Apple-Auto auf Krisenkurs: Produktionsprobleme, unklare Richtung, Einstellungsstopp

Apple-Chef Tim Cook: 1.000 Ingenieure sollen schon am iCar werkeln
Apple-Chef Tim Cook: 1.000 Ingenieure sollen schon am iCar werkeln Foto: dpa

Digital Economy Erstaunlicher U-Turn beim iCar: In Apples gar nicht so geheimer Geheim-Abteilung "Titan", die seit zwei Jahren an einem Elektroauto entwickelt, brodelt es. Wie das Blog AppleInsider berichtet, befindet sich das Projekt gar am Scheideweg, nachdem sich Designchef Jony Ive "enttäuscht" über die bislang gemachten Fortschritte und die eingeschlagene Richtung zeigt. Die Folge: Nach exzessiven Verpflichtungen hat Apple dem Projekt einen Einstellungsstopp verpasst.

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Bleibt das Apple-Auto für immer ein Fanboy-Traum? In den vergangenen Tagen mehrten sich die Indizien, die darauf hindeuten, dass Apple bei der Entwicklung durch erhebliche Probleme zurückgeworfen wird.

Ende vergangenen Woche erfuhr das Leuchtturmprojekt aus Cupertino einen unerwarteten Dämpfer: Wie das WSJ berichtete, scheidet Steve Zadesky, Chef der „Titan“-Unit, die das Elektroauto entwickelt, „aus persönlichen Gründen“ bei Apple aus. Zadeskys Demission ist ein herber Rückschlag für Apples mutmaßlich wichtigstes Projekt der kommenden Dekade, zumal Tim Cook mit Zadesky einen Veteranen verliert, der seit knapp 17 Jahren im Dienst des wertvollsten Konzerns der Welt steht.

Jony Ive „unzufrieden“ über Fortschritte und Richtung beim Projekt Titan

Wenige Tage später berichtet das gewöhnlich gut informierte Blog AppleInsider von weiteren Rückschlägen in Apples Titan-Unit. So berichtet das Blog, Apples Designchef Jony Ive, der die Arbeit am Elektroauto überblickt, sei „unzufrieden“ damit, wie sich das Projekt entwickelt.

Sowohl die erzielten Fortschritte als auch die Richtung, die das Auto-Projekt einschlage, seien unter den Erwartungen, zitiert AppleInsider mit den Vorgängen vertraute Kreise. Als Konsequenz habe Apple dem Projekt nun einen Einstellungsstopp verordnet.

WSJ: Die Probleme bei der Entwicklung des Apple-Autos häufen sich

„Projekt Titan“, das Apple vor zwei Jahren startete, soll bereits 1.000 Mitarbeiter beschäftigen – darunter viele ehemalige Tesla-Ingenieure. „Es ist ein offenes Geheimnis, dass Apple an einem Elektroauto arbeitet“, hatte  Tesla-Chef Elon Musk erst vor zwei Wochen in einem Interview mit der BBC gesagt. Apples Vorhaben sei „ziemlich schwer zu verbergen, wenn man 1.000 Ingenieure anheuert.“

Ursprünglich sollte Apples Elektroauto angeblich schon 2019 – also in rund drei Jahren! – vom Band rollen. Das Wall Street Journal hatte Ende vergangener Woche jedoch zur Demission von Zadesky berichtet, dass sich die Probleme bei der Entwicklung des Apple-Autos zuletzt gehäuft hätten.

AppleInsider:  „Projekt Titan“ befindet sich am Scheideweg

So habe Apple auf Zielvorgaben gedrängt, die nach Meinung einiger Mitarbeiter nicht realistisch seien. Welche Position Zadesky dabei eingenommen hat, ist unklar. Das WSJ zitierte zudem gut unterrichtete Kreise, die 2019 als mögliches Auslieferungsdatum für nicht realistisch halten und davon ausgehen, dass sich die Produktion um einige Jahre verzögern dürfte.

Nach den Berichten des AppleInsiders steht das „Projekt Titan“ gar am Scheideweg. Bestätigt hat Apple-Chef Tim Cook die Arbeit am Elektroauto bislang nie, das längst mythisch verklärte iCar in Interviews zuletzt aber auch nicht mehr dementiert.

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