkultur im deutschen Mediengewerbe ? Nicht zuletzt am Fall Christian Wulff war zu sehen, zu welchen existenzvernichtenden Jagdszenen Investigative imstande sind. Auch Mascolo war dabei, merkwürdig, daß er dazu keinen Bedarf an Fehlerkultur eingestehen will . „In der Causa Wulff war es jedoch die Leistung der freien Presse als vierter Gewalt im Staat, die nun möglicherweise strafrechtlich relevanten Vorgänge zutage gefördert zu haben“, schrieb die Medienjournalistin Ulrike Simon nach Wulffs Rücktritt in der FR. Später wurde der Ex-Bundespräsident bekanntlich von allen strafrechtlich relevanten Vorwürfen vor Gericht freigesprochen. Als
    „Rattenrennen“, kommentierte der Onkel aller Investigativen in Deutschland, Hans Leyendecker, immerhin die Medienexzesse um Wulff. Wie wollte es ein ehemaliger Bundesaußenminister doch einmal nicht gesagt haben: „Journalisten sind nichts anderes als Fünf-Mark-Nutten“.

  6. Guter Beitrag von Mascolo. Qualifizierte Medienkritik und Selbstkritik der Medien tun dringend not. Ärgerlich ist dabei, dass Meedia.de im Teaser den Artikel als „Gastbeitrag“ anpreist, als ob Mascolo gerade jetzt exklusiv für Meedia.de geschrieben hätte. Dabei ist es ein Vortragstext vom letzten Jahr, den Meedia.de unkorrigiert nachdruckt. Sehr billige Nummer – von wegen Glaubwürdigkeit und Korrektheit.

  7. Journalisten sollen uns informieren, so neutral, wie es ihnen möglich ist und nicht versuchen, uns zu erziehen. Es ist weiß Gott nicht ihre Aufgabe, die Welt zu verbessern und schon gar nicht, das Volk zu bewerten. Und solange sie das nicht verstehen, wird deren Arbeit immer schlampig und ungenügend bleiben! Da reicht es nicht aus, nur die eigenen Fehler offener zu behandeln, sondern da fehlt es schon gröber! Werden Sie sich endlich Ihrer Pflichten bewußt und machen Sie Ihre Arbeit, dann klappt das vielleicht irgendwann auch wieder mit dem Vertrauen.

  8. Es ist nichts ersichtlich, was ausgerechnet den wegen Erfolglosigkeit sogar beim „Spiegel“ vom Hof gejagten Herrn Mascolo qualifizieren könnte, andere Journalisten oberlehrerhaft über Journalismus zu belehren. Auf jiddisch nennt man das Chuzpe.

    Mascolo ist, ganz anders als Vorgänger Aust, ein journalistischer und intellektueller Versager, vom fehlenden „Verkäufer“-Talent ganz zu schweigen. Das Blatt muss dem (zahlenden) Leser gefallen, nicht den Parteibuch-Spezln den Redakteure. Aust wusste das. Mascolo steht für politisch korrekten Gesinnungsjournalismus und infantile, quasi-religiöse Heiligenverehrung für „Mutti Merkel“, wie sonst nur aus Altötting bekannt – ein Leser- und Anzeigen-Vertreibungsprogramm, das immer weiter ins Desaster führt.

    Seine Anschlußverwendung als Talk-Show-Hilfs-Regierungssprecher beim Staatsfernsehen sollte auch den Einfältigen der Branche klarmachen, dass man von Mascolo lieber nichts lernen sollte, wenn man eine Zukunft im Journalismus anstrebt.

  9. Sie zensieren wohl auch, wenn Leserposts leider etwas beschlagener sind, als Sie es den Lesern zutrauen mögen.

    Erbärmlich…

  10. Die Branche steckt viel tiefer in der Krise, als ihr bewußt ist. Über die Abhängigkeit von der Werbung habe ich an andere Stelle geschrieben. Über die Größe müßte etwas geschrieben, die Presse, das sind Konzerne.

    Die Feindstaatenklausel ist mit dem Atomwaffensperrvertrag obsolet geworden, den 2plus4-Vertrag (Souveränitätsvertrag) haben alle 4 Siegermächte und 2 Vertreter aus Ost- und Westdeutschland ratifiziert. Er enthält alle Merkmale eines Friedensvertrags und wird von Staatsrechtlern auch als solcher bewertet.
    Ohne abschließenden Friedensvertrag wäre eine Wiederverenigung unmöglich gewesen.Und der Abzug der Russen ist den meisten auch entgangen.
    Die Leute argumentieren naiv. BRD GmbH, keine Verfassung, nicht souverän, Feindstaatenklausel, Deutschland ist besetzt – das Ohr am Volk hat der Journalismus schon lange nicht mehr. Strafrecht, Völkerrecht, Verfassung, 2plus4-Vertrag kommen bei der neuen Rechten gar nicht zum Einsatz. Und von der Regierung wird chronisch die Verfassung verletzt.

    Was ist Sozialismus? Verstaatlichung – das ist ganz einfach. Aber diese Einfachheit ist in den Debatten völlig abhanden gekommen. Angeblich ist Umverteilung links. Merkel wird zugetraut, die westlichen Konzerne und Banken mit Agitation in den sozialistischen Dienst eines Arbeiter und Bauernstaates zu stellen. Ist das normal?

    Was ist Rechts? Den Euro zu kritisieren? Warum ist Lucke so hart attackiert worden? Seine Partei war mehr als alle anderen rechtsstaatlich! Die mußte einem inhaltlich gar nicht gefallen, aber Rechtsstaatlichkeit und Wohlbefinden sind feindliche Schwestern geworden.

    „Die führenden Köpfe des Naziregimes wurden in Nürnberg verurteilt und hingerichtet, weil sie das „Verbrechen gegen den Frieden“ begangen haben.

    Das Verbrechen gegen den Frieden ist die Entfesselung eines Angriffskrieges. Das Verbrechen gegen den Frieden ist das schwerste Verbrechen, da es alle Verbrechen umfasst, die in Zusammenhang mit diesem Krieg stehen. Das Verbrechen gegen den Frieden kann durch nichts gerechtfertigt werden.

    Heute, 75 Jahre nach der Entfesselung des Angriffskriegs gegen Polen durch die Naziführer, ist das Verbrechen gegen den Frieden anscheinend zum Kavaliersdelikt mutiert.“ Klaus Madesbacher, antikrieg

    Ist das ein Problem für die Presse, zu sagen, was Nazis sind? Hier läuft einiges aus dem Ruder.

  11. Ist es niemand augefallen? Die größte Lachnummer in Mascolos Rede ist der Satz: „All dies sind Erkenntnisse der Sonderkommission der NRW-Polizei und der Staatsanwaltschaft Düsseldorf, die die Ereignisse sorgsam untersucht haben.“ Und dies offenbart nicht erst seit den Ereignissen in Köln eine hanebüchene Naivität. Vielleicht sollte Mascolo mal die vielen, vielen Gerichtsreporter befragen, die er sicher kennt. Vielleicht sollte er sich mal in eine Vorlesung zu Justizirrtümern setzen. Dann würde er vielleicht erfahren, wie schlampig Polizei und Staatsanwaltschaften manchmal ermitteln, wie voreingenommen, wie falsch. Vielleicht sollte er auch einmal die Studie zum Versagen der Medien in der Berichterstattung über den NSU aufschlagen. Auch damals haben die meisten Journalisten einfach geglaubt, was in ihnen Verfassungsschutz und Polizei die ganze Zeit erzählt haben. Sie haben
    n i c h t gründlich recherchiert, schon gar nicht investigativ. Sie haben sich darauf verlassen. Nichts gelernt?

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