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YouGov-Umfrage zur Landtagswahl TV-Debatte in Rheinland-Pfalz: Mehrheit will nicht zuschauen

SWR-Intendant Peter Boudgoust: YouGov-Umfrage zum Hickhack um die TV-Debatte zur Landtagswahl
SWR-Intendant Peter Boudgoust: YouGov-Umfrage zum Hickhack um die TV-Debatte zur Landtagswahl

Nach einem unwürdigen Hickhack findet die TV-Debatte zur Landtagswahl in Rheinland-Pfalz nun doch statt, und zwar mit sechs Parteien inklusive der rechtspopulistischen AfD. Das Meinungsforschungsunternehmen YouGov hat eine repräsentative Umfrage durchgeführt, wie die Bürger zu einer solchen Debatte stehen Das Ergebnis ist ernüchternd.

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Los ging der Ärger, als die Regierungsparteien in Rheinland-Pfalz, SPD und Grüne, den SWR dazu drängten, die rechtspopulistische AfD nicht zu einer TV-Debatte vor der Landtagswahl einzuladen. Würde die AFD eingeladen, würden sie der Debatte fernbleiben. Der SWR wollte die Debatte daraufhin nur mit den im Landtag vertretenen Parteien durchführen, was auch auf Kritik stieß. Aus Protest, dass dann die FDP auch nicht dabei wäre, sagte die CDU-Spitzenkandidatin Julia Klöckner ihre Teilnahme ab. Jetzt wollen doch alle sechs in Frage kommenden Parteien miteinander reden. Weil sie nicht mit der AfD an einem Tisch sitzen will, schickt die amtierende Ministerpräsidenten Malu Dreyer (SPD) ihren Landeschef Roger Lewentz in die Runde.

YouGov hat in einer repräsentativen Umfrage 1.338 Bürger ab 18 Jahren befragt, was sie von dem Thema TV-Debatten zu Landtagswahlen halten.

Auf die Frage:

Wie vor Bundestags- gibt es auch vor Landtagswahlen oft TV-Duelle, bei denen die Spitzenkandidaten miteinander diskutieren. Schauen Sie sich so etwas an?

antworteten 53% der Befragten mit „Nein“, 23% mit „Ja– aber nur in dem Bundesland, in dem ich wohne“, 17% mit „Ja – egal, um welches Bundesland es geht“ und 7% mit „Weiß nicht/Keine Angabe“.

Die überwiegende Mehrheit hat also ohnehin nicht vor, sich eine TV-Debatte zu einer Landtagswahl anzuschauen.

Kontrovers diskutiert wurde in den Medien, wie ausgewählt werden soll, welche Parteien an einer solchen Debatte teilnehmen dürfen. Auf die Frage:

Wonach sollten die ausrichtenden Sender vor allem entscheiden, wer an einem TV-Duell teilnehmen darf? Bitte wählen Sie das Kriterium aus, das Sie für das wichtigste halten!

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antworteten 36% mit „Ergebnis bei aktuellen Wahl-Umfragen“, 26% mit „Weiß nicht/Keine Angabe“, 19% mit „Entscheidung nach journalistischen Gesichtspunkten“, 10% mit „Etwas anderes“ und 9% mit „Ergebnis bei der letzten Wahl“.

Hier ist bemerkenswert, dass die Mehrheit der Befragten befürwortet, aktuelle Wahl-Umfragen als Basis für eine Einladung zu nehmen und die Ergebnisse der vergangenen Wahl aus Auswahl-Kriterium die wenigsten Stimmen erhielt. Die Bürger wünschen sich also offenbar durchaus, auch die Argumente von Parteien zu hören, die noch nicht im Parlament vertreten sind aber eine Chance haben, hineinzukommen. Ein nachvollziehbarer Wunsch. Ein hoher Prozentsatz der Befragten zeigte sich hier zudem ratlos, bzw. machte keine Angaben.

Auf die Frage:

In Rheinland-Pfalz hat die Spitzenkandidatin der CDU, Julia Klöckner, die Teilnahme abgesagt, nachdem nur die im Landtag vertretenen Parteien (CDU, SPD, Grüne) am TV-Duell teilnehmen sollten. Als Grund wurde der angebliche Druck der regierenden Koalition aus SPD und Grünen auf die Rundfunkverantwortlichen genannt, nur die im Landtag vertretenen Parteien zum TV-Duell einzuladen. Finden Sie diese Entscheidung von Frau Klöckner richtig?

antworteten 36% mit „Ja“, 32% mit „Nein“ und 33% mit „Weiß nicht/Keine Angabe“. Hier wird eine gewisse Ratlosigkeit dokumentiert. Genauso viele Befragte fanden die Entscheidung der CDU-Frau Klöckner jeweils für richtig und für falsch. Und fast genausoviele machten keine Angabe. Das Verhalten der Politik gibt der Bevölkerung hier offenbar Rätsel auf.

Indifferent zeigte sich die Bevölkerung bei der Frage, ob das TV-Duell in Rheinland-Pfalz abgesagt werden sollte. Auf die Frage:

Sollte das TV-Duell in Rheinland-Pfalz Ihrer Meinung nach nun abgesagt werden?

Antworteten 36% mit „Ja“, 36% mit „Nein“und 27% mit „Weiß nicht/KeineAngabe“. Eine Art Achselzucken in Umfrageform. Nun findet die TV-Debatte im SWR am 10. März mit Vertretern von CDU, SPD, Grünen, FDP, Linke und AfD statt. Es scheint nur, dass es dem Publikum relativ egal ist …

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Alle Kommentare

  1. Unseriös und schade, dass der GENAUE Wortlaut der Fragen nicht widergegeben wird. YouGov hat keinerlei Interesse ernsthaft die Meinung einer Bevölkerungsgruppe zu analysieren. Vielmehr erstellt YouGov Gefälligkeitsumfragen.
    Auch in dieser Umfrage waren die Fragestellungen nicht mehr zu unterbieten.

  2. ZITAT: … antworteten 36% mit „Ja“, 32% mit „Nein“ und 33% mit „Weiß nicht/Keine Angabe“
    Bei Ihnen sind 36% und 32% genau so viele, dagegen 33% fast genau so viele. Presse halt.

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