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Der neue Dortmund-„Tatort: Hundstage“: nervige Liebesdramen statt Krimi-Spannung

ARD/WDR „Tatort: Hundstage“. Bild: WDR/Wolfgang Ennenbach
ARD/WDR "Tatort: Hundstage". Bild: WDR/Wolfgang Ennenbach

Im neuen Dortmund-"Tatort" müssen sich die Kommissare mit einer traumatisierten Mutter auseinandersetzen. Diese ist überzeugt davon, in dem 17-jährigen Jonas ihren eigenen vor 14 Jahren verschwundenen Sohn wiederzukennen. Kurz darauf wird ihr Ehemann erschossen. Vielmehr bleibt von der Geschichte auch nicht hängen, die Liebesdramen der Kommissare stellen alles andere in den Hintergrund.

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Die Story

Die Dienstaufsichtsbeschwerde macht Kommissar Peter Faber schwer zu schaffen, mit dem Polizeipsychologen geriet er am Abend noch in Streit – und jetzt fallen Schüsse im Dortmunder Hafen: Gerade noch rechtzeitig kommt Faber, um eine der beiden im Wasser treibenden Personen vor dem Ertrinken zu retten. Die andere kann nur noch tot geborgen werden. Als Kommissarin Martina Bönisch den Leichnam zu Gesicht bekommt, stellt sie sofort die Verbindung her zu einem alten Vermisstenfall, der die junge Polizistin 14 Jahre zuvor an ihre Grenzen geführt hatte. Jetzt, da die Hauptkommissare Faber und Bönisch aus unterschiedlichen Gründen befangen sind, sind die Kommissare Daniel Kossik und Nora Dalay besonders gefordert.

Die Story hinter der Story

Verlustängste. Und gleich zwei Familientragödien.

Was taugt das Drehbuch?

Von Anfang an liegt eine depressive Stimmung über dem „Tatort“. Schon in den ersten 15 Minuten wird nur gemeckert, gejammert und geflucht. „Hundstage“ will einfach nicht in Fahrt kommen, die Handlung ist lahm und vorhersehbar. Die Sorgen, Problemchen, Traumata und Paarkonflikte der Kommissare verdrängen die eigentliche Geschichte der Familientragödie. Schnarch!

Sind die Ermittler in Form?

Nein. Und langsam fängt es wirklich an zu nerven. Niemand versteht sich mehr mit niemandem. Der Konflikt zwischen Nora und Daniel kommt einfach nicht zur Ruhe – und dann dreht sich ihr aktueller Fall auch noch um ein verlorenes Kind. Wasser auf den Mühlen der beiden Ex-Liebenden. Zur Erinnerung: Nora Dalay hatte das gemeinsame Baby mit Daniel Kossik ohne dessen Wissen abgetrieben. Auch Bönisch und Faber stecken im Hamsterrad ihrer Was-auch-immer-Beziehung fest. Man könnte fast meinen, man sei in einem Doppeldate-Liebesdrama anstatt in einem „Tatort“.

Mit diesen Hintergrundinfos können Sie punkten

Fun Fact aus der WDR-Pressemappe: „Am ersten Drehtag erschien ein offensichtlich angetrunkener aber sehr freundlicher Mann am Drehort und fragte den Regisseur Stephan Wagner, ob er Produktionsfahrer bei diesem Tatort-Dreh werden könne. Als in diesem Moment ein gold lackierter Porsche lautstark am Set vorbei rauschte, waren die sozialen Herausforderungen und die Wirtschaftskraft für Dortmund in einem Bild erzählt. Es konnte losgehen. Der Mann hat den Job leider nicht bekommen können.“

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Der Satz zum Mitreden

Faber versucht, sein Trauma zu erklären: „Wie ist das, wenn man der Hummel klarmacht, dass sie eigentlich gar nicht fliegen kann?“

Eher peinlich

Peter Faber ist betrunken und steht spätabends am Hafen und fragt sich selbst lauthals, was denn nur mit ihm los sei. Die brüllende Konversation mit einem Anwohner erinnert unangenehm an die Szene „Nein, du halt die Klappe!“ aus dem Disneyfilm „Bärenbrüder“

Fazit

Ein wirklich schwacher „Tatort“ eines bislang immer starken Teams. Lösungen für die zwei Pärchendramen müssen dringend her!

Einschaltempfehlung auf einer Skala von 1 bis 10

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