Vorzeige-Medium in Geldnot: Guardian muss 20 Prozent der Kosten einsparen

Das Guardian-Gebäude in London
Das Guardian-Gebäude in London

Publishing Der britische Guardian ist in Geldnot. Das Mutterhaus Guardian News & Media hat angekündigt, 20 Prozent der Kosten einsparen zu müssen. Das entspricht etwas über 50 Mio. Britischen Pfund, bzw. 66 Mio. Euro. Mit diesem Sparprogramm soll innerhalb von drei Jahren das Haus aus der Verlustzone gesteuert werden.

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Die operativen Kosten hätten sich innerhalb von fünf Jahren um 23 Prozent auf 268 Mio. Pfund erhöht. Die Umsätze sind nur um 10 Prozent gestiegen. Der Rückgang der Print-Anzeigenumsätze habe sich schneller entwickelt als erwartet, die Digital-Umsätze sind langsamer gestiegen als erwartet. Hinzu kam die teure internationale Expansion des Guardian. Nun zieht das Haus die Notbremse.

Guardian-GeschäftsführerDavid Pemsel sagte: „Wir müssen eine vertrauensvolle und sichere Basis schaffen, um so innovativ und progressiv zu bleiben, wie wir es immer waren. Ich will nicht nur die Parole ausgeben ‚lasst uns innovativ sein und mutig in diese neue Welt schreiten‘, wenn das Fundament derart fragil ist.“

Guardian News & Media hat am Ende des aktuellen Geschäftsjahrs, das Ende März abschließt, prognostizierte 53 Mio. Pfund Verlust angehäuft. Fast 80 Mio. Pfund in bar wurden ausgegeben. Die Print-Umsätze gingen im Geschäftsjahr um rund 25 Prozent zurück. Die Verluste konnten von Digital-Zuwächsen nicht ausgeglichen werden. Die teure Expansion des Guardian in die USA und nach Australien haben die Kosten zusätzlich in die Höhe getrieben. In den vergangenen drei Jahren wurde das Personal um 479 Leute auf nunmehr 1,960 Vollzeitstellen aufgestockt.

Gerüchte über einen geplanten Stellenabbau wollte Pemsel nicht bestätigen. Die Abteilungen müssten noch detaillierte Sparpläne entwickeln.

 

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