Neue Übernahmegerüchte: Rettet Marc Andreessen Twitter mit einem Buyout?

Tief, tiefer, Twitter: Der Absturz des 140-Zeichen-Dienstes nimmt kein Ende
Tief, tiefer, Twitter: Der Absturz des 140-Zeichen-Dienstes nimmt kein Ende

Digital Economy Neuer Monat, neue Übernahmegerüchte über Twitter. Wie das gewöhnlich gut informierte Tech-Portal The Information berichtet, könnte Netscape-Gründer Marc Andreessen zusammen mit dem Private Equity-Investor Silver Lake Capital nun einen Buyout oder eine Teilübernahme des strauchelnden Social Media-Dienstes anstreben. Realistisch oder nicht: Twitter-Aktien haussieren zumindest um fast 10 Prozent.

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Auf ein Neues! Knapp zwei Wochen, nachdem das Gerücht zirkulierte, dass News Corp. nach Twitter greifen könnte, macht nun eine ungleich kompliziertere Übernahme-Spekulation die Runde. Wie die gewöhnlich gut vernetzte Techreporterin Jessica Lessin in ihrem Premiumportal TheInformation berichtet, erwägen nun einzelne Groß-Investoren den Einstieg oder gar die Übernahme  des strauchelnden Social Media-Dienstes.

Wie Lessin berichtet, ziehen der frühere Netscape-Gründer Marc Andreessen und der Private Equity-Investor Silver Lake einen Deal in Betracht. Nach Angaben von TheInformation sei ein Einstieg denkbar, wie ihn zuvor bereits Ex-Microsoft-Chef Steve Ballmer und der saudi-arabische Prinz Prinz Al-Walid bin Talar getätigt haben – aber auch eine vollständige Übernahme wird diskutiert.

Wie bei Skype: Marc Andreessen könnte sich erneut mit Silver Lake verbünden

Marc Andreessen gilt als einer der prominentesten Investoren des Silicon Valley, der als Partner des Wagnisfinanzierers Andreessen Horowitz bereits frühzeitig in Skype, Facebook – und Twitter investierte. Mit Silver Lake Capital verbindet Andreessen das frühzeitige Investment in Skype, das 2011 im 8,5 Milliarden Dollar schweren Verkauf an Microsoft veredelt wurde.

Obwohl weder Andreessen noch Twitter-CEO Jack Dorsey die Übernahmegerüchte kommentierten, schoss die schwer angeschlagene Twitter-Aktie um in der Spitze um 10 Prozent nach oben und versuchte damit, zumindest die Kursverluste  der Vorwoche zu egalisieren, als Anteilsscheine von Twitter nach einer wahren Managerflucht schon wieder abgestürzt waren.

Ermäßigtes Bewertungsniveau könnte Käufer anlocken

Auch bei Kursen um 18 Dollar notiert der frühere Social Media-Liebling allerdings immer noch seit Jahresbeginn schon wieder um 22 Prozent im Minus.  Seit den Allzeithochs bei 75 Dollar im Dezember 2013 haben Twitter-Aktien gar 75 Prozent ihres Wertes verloren. Allein in den vergangenen drei Monaten hat sich das Papier beim Sturz von über 31 Dollar mehr als halbiert!

Entsprechend hat sich der Börsenwert dramatisch dezimiert – von einst über 50 Milliarden Dollar auf nun nur noch rund 12 Milliarden Dollar.  Angesichts von Jahreserlösen deutlich oberhalb von 2 Milliarden Dollar und einem Umsatzwachstum, das mit zuletzt 58 Prozent immer noch deutlich dynamischer als das von Facebook, Alphabet oder auch Amazon ausfiel, ist das ein Niveau, das Begehrlichkeiten wecken könnte.

„Die Twitter-Aktie ist schlecht – nicht das Unternehmen“, fasst der Hedgefondsmanager Doug Kass die aktuelle Marktmeinung zusammen. Einen weiteren – oder möglicherweise: letzten – Anlauf, die Stimmung zu drehen, bekommt CEO Jack Dorsey nächste Woche bei Vorlage der nächsten Quartalsbilanz. Die ersten beiden Male endeten bekanntermaßen im Debakel.

Update 20.45 Uhr: Silver Lake hat unterdessen gegenüber Fortune klargestellt, kein Interesse an einem Einstieg bei Twitter zu haben.

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